Mannheim
Compact Memory

B'nai B'rith · 1923-12-01 · 10 (12.1923) · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
10 (12.1923)
Date
1923-12-01
Page
Seite 239 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9582244-9582244-9597527-9597768--0271-9597789
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

239 An seinem Grabe trauert neben der Familie unser Bund. Die Lücke in die Reihen seiner Brüder gerissen fühlen wir schmerzhaft. Sein Andenken werden wir zu künftigen B ne-B rith-Oenerationen überliefern. So wird Dr. Herrmanns Geist in unsere Loge ebenso weiterleben, wie die Früchte seines Wirkens. Dr. Fr. A. Herrmann wurde i. J. 1859 in Iglau geboren. Er studierte Jura in Prag und Wien, schupfte seine Rechtsanwaltpraxis in Brünn, wo er 33 Jahre lang als Rechtsanwalt wirkte. Im Jahre 1907 wurde er in die Lo<*e ,Moravia" aufgenommen. Er verschied am 20. November 1923. Frauenvereinigung der beiden Prager Logen. Jahresbericht. Das 3. Geschäftsjahr der Frauenvereinigung (Vorsitz. Frau Berta Haas, Schriftf. Frau Else Gütig) begann im Dezember 1922 mit einer Geschäftssitzung und schloß nach Abschluß der Verkaufsausstellung im Dezember 1923, die mit einem Erlös von fast 100.000 Kc das Ergebnis der vorjährigen weit übersteigt. Diese Verkaufsausstellung hat sich schon so viele Freunde erworben, daß unsere Schwestern-Ausstellerinnen und das Publikum damit rechnen. In den öffentlichen Mitgliederversammlungen sprachen an den einzelnen Abenden: Frau Berta Haas, Prag, über: „Entwicklungsmöglichkeiten der Frauenvereinigung", Herr Felix Saiten, Wien: über „Richard Wagner und das deutsche Schicksal", Frau Henriette Fürth, Frankfurt a. M., über ,,Die soziale Fürsorge des Judentums im Lichte der Soziologie". Die Veranstalungen waren durchwegs gut besucht. An den ernsten Teil schloß sich immer ein geselliges Zusammensein mit künstlerischen Darbietungen, das viel zur Hebung der schwesterlichen und brüderlichen Beziehungen beigetragen hat. Außer dieser öffentlichen Arbeit wurde ausschließlich in geschlossenen Sitzungen des Geschäftsausschusses, des sozialen, des Kinderheim- und des Geselligkeitskomitees der Arbeitsplan durchgeführt, zu dem wir zum Teil durch die Delegierten der beiden Logen angeregt wurden. So hat zum Beispiel die Sammlung der Schwestern für die Stützungsaktion der Stiftungshäuser in den böhmischen Kurorten den Betrag von 36.000 Kc" ergeben. An Unterstützungen hat die Frauenvereinigung namhafte Beträge ausgelegt. An die Fürsorgezentrale, die der Besserung der sozialen Verhältnisse der tschechoslovakischen Juden dient, haben wir uns angegliedert; in ihre Sektionen werden unsere Delegierten entsendet, um einerseits über Notleidende unterrichtet zu sein, anderseits um eine Spaltung der Unterstützungsaktion zu verhüten. Auch an der Toynbeehalle haben wir Schwestern regsten Anteil. Die Bewirtung der Besucher erfolgt lediglich durch unsere Mitglieder und auf Kosten unserer Frauenvereinigung. Eine Aktion der jüngsten Zeit war eine Materialiensammlung für die reichsdeutschen Waisen- und Siechenhäuser. Zehn große Kisten mit sehr gut erhaltenen Kleidungsstücken, Schuhen und erhebliche Geldbeträge konnten mit Hilfe deutscher Logen diesem Zwecke zugeführt werden. Das sind nur die wichtigsten unserer erfüllten Aufgaben; alles hier zu erwähnen, was im Laufe eines ganzen Jahres geleistet wird, ist an dieser Stelle unmöglich. Es sei nur noch zum Schlüsse bemerkt, daß wir bestrebt sind, die angebahnten Beziehungen zu unseren auswärtigen Schwestern zu vertiefen, um, wenn möglich noch im Laufe des neuen Geschäftsjahres die Gründung einer einheitlichen Vereinigung aller tschechoslovakischen Frauenvereinigungen durchzuführen. Wir richten an alle Schwestern unseres Großlogendistriktes die Bitte, uns in dieser Bemühung werktätig zu unterstützen. Vor allem gewährt aber der Umstand, daß sich das innere Gefüge der Frauenvereinigung und die Organisation immer inniger gestaltet und daß die Zahl der mittätigen Frauen zunimmt, die beste Hoffnung für die Zukunft.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.