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B'nai B'rith · 1923-12-01 · 10 (12.1923) · p. Seite 240

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Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
10 (12.1923)
Date
1923-12-01
Page
Seite 240 (sequence 22)
Language
German
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240 Jiidis che Fürsorgezentrale für die tschechoslowakische Republik in Prag. Bericht über die Tätigkeit im Monate November 1923. 1. Organisation. Die Jüdische Fürsorgezentrale hat in den letzten Monaten eine lebhafte Propaganda sowohl zur Verbreitung von Informationen über ihre Aufgaben und Ziele und zur Entwicklung ihrer Zentralisierungsbestrebungen als auch zur Erweiterung ihres Mitgliedsstandes entfaltet. Im Dienste dieser Bestrebungen wurden zahlreiche Provinzstädte besucht und dortselbst Vorträge abgehalten. Ebenso sind in Prager Vereinen von Seiten des Sekretariats Referate erstattet worden und die Vorbereitungen zur Gründung eines Ortsverbandes Prag in Angriff genommen worden, wobei eine Kooperation mit der zentralisierten jüdischen Ortsarmenpflege in Aussicht genommen ist. Eine Tagung des erweiterten Ausschusses der Fürsorgezentrale, die am 25. November in Brünn stattfand, war von Vertretern von zirka 50 Gemeinden und Vereinen beschickt, die aus Mähren, Schlesien und der Slovakei zu dieser Konferenz beigezogen wurden. Die Ergebnisse dieser Tagung lassen eine Stärkung der Bestrebungen der Fürsorgezentrale in den genannten Teilen der Republik erhoffen, da die Berichte über die bisherige Tätigkeit und die in Aussicht genommenen weiteren Arbeiten allgemeine Anerkennung fanden. Es wurde das Prinzip des direkten Anschlusses an die Prager Zentrale einer Gründung von Landesverbänden vorgezogen. Die Gründung von Ortsverbänden und Lokälkomitees in den verschiedenen Gemeinden der Republik hat weitere Kreise der Fürsorgezentrale gewonnen und die ständige Verbindung der Zentrale mit allen diesen Zweigstellen, sowohl was die allgemeine soziale Fürsorge betrifft, als auch Durchwandereriursorge, Bekämpfung des Wanderbettels, eröffnet günstige Aussichten für den Ausbau dieser so wichtigen Institution. Das Entgegenkommen, das die Fürsogezentrale bei allen staatlichen Behörden findet, wurde durch Beiziehung ihrer Vertreter zu einer Kommission der Vertreter der Ministerien, des Roten Kreuzes und der IWCA zu einer gewissen •ffiziellen Anerkennung ausgedehnt, ebenso wird die Beiziehung der Fürsorgezentrale zu den repräsentativen sozialen Spitzenorganisationen, die vom Ministerium für soziale Fürsorge vorbereitet werden, erfolgen. Die Fürsorgezentrale hat dadurch die Funktion einer repräsentativen Vertretung des gesamten jüdischen Wohlfahrtswesens der Republik erlangt und es ist von Wichtigkeit, daß nunmehr von allen Gemeinden und Vereinen durch Anschluß der Zentrale die tatsächliche Legitimation hiezu erteilt werde. 2. F ü r s o r g e t ä t i g k e i t. In den Schalterstunden des Büros wurden im Berichtsmonate 121 Durchwanderer mit einem Gesamtbetrage von 4,657.50 Kc abgefertigt. Von diesen gehörten dem Handelsstande 43 an, Arbeiter waren 15, qualifizierte Arbeiter 32, während Intelligenzberufen 24 angehörten. Den Rest bilden Dienstpersonal und Berufslose. Aus dem Gebiete der tschechoslovakischen Republik waren 57, aus Deutschland 6, Österreich 2, während die übrigen sich auf die östlichen Länder verteilen. Interventionen in Fürsorgeangelegenheiten wurde 92 unternommen, 42 erfolgten in Organisationsangelegenheiten. 3. St u den tenfür sorge. Der Abbau der Studentenfürsorge, soweit es sich um materielle Unterstützung handelt, wurde vollkommen durchgeführt und durch Schaffung eines Zentralverbandes der Hochschüler eine eigene Wirtschaftsorganisation begründet. Die Einrichtung produktiver Arbeitsinstitutionen für die Studentenfürsorge wie Paßbesorgungsamt, Stellennachweis, Nähstube und Schusterei, gibt einer größeren Anzahl von Studenten die Möglichkeit, durch produktive Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Not unter der Studentenschaft wird von Seiten des Zentralverbandes durch Besorgung von Wohnungen und Verpflegung, wozu private Mittel in Anspruch genommen werden, zu lindern versucht. Das von der Jüdischen Fürsorgezentrale durch Umbau der Kosifer Synagoge gewonnene Studentenheim wird in den nächsten Tagen seiner Benützung übergeben werden und zirka 30 Studenten unentgeltliche Wohnung bieten. Die unteren Räumlichkeiten dieses, von der Fürsorgezentrale angekauften Objektes; werden für ein Durchwandererasyl verwendet. 4. Jugendfürsorge. Außer Erhaltung eines Kinderhortes, für den nunmehr im israelitischen Handwerkerlehrlingsheim passende Räumlichkeiten gefunden worden sind, hat die Jugendfürsorgekommission in zahlreichen Fällen

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