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B'nai B'rith · 1923-10-01 · 8 (10.1923) · p. Seite 199

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Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
8 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 199 (sequence 37)
Language
German
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199 4. rekonstruktive Arbeiten und 5. Kredithilfe. An diese Referate schloß sich eine etwa achtstündige Debatte, in welcher insbesondere die Frage der Bankgründung von allen Seiten beleuchtet wurde. Von den Delegierten der Tschechoslovakei wurde darauf hingewiesen, daß es wünschenswert wäre, einerseits in intensiverer Weise als bisher die Frage der aktiven Zusammenarbeit mit den anderen großen jüdischen Organisationen ihrer Lösung zuzuführen, ferner aber auch mehr als bisher die Organisation der jüdischen Wohlfahrtspflege in Angriff zu nehmen, und bereits jetzt neben der Emigrationsfrage auch andere größere Fragen in den organisatorischen Wirkungsbereich miteinzubeziehen, in erster Reihe die Studentenfrage, weiters möge die Welthilfsorganisation ihre Aufmerksamkeit der I^age der Juden in Karpathorußland zuwenden. Die Studentenfrage behandelten auch der österreichische Vertreter, Br. Oberrabbiner Dr. Chajes und der italienische Vertreter Dr. Fano aus Triest. Die italienische Regierung ist nach den gemachten Mitteilungen bereit, ausländischen Studenten unbeschränkt Aufnahme zu gewähren und im Falle der Mittellosigkeit sie von den Einschreibe- und Prüfungsgebühren zu befreien. In Betracht kommen in erster Reihe die Universitäten von Padua, Florenz und Rom, nur müßte von außen her für den Unterhalt dieser Studenten Vorsorge getroffen werden. Der Vertreter von Rumänien wies auf die Notwendigkeit hin, eine rasche Intervention in der Frage der besarabischen Flüchtlinge vorzunehmen, da die Belassung derselben nunmehr endgültig mit Ende des Jahres 1923 terminiert sei. Frau Dr. Buchmill propagiert die Mitarbeit der Frauen. Sodann folgten die Verhandlungen über die Ausgestaltung des künftigen Verhältnisses zum Ort und zur Ose. Beides sind russische Gesellschaften älterer Gründung, welche ihre Tätigkeit vorübergehend eingestellt hatten und sie nunmehr mit dem vorläufigen Sitze in Berlin voll wieder aufnehmen wollen. Der Ort befaßt sich mit den Aufgaben rekonstruktiver Natur, die Ose wirkt auf medikosanitärem Gebiete. Die Endentschließungen der Tagung gingen dahin: 1. es möge die Hilfe für Rußland in intensiver Weise fortgesetzt und es mögen die Juden der ganzen Welt zu Hilfe aufgerufen werden, 2. die weitere Hilfstätigkeit in Rußland solle in Anlehnung an die internationale Organisation ,,Save the Children Fund International Union" geführt werden, 3. die Fürsorge für die jüdischen Studenten wäre in den Arbeitsbereich der F. S. Z. einzubeziehen. Mit "dem Danke an das Exekutivkomitee, in welches die Herren M. J. Naiditsch (Paris), Brutzkus (Berlin) und A. Held (New York) neu berufen wurden, schloß die Beratung nach 31/2tägiger Dauer.

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