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B'nai B'rith · 1923-10-01 · 8 (10.1923) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
8 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 187 (sequence 25)
Language
German
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187 geben, so wird er doch in der Lage sein, eine bestimmte Richtung seines Interessengebietes anzuführen. Durch eine solche Äußerung der Wünsche der Einzelnen wird es der Vortragsleitung, vor allem dem Komitee für geistige Interessen möglich sein, die Wahl der Vortragsthemen derart vorzunehmen, daß diese dem Interesse der Majorität entsprechen, ja es ist nicht aufgeschlosen, daß sich eine_ Vortragsliste schaffen läßt, die dem Wunsche der Gesamtheit wenigstens nahekommt,wenn sie ihr auch nicht vollkommen entspricht. Der Vortragsleitung wird durch die Mitteilung aller Wünsche weiter die Möglichkeit gegeben, einerseits für die notwendige Abwechslung für das Vortragsprogramm des ganzen Jahres zu sorgen, anderseits auch Vorsorge für die Wahl der geeigneten Vortragenden zu treffen. Hierbei wird wohl nicht immer nur die Mitgliedschaft der eigenen Loge, sondern gegebenenfalls auch die der Schwesterlogen heranzuziehen sein. Die w. Union hatte beim Verbandstage des Jahres 1922 den Wunsch geäußert, es mögen Verzeichnisse von Vortragenden aller Logen des Distriktes und deren Vortragsthemen angefertigt und den einzelnen Logen zur Auswahl und Benützung zur Verfügung gestellt werden. Der damit beabsichtigte Zweck scheint mir noch besser dann erreicht zu werden, wenn die Wahl der Themen auf den Wünschen der Logenmitglieder basiert. Es könnte so vorerst der Wunschzettel der Mitgliedschaft unter den Logen ausgetauscht werden und hierauf hätte bei den einzelnen Logen die persönliche Nennung der Vortragenden zu erfolgen, die unter den hier skizzierten Voraussetzungen die Behandlug des gewünschten Themas übernehmen würden. So käme eine jede Loge in die Lage, vor Beginn der neuen Vortragsperiode einerseits die Wünsche ihrer gesamten Mitgliedschaft in Bezug auf Vortragsthemen zu kennen, anderseits die Liste der hierfür in Betracht kommenden Vortragenden mit deren persönlicher Zustimmung zu besitzen und sie wird, was gewiß aus organisatorischen Gründen zu begrüßen wäre, so in die Lage versetzt, zum Jahresbeginn das fertige Jahresprogramm aufzustellen, das dann nur durch die gelegentlichen unvermeidlichen Zufälle Änderungen erfahren müßte; aber auch hierfür würde das Wunschprogramm der Mitgliedschaft leicht Ersatz schaffen lassen. Der Wahl des speziellen Themas für die Vorträge würde auf Basis der geäußerten Einzelwünsche gewiß eine größere Breite zugebilligt werden müssen; doch wird sich dann auch hier im Wege der Resultantenberechnung eine engere Linie ziehen lassen, die dem geforderten Zwecke am besten entsprechen wird. Mag dann das Thema einem mehr allgemeine oder speziell jüdisch-historischei: Gebiete entstammen, mag es allgemein oder spezielle soziale Fragen oder ein abgegrenzt fachliches, naturwissenschaftliches, medizinisches, juridisches oder philosophisches Gebiet behandeln, mag es dem Gebiete der Literatur einer bestimmten Nation, der Kunstgeschichte, der Nationalökonomie entnommen sein, mag es schließlich dem Interessengebiete des Einzelnen aus seiner Beziehung zur Umwelt des eigenen Ichs, rein psychologischen Fragen des Einzelnen oder eines engeren Kreises der Gesamtheit entstammen — es wird bei obigem Durchführungsmodus immer einem weitgehenden Interesse

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