Mannheim
Compact Memory

B'nai B'rith · 1923-09-01 · 7 (9.1923) · p. Seite 161

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
7 (9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 161 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/9582244-9582244-9597527-9597677--0174-9597692
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

161 und des Exekutivkomitees versichern, daß das Verhältnis zu den europäischen Lyogen, lange Zeit unterbrochen, heute ebenso innig sei, als es je war, ja wenn möglich noch inniger werden solle. Und, seine Hände uns entgegenstreckend, schloß er mit den Worten: „Reichen Sie uns Ihre Hände, so wie wir sie Ihnen entgegenreichen, bleiben Sie Brüder des Ordens und Sie werden immer Brüder in Amerika finden!" Was er uns damals versprach, durfte sich in den nachfolgenden Jahren aufs Schönste bewähren. Insbesondere, als Br. Seelenfreund im Juli 1921, diesmal leider zum letztenmal, wieder in unserer Mitte weilte. Wie wenn er gar nicht anders denn als Philanthrop größten Stiles hätte kommen können, so machte er uns damals wiederum die erste Mitteilung von jener großen Aktion für die jüdischen Kriegs¬ und Pogromwaisen Europas, an welcher seitens unseres Distriktes 51 Kinder teilhaben. Mit sichtlicher Freude überzeugte er sich damals von dem Aufschwünge unseres altneuen Distriktes und bezeugte sein großes Interesse, indem er insbesondere das Emigrantenlager, das sich damals im jüdischen Rathause befand, sowie die damals in ihren Anfängen begriffene Jüdische Fürsorgezentrale aufsuchte. Es ist natürlich, daß, wenn von einem Manne, wie Br. Seelenfreund es war, die Rede ist, vor allem von seinem amtlichen Wirken gesprochen werden muß. So wenig dies hier auch nur annähernd erschöpfend geschehen konnte, so liegt doch die Gefahr nahe, darüber dem Menschen als solchem zu wenig gerecht zu werden, und dies umsomehr, je mehr dieser selbst seine persönlichen Interessen und Neigungen hinter der reinen Sachlichkeit seiner Amtsführung zurücktreten ließ. Obzwar dies bei Br. Seelenfreund in ganz besonderem Maße der Fall war, konnte gleichwohl keinem, der ihm näher zu treten das Glück hatte, der innere Reichtum dieser Persönlichkeit entgehen. Güte und Wohlwollen waren es vor allem, die aus seinen Worten wie aus seinen Handlungen sprachen und die ihn für sein Amt wie geschaffen erscheinen ließen. Sicherlich ist ihm nichts schwerer gefallen, als wenn er, wozu dieses Amt wie jedes andere mitunter zwang, ein Ersuchen oder eine Bitte ablehnen mußte. An irgendwelchen bloß formalen Schwierigkeiten war dies gewiß niemals gelegen. Solche wußte er stets mit ebensolchem Takte als Geschicklichkeit zu überwinden. Aber auch sachliche Hindernisse mußten schon wirklich unbesiegbar sein, wenn er, immer bemüht, zu gewähren, ihrer dennoch nicht Herr werden konnte. So wird er in unserem Gedächtnis stets als ein wahrhaft edler und hilfreicher Bruder und Mensch fortleben und dieses sein Gedächtnis dem Bunde, den er so sehr geliebt und für den er so viel geleistet, zu dauerndem Segen gereichen. SP- BRUDER SIMON WOLF. Wenige Wochen nach dem Hinscheiden des Br. Seelenfreund hat der Orden abermals einen schweren Verlust erlitten. Am 4. Juni

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.