B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 6 (6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- Seite 141 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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141 den Bundesgedanken vorgeschriebenen Arbeiten obliegen. So glaube ich nicht besser schließen zu können, als mit den Worten, mit welchen ich uns nach jeder Sitzung aus diesem Saale verabschiede und zu weiterer Arbeit auffordere, indem ich den lieben Brüdern im Orient wünsche, daß Gottes Segen sie auch weiterhin geleiten möge und sie die Kraft aufbringen zur Erfüllung ihrer Pflichten! Die jüdische Toynbeehalle in Prag. Von Br. Prof. Gustav Flusser. Bruder Expräsident Dr. Gustav Haas der w. ,,Bohemia" hat nach einem in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Prager Logen erstatteten Referate in der vorjährigen Juninummer dieser Zeitschrift die Geschichte, die Ziele und Zwecke der jüdischen Toynbeehalle ausführlich dargelegt und den Zusammenhang dieser Institution mit den Grundsätzen, die in unserer Mitte gelehrt und geübt werden, hervorgehoben. Er hat insbesondere unserer Freude und unserem Stolze Ausdruck gegeben, daß wir die Toynbeehalleabende in unserem Vereinsheime abhalten können, daß wir in der Lage sein werden, die Ärmsten der Armen bei uns zu Gaste zu sehen und ihnen einen Lichtblick in ihrem trüben Dasein zu verschaffen dadurch, daß wir ihnen die Möglichkeit geben, nach des Tages Last und Mühe in einer würdigen und anständigen Umgebung die seelische Erhebung zu finden, welche Wissenschaft und Kunst gewähren können. In der Sitzung vom 17. Feber d. J. faßte die w. ,,Bohemia" den Beschluß, noch im Laufe der heurigen Vortragssaison die Tätigkeit der Toynbeehalle probeweise aufzunehmen, worauf die w. Präsidenten der beiden Prager Logen ein zwölfgliedriges Komitee ernannten, das mit dieser Aufgabe betraut wurde. Mit frischer Arbeitsfreudigkeit schritt das Komitee an die Ausführung des gestellten Problems, erledigte rasch alle notwendigen Vorarbeiten, und schon am 8. März 1923 wurde in dem bis aufs letzte Plätzchen vollbesetzten Saale unseres Logenheimes nach achtjähriger Pause eine wichtige jüdische Aktion unserer Stadt wiedereröffnet', die Prager jüdische Toynbeehalle. In der Begrüßungsansprache entwickelte ich als Obmann der Toynbeehalle in groben Konturen das Programm für die nächste Zukunft, gedachte dankend der Tätigkeit des Toynbeehallevereines vor dem Kriege und insbesondere der vielen Brüder der beiden Prager Logen, die sich als rührige Leiter dieser Institution ausgezeichnet bewährt haben; gedachte aber namentlich des jüdischen Publikums und unter diesem in erster Reihe der allerletzten Zuhörer unserer Toynbeehalle, der jüdischen Kriegsflüchtlinge, die als die letzten Gäste den Festsaal des Prager jüdischen Rathauses gefüllt hatten und den ihnen gebotenen Ausführungen mit heiliger Andacht gefolgt waren. Auch an dieser Stelle will ich der Verwunderung über das Ausdruck geben, was damals in die Erscheinung getreten ist. Das weltgeschichtliche Ereignis, in das uns unser Schicksal gestellt hat, hat uns gelehrt, die rasch aufgenommenen Eindrücke ebenso rasch zu