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B'nai B'rith · 1923-06-01 · 6 (6.1923) · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
6 (6.1923)
Date
1923-06-01
Page
Seite 140 (sequence 14)
Language
German
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140 mit Bewunderung lesen wir in dem Berichte, daß nach eingehenden Besprechungen mit dem Joint und den Führern des Judaisme Americaine der Sekretär Br. Lukas die Zusage gemacht hat, der Unterstützungsaktion 2y2mal so viel zuzuführen, als die Logen im Orient selbst aufbringen. Die Berichte der einzelnen Logen über die Kriegszeit ergeben in kleinerem Rahmen das Bild der Tätigkeit der Großloge, das wir selbst aus eigener Erfahrung kennen. Ich will nur einiges Bemerkenswerte hervorheben. Es dürfte interessieren, daß sich der Großrabbiner von Rom für die pogromisierten Juden Polens und Galiziens an die Loge Ibn Ezra in Rhodos gewandt hat, der Präsident der Loge im Tempel ein religiöses Meeting abhielt und eine hiebei eingeleitete Sammlung den Betrag von 7000 fcs. ergab. Wir sehen abermals nach dem Kriege die LogeSalonicain die Öffentlichkeit treten und einen Kongreß sämtlicher griechischen Judengemeinden abhalten. Die hiebei gefaßten Beschlüsse und Resolutionen werden der griechischen Regierung und den Vertretern der Großmächte in einem Memorandum bekanntgegeben. An den verschiedenen Hilfsaktionen während des Krieges hat sich die Loge Salonica mit 600.000 fcs. beteiligt. Es darf uns nicht wundern, daß die Logen auf dem Balkan und in Palästina am ärgsten gelitten haben. Ihr Mitgliederstand ist nahezu dezimiert. Der jüngste Bericht ist jener der Loge Maimonides in Kairo vom 1. September 1921. Er befaßt sich viel mit dem Zionismus. Er weist auf das gegen die offizielle Beteiligung der Logen an der nationalen, jüdischen Bewegung vorgebrachte Argument hin, daß die Logen sich nicht mit politischen Fragen zu beschäftigen haben, zu welchen der Zionismus unbedingt zu zählen ist. Die Logen Eliahou Annavi in Alexandrien und die Loge Cairo in Kairo haben es abgelehnt, zu diesen nationalen Fragen Stellung zu nehmen, ohne vorher dem Exekutivkomitee in Chicago Bericht erstattet zu haben. Das vorgebrachte Argument, sich jeder politischen Handlung zu enthalten, versucht der Bericht der Loge Maimonides damit zu widerlegen, daß sich die Logen wohl nicht mit der Politik des Landes beschäftigen sollen, in welchem sie ihren Sitz haben, daß es aber Aufgabe der Logen sei, sich mit allen Angelegenheiten auch politischer Natur zu befassen, welche das Judentum betreffen. Als Beispiel des politischen Hervortretens des Bundes führt der Bericht an: die Intervention des Bundes beim Präsidenten Roosevelt anläßlich der Pogrome in Kischinew und die Intervention wegen Nichtanerkennung der an Juden von amerikanischen Behörden ausgestellten Reisepässe in Rußland. Die Erörterung dieser Fragen, insbesonders über die Richtigkeit dieser gezogenen Parallele, gehört nicht hieher, ich berichte nur weiter, daß die Maimonides-Loge bei Enthaltung ihrer nächsten Schwesterlogen in Kairo und Alexandrien von den bezüglichen Beratungen den Beschluß gefaßt hat, ein Komitee einzusetzen, das sich mit Fragen jüdisch-nationalen Einschlages zu befassen hat. Meine lieben Brüder, ich bin mit meinem Bericht zu Ende und glaube, daß ich Ihnen bewiesen habe, daß die Logen des XL Distiiktes, jede nach ihrer Art und bestimmt durch die Verhältnisse, ihren durch

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