B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 124 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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124 der Anstalt, Herrn Direktor Schwager, dessen Frau und Tochter schloß der Präsidialbericht. Hiernach erstattete der Kassier des Vereines Br. K a r 1 G. B a c h e r den Finanzbericht, aus dem hervorzuheben ist, daß anläßlich des Jubiläums Spenden im Betrage von nahezu 250.000 K eingelaufen sind, womit die Weiterführung und eventuelle weitere Ausgestaltung der Anstalt für langeZeit gesichert erscheint. Hierauf erfolgten die Wahlen. Bei der anschließenden Konstituierung der Direktion wurde Br. Expr. Leop. Jerusalem zum Präsidenten, Br.Präs. Dr. Max Lasch und H. Leopold 3 a ch s zu Vizepräsidenten, Br. Direktor Eduard Klein zum Schriftführer u. Br. Ernst Mautner zum Rechnungsführer gewählt. Vor der Sitzung erschien eine größere Anzahl ehemaliger Zöglinge in der Wohnung des Herrn Direktor Schwager, beglückwünschten das Ehepaar Schwager zum Jubiläum, überreichten demselben ein sehr hübsches Ehrengeschenk und widmeten den Gründerbetrag von 2000 K zum Zwecke eines Ehrenblattes für Herrn Direktor Schwager und seine Frau. Diese Kundgebung ist ein sehr erfreuliches Zeichen der Anhänglichkeit unserer ausgetretenen Zöglinge an unsere Anstalt und ihren ehemaligen Lehrer und Erzieher. Vom Meraner Asyl. In der letzten Sitzung der w. ,,Bohemia" erstattete Bruder Sigmund K n i n a einen Bericht über diese Anstalt, dem wir das Nachstehende entnehmen: Am 4. April fand in Meran in Anwesenheit zahlreicher Prager Brüder die diesjährige Generalversammlung desVereines ,,Asyl für mittellose kranke Israeliten" statt. Aus dem Bericht, den die Vorsitzende Frau Dr. Rosa Hersch erstattet hat, war zu entnehmen, daß in der gegenwärtigen Saison 106 Pfleglinge (50 Männer und 56 Frauen) daselbst Aufnahme fanden, wovon 70% aus unserem engeren Heimatslande stammen. Die Hälfte der Pfleglinge zahlten 15 Lire, die andere Hälfte — die von Stiftern empfohlen waren — zahlten 10 Lire täglich. Dafür erhielten sie vollständige Verpflegung, bestehend aus Frühstück, Gabelfrühstück, Mittagessen, Jause, Nachtmahl, alles in reichlichem Maße, freie ärztliche Behandlung, Medikamente sowie Milch, soviel der Arzt vorschrieb. Die Heilerfolge waren im allgemeinen günstig, die Gewichtszunahme der einzelnen Pfleglinge betrug 5—15 Kilo, je nach der Dauer des Aufenthaltes. Das Defizit der heurigen Saison dürfte 40.000 Lire 68.000 Kc betragen, die durch Spenden und Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden müssen. Die Propangada in unserem Distrikte hat bisher ca. 35.000 Kc ergeben, bedauerlicher Weise haben sich nur 4 Logen — „Bohemia", ,,Praga", Philanthropia" und „Allianz" — an derselben beteiligt; die von dem Großrabbiner in Mailand eingeleitete Aktion ergab 11.800 Lire und die Spenden der Kurgäste ca. 11.000 Lire. Br. Knina selbst gelang es, während seines kurzen dortigen Aufenthaltes unter den anwesenden Bekannten ca. 8.500 Kc zu sammeln; an dieser Sammlung beteiligten sich alle anwesenden Brüder, darunter einzelne in hervorragenderWeise(mit Beträgen bis 1600 K). In Würdigung der großen Verdienste, die sich die obgenannten Logen unseres Distriktes um das Genesungsheim erworben haben, hat die Generalversammlung unseren s. w. Großpräsidenten Br. Dr. JosefPopper(s. Aprilheft), sowie den Großrabbiner von Mailand, Alessandro de Fano, für seine Verdienste um die italienische Propaganda, einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt. Br. Knina schloß seine Ausführungen mit dem Hinweise, daß das Genesungsheim von unzähligen Kurgästen besichtigt wurde, allgemeinen Beifall fand und daß er sehr dankbar wäre, wenn einer der 1. Brüder, der dasselbe besichtigt hat, so freundlich wäre, den Eindruck zu schildern, den dasselbe auf ihn gemacht hat. Endlich stelle er an jene Brüder, die dem Asylvereine noch nicht beigetreten sind, die Bitte, ihre Anmeldung für diesen Verein bei ihm zu veranlassen. Der Präsident dankte dem ewig jungen Bruder Knina für seine unermüdlichen und erfolgreichen Bemühungen um das ihm besonders ans Herz gewachsene Asyl. Hierauf berichtete Br. Expr. Gustav Langendorf vonderw. ,,Praga",daß er zu Ostern in Meran gewesen sei und so Gelegenheit hatte, das dortige Asyl zu besichtigen. Was er dort gesehen habe, habe ihn mit großer Freude erfüllt, weil er sich sagte, daß diese unsere Schöpfung bewundernswert geleitet werde. Er sei überrascht gewesen über das ausgezeichnete Aussehen der Kranken und konnte von ihnen ausnahmslos