B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 123 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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123 wüßt seien, daß sie zusammengehören, und dies könne nur durch persönlichen Kontakt und Umgang bewerkstelligt werden. Nach Abwicklung der Tagesordnung, bei welcher neuerliche Neuanmeldungen mitgeteilt wurden, hielt der w. Präsident Br. Dr. LeoKlemperer einen Vortrag ü b e r R a s s e nb e w e r t u n g, indem er, dem Buche von Luschan Völker, Rassen und Sprachen" folgend, die Nichtigkeit der neuerdings mit aller Wucht vorgebrachten Rassentheorie und ihrer Minderbewertung der sogenannten jüdischen Rasse nachwies. Er machte jedoch aufmerksam auf das große, viel umstrittene Werk von Spengler, in welchem sich dieser auch mit dem Judentum, als zur magischen Kultur gehörig, beschäftigt und aus welchem man bei einigem bösen Willen neue Anschuldigungen gegen die Juden herauslesen könne. Br. Expr. Prof. Dr. Z i e g- 1 e r habe diese Ausführungen Spenglers zum Gegenstad einer kritischen Studie gemacht, und der Vortragende machte die 1. Brüder auf diese Broschüre, die demnächst im Buchhandel erscheinen werde, besonders aufmerksam. Zum Schlüsse las Br. FranzLenk, Karlsbad, die Übersetzung eines Artikels aus den letzten B'nai B'rit News ,,Gerechtigkeit für die Juden" vor. Den Vorträgen haben auch die Frauen und Angehörige der Brüder beigewohnt. Anschließend an die Sitzung "fand ein gemeinsames Mahl statt, das, durch musikalische und deklamatorische Vorträge gewürzt, die Teilnehmer bis zu den frühen Morgenstunden beisammen hielt. Die gelungene Veranstaltung möge den Brüdern in Eger Lohn für die aufgewendete Mühe darbieten. Jubiläumsfeier anläßlich der vor 25 Jahren erfolgten Gründung des Israel. Knabenwaisenhauses in Prag-Weinberge.*) Am 15. April fand im Turnsaale des Knabenwaisenhauses Weinberge, Komenskygasse 16, die 25. Generalversammlung seit der am 6. Feber 1898 erfolgten konstituierenden Generalversammlung d. Waisenhaus-Vereines statt. Mehr als 300 Herren und Damen waren zu dieser Festsitzung erschienen. Der Vorsitzende, Br. Expr. Leopold Jerusalem begrüßte in deutscher und böhmischer Sprache die Versammlung und dankte für das warme Interesse, welches sich durch den zahlreichen Besuch kundgab. Besonders begrüßte er *) vgl. die Ankündigung der Direktion im März-Heft S. 63 sowie die Wiedergabe der Kundgebung eines Aussenstehenden anlässlich des Jubiläums im April-Heft S. 98. die Vertreter der isr. Kultusge neinden Prag und Weinberge und die Delegierten zahlreicher Vereine und Korporationen. Hierauf sprach ein Zögling in böhmischer Sprache im Namen sämtlicher Zöglinge in tiefgefühlten Worten den Gründern und Leitern der Anstalt, insbesondere dem dahingeschiedenen Präsidenten, Heri n Markus J o s s, und dem Direktor Herrn Schwager und dessen Frau den Dank aus. Sodann trug ein jungerZöglirgschwungvolle, von Br. Großsekr. Dr. E m i 1 S p i e g e 1 verfaßte Verse vor, welche gleichfalls dem Dank an die Anstalt galten. Der Vorsitzende streifte mit wenigen Worten die den Teilnehmern im Jubiläumsbericht vorliegende Geschichte des Vereines und hielt dem vor kurzer Zeit dahingeschiedenen ersten und einzigen Präsidenten, dem Br. Expräsidenten Markus Joss, einen warm empfundenen Nachruf und anschließend daran allen während der letzten 25 Jahre dahingeschiedenen Mitgliedern der Direktion. Hierauf ergriff der s. w. Großpräsident Br. Dr. JosefPopper das Wort zur Festrede. Er erörterte in derselben in überaus geistvoller Weise den Begriff der wahren Humanität, feierte die Gründung und zielbewußte Art der Leitung des Waisenhauses als ein hervorragendes Werk der Menschenliebe, sprach in überaus anerkennenden Worten über die individuelle Erziehung, die den Grundsatz der Heranbildung unserer Knaben bildet, und über die befriedigenden Erfolge, die die Anstalt bei 180 bisher entlassenen Zöglingen aufzuweisen hat. Dieser in Form und Inhalt gleich vollendeten Rede folgte eine nicht endenwollende Beifallskundgebung. Der Vorsitzende sprach dem Redner den innigsten Dank aus, und dankte sodann auch allen denen, die die Bestrebungen der Vereinsleitung so tatkräftig, sowohl durch materielle, wie auch durch ideelle Leistungen gefördert haben, so allen Stiftern, Gründern und Gönnern, den Herren Ärzten, den Direktionen der Schulanstalten, den Wohltätern, die unsere Knaben für die Sommerferien in ihr gastliches Heim aufnahmen, vor allem auch, und besonders herzlich, dem „Exekutiv- Komitet" des Ordens B'nai B'rith für seine hochherzige Spende und die Erhaltung von 5 Kriegswaisen-Knaben, die in unserem Waisenhause auf Kosten dieses Komitees erzogen werden. Mit den Worten vollster Anerkennung und wärmsten Dankes für den Leiter