B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 122 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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122 sei gerade die Zeit gewesen, da in den Sitzungen die Jahresberichte erstattet wurden. Er sei besonders gepackt worden durch das, was er kennen lernte, als er einer Sitzung des Generalkomitees in Prag beiwohnte, doch könne eine gebührende Würdigung der Leistungen der cechoslovakischen Großloge durch ihn nicht gegeben werden, das sollte einem hiezu besonders Berufenen überlassen bleiben. Er wolle nur einer Pflicht der Dankbarkeit genügen. Die philanthropischen Bestrebungen der Großloge unter der wohlüberlegten und energischen Führung ihres Präsidenten Br. D.". Josef Popper und der geschickten Unterstützung des Groß-Seretärs Br. Dr. Spiegel, des Herausgebers der Großlogenrevue, stünden auf dem gleichen hohen Niveau wie die Verhandlungen in den Generalkomiteesitzungen, die durch Weitblick und humanitäre Gesinnung ausgezeichnet seien. Er möchte weiters auch seine Anerkennung zollen dem hohen Geiste, der die Sitzungen der Logen und ihrer Komitees kennzeichnet, an denen er teilzunehmen die Ehre hatte. Eine Leidenschaft für geistigen Fortschritt beherrsche das gesamte cechoslovakische Logenleben. Diejenigen, die den Vorzug hatten, den schönen Vortrag des hervorragenden Br. Prof. Goldstein aus Darmstadt, den dieser in der Praga-Loge gehalten, und die begeisterte und tiefgehende Diskussion, die sich beim Brudermahle anschloß, zu hören, würden dieselben niemals vergessen. Die wirtschaftliche Krisis in der cechoslovakischen Republik habe die Juden des Landes nicht abgehalten, dem notleidenden Judentum überhaupt zu Hilfe zu kommen, speziell den hart betroffenen Glaubensbrüdern in den Nachbarländern. Sie hätten sich da mit Ruhm bedeckt, und es sei sein Wunsch, ihnen hiefür die Anerkennung zu zollen. Das freisinnige Amerika solle wissen, daß es einen Bundesgenossen in diesem viel kleineren und weniger leistungsfähigen Lande habe bei der Arbeit, das Judentum wieder aufzubauen. Es sei tatsächlich rührend zu sehen, welche Maßnahmen der X. Distrikt geschaffen und welche Wege er den einzelnen Logen empfohlen habe, um die philanthropischen und wissenschaftlichen Institutionen des notleidenden Deutschland lebensfähig zu erhalten. Die Hilfe, die ukrainischen Glaubensbrüdern gewährt wurde, sei ebenfalls preiswürdig. Und die jetzige jüdische Hauptaktion, die Wiederaufrichtung Palästinas, habe ebenfalls, wenn man den Prozentsatz der Juden innerhalb der Gesamtbevölkerung ins Auge fasse, bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Auch hier wieder stehe, wie bei allen anderen Gelegenheiten, unser Orden in erster Reihe. Die Führer unserer intellektuellen Gruppen, wie zum Beispiel Expr. Br. Dr. F e i t h in Brünn, sähen in dieser Betätigung ein Lebenswerk, das mit Geduld und Geschick durchgeführt werden müsse. Was die ,,Moravia"-Loge getan habe, um die Not in der Ukraina zu lindern, werde nie vergessen werden. Die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, welche die geistige Wiederauf. ichtung unseres Volkes zur Aufgabe habe, werde auf den Blättern ihrer Geschichte verzeichnen, daß der cechoslovakische Distrikt im Stande war, diese Institution für ein volles Jahr unter besonders ungünstigen Verhältnissen zu erhalten. Konnten wir im Vorstehenden nur das Bemerkenswerteste aus dem Berichte Br. Dr. Auerbachs wiedergeben, so müssen wir es uns völlig versagen, die allgemeinen Bemerkungen des Schlusses über die einzigartige Hilfsbereitschaft Israels, die es in seinen einzigartigen Schicksalen immer wieder bewähre, wiederzugeben. Eine Egerer Sitzung der w. „Karlsbad". Zum erstenmal seit dem Bestände der „Karlsbad" ist der langjährige Wunsch der Loge, i n Kreise der Egerer Brüder eine ritualmäßige Sitzung abzuhalten, in Erfüllung gegangen. Die 1. Brüder in Eger hatten keine Mühe gescheut, um diese Sitzung so würdig als möglich zu gestalten, und zu diesem Zwecke ihr Klublokal zu eine n würdigen Sitzungssaal ausgestaltet. In Anwesenheit von 56 Brüdern aus Eger, Karlsbad, Komotau, Falkenau, Marienbad und Königsberg eröffnete der w. Präsident Dr. Klemperer die Sitzung, um vorerst die Trauerkundgebung für den verstorbenen Br. Dr. Ernst Altschul aus Eger zun Ausdruck zu bringen, bei welcher Br. Rabbiner Dr. ArnoldGrünfeld den tiefempfundenen Nachruf hielt. Die Sitzung wurde durch einen Choral eingeleitet, und der Präsident dankte in war,neu Worten den 1. Brüdern in Eger für alle die Mühe, welche sie aufgewandt hatten. Er hob die Wichtigkeit solcher Tag mgen hervor, die den Zusammenhang der Brüder aus der Umgebung mit der Mitterloge festigen und die Anhänglichkeit der Brüder an ihre Loge besonders kräftigen. Die Loge könne nur dann ihren Zweck erfüllen und ihren Aufgaben nachkommen, wenn alle Brüder sich dessen be-