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B'nai B'rith · 1923-05-01 · 5 (5.1923) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
5 (5.1923)
Date
1923-05-01
Page
Seite 118 (sequence 18)
Language
German
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118 unterschätzender Bedeutung, so gilt das für uns Juden noch ganz besonders. Wir befinden uns ja unseren Gegnern gegenüber zumeist in der Defensive und wer sich gut verteidigen will, dem nützen oft die besten Gründe nichts, wenn er es nicht versteht, sie in wirkungsvoller Weise zur Geltung zu bringen. Die Redegewandtheit und Schlagfertigkeit sind also geistige Waffen; wer diese sich aneignet, hat in seiner geistigen Entwicklung einen großen Schritt vorwäits getan. Darum v*ar es eine begrüßenswerte Neuerung, die der Initiative des Präsidenten Br. Alfred Recht entstammte und dem intensiven Interesse aller Brüder begegnete, daß unter seiner Leitung im Jahre 1909 Diskussionsabende eingeführt wurden, in denen der Präsident die zur Diskussion gestellten Themen selbst angab. Er hatte die Genugtuung, daß bei ungewöhnlich starkem Besuch der Sitzungen ein lebhaftes und freudiges Debattieren stattfand. Diese Einrichtung ist seitdem bald in stärkerem, bald in schwächerem Grade auf der Tagesordnung unserer Sitzungen geblieben. Demselben Zweck der geistigen Hebung dienen nicht minder die V o r t r ä g e in geschlossener oder offener Loge unter Teilnahme der Brüder und ihrer Angehörigen. Während der 30 Jahre unseres Logenbestandes fanden 118 Vorträge statt, von denen 3 von Nichtbrüdern, 1 von einer Schwester, 8 von reichsdeutschen Brüdern, 1 von einem Mitglied der Jerusalemer Loge, 2 von einem amerikanischen Bruder, 31 von Angehörigen unseres Distriktes, 72 aber — und das ist gewiß ein erfreulicher Prozentsatz — von Mitgliedern der „Union" gehalten wurden. 76 von diesen Vorträgen waren der spezifisch jüdischen Wissenschaft, Literatur und Geschichte entnommen, 42 aus allen Gebieten des menschlichen Wissens und Eorschens. Wenn jüdischen Themen ein breiterer Raum gewährt wurde, so hat es seinen guten Grund und seine programmatische Bedeutung; denn die Gelegenheit, sich durch Vorträge allgemeiner Natur zu bilden, bietet sich in allen möglichen Vereinen und Veranstaltungen. Die Loge aber, die eine exklusiv jüdische Vereinigung ist, hat, wenn auch nicht ausschließlich, so doch in erster Reihe für jüdische Vorträge zu sorgen, die alle Gebiete des Judentum in den Kreis ihrer Betrachtung ziehen. Ein weiteres Bildungsmittel ist eine gute Logenbibliot hek. Die unsrige, um die sich Br. Dr. Herschmann im Jahre 1903 als Initiator und Bibliothekar und Br. Dr. Hutter mit dem Entwurf einer neuen Bibliotheksordnung im Jahre 1913 große Verdienste erworben haben,umfaßt 650 Bände. Sie hat seit einiger Zeit einen Jahresetat von 1000 Kc. Damit läßt sich bei umsichtiger Auswahl geeigneter Bücher Ersprießliches leisten. Je reichhaltiger eine Logenbibliothek ausgestattet und je sorgfältiger sie zusammengestellt ist, desto fleißiger wird sie benutzt werden. Von unseren Büchern gilt dasselbe wie von unseren Vorträgen. In die Bibliothek der jüdischen Loge gehört unbedingt das gute jüdische Buch, in erster Linie alles, was sich auf die Wissenschaft und Belletristik des Judentums bezieht, wenn auch jede Einseitigkeit dabei zu vermeiden ist. Eine der vornehmlichsten Stützen unserer Ordenstätigkeit, ein Mittel, in gleicher Weise nach innen wie nach außen, auf unsere Gemeinsamkeit wie auf den einzelnen unter uns fördernd zu wirken ist die Pflege der Geselligkeit. Da wir eine jüdische Vereinigung bilden,

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