B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 115 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9597527-9597621--0118-9597636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
115 samkeit auf die Leistungen der „Union" lenken, mit denen sie den erhabenen Ordensidealen gerecht zu werden suchte, und die Anregungen, die zum Teile ausgeführt wurden, zum Teil unausgeführt blieben, weil sie unsere Kräfte überschritten. ,,Witwen und Walsen zu beschützen und ihnen mit allen Kräften hilfreich beizustehen", ist eine der hohen Aufgaben unseres Bundes. Darum wurde schon in der Gründungszeit der ,,Union" ein Witwen- und Waisenfond geschaffen, der von Jahr zu Jahr bei freudigen und traurigen Anlässen von den Brüdern bedacht wird, darum trat die Loge sofort nach ihrer Konstituierung dem ,,Kreuzerverein zur Erziehung armer israel. Waisen in Pilsen" als gründendes Mitglied bei. Die hervorragendste Schöpfung der Loge aber, durch die sie sich den Dank von Generationen von Schülern gesichert hat, ist der israel. Freitischverein, dessen Gründung bereits im Jahre 1896 vom Br. Schliesser angeregt, von Br. Dr. Schanzer tatkräftig gefördert, am 5. Mai 1900 als ein der Loge würdiges Werk ins Leben trat. Sein erster Obmann war Br. Simon Hofmann, eine tragende Säule der „Union", die leider zu früh geborsten ist. Die Loge wahrte sich in ihrer Schöpfung, die sie bis zum heutigen Tage wie ein Schoßkind hütet und durch große materielle Hilfe, insbesondere anläßlich unserer Stiftungsfeste und durch persönliche Leistungen förderte, einen maßgebenden Einfluß. Vor allem steht immer ein Bruder an der Spitze des Vereines, gegenwärtig Br. Dr. Schanzer. In den 22 Jahren seines Bestandes hat dieser segensreich wirkende Verein 758 Zöglingen mit einem Aufwand von 242.000 K Mittag- und Abendkost verabreicht. Getreu unseremBundesprogramm, „die Not der Armen und Dürftigen zu lindern", begründeten wir im Sinne unseres Br. Gustav Auer, der durch das Vertrauen der Brüder sechsmal auf den Sitz des Präsidenten erhoben, immer mit edler Begeisterung und tiefem Verständnis für die Aufgaben des Ordens tätig war, eine „Gustav Auer-Ferienkolonie", die allerdings nur zweimal verwirklicht, 1904 dreizehn, 1905 vierzehn Knaben aus Pilsen und Budweis in Hartmanitz in gesunder, waldreicher Gegend und bei guter Verpflegung" vier Wochen lang unterbrachte. Im Jahre 1910 lebte der Gedanke einer Ferienkolonie für erholungsbedürftige, unbemittelte jüdische Kinder von neuem auf, ohne realisiert zu werden. Von der geplanten Errichtung eines Waisenhauses in Pilsen konnte abgesehen werden, weil das von der „Bohemia" im Jahre 1897 ins Leben gerufene jüdische Knabenwaisenhaus in Prag jederzeit unsere Wünsche berücksichtigte. Im Kuratorium dieser über jedes Lob erhabenen Wohlfahrtseiurichtung, die, vom ganzen Verbände gestützt, alljährlich insbesondere bei den durch die Nachkriegszeit bedingten Schwierigkeiten unserer wirksamsten Förderung gewiß war, sind wir durch die BBr. Dr. Schanzer und Josef Ekstein erfolgreich vertreten. Ein Sproß unserer Vereinigung war die einer Anregung des Bruders Simon Hofmann entstammende Kolonisierung einiger armer Blinder von der israel. Blindenanstalt „Auf der hohen Warte" in Wien, die in hochherziger Weise von unseren Budweiser Brüdern in ihrem Heimatsorte untergebracht und sorgsam betreut wurden. Die rastlose Initiative unseres Br. Expräs. Dr. Schanzer, unseres langjährigen Kultusvorstehers, führte zur Regelung des Armenwesens und zur Zentralisierung aller Wohltätigkeitsagenden unserer Gemeinde, wäh-