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B'nai B'rith · 1923-04-01 · 4 (4.1923) · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
4 (4.1923)
Date
1923-04-01
Page
Seite 96 (sequence 32)
Language
German
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96 Von den zwei letzten Gebühren ist an den Verband nnr die Hälfte, die andere Hälfte an die betreffende Vereinigung, welcher der Bruder angehört, abzuführen. Nach Vornahme der Wahlen in die einzelnen Komitees erfolgte der Schluß der Tagung unter herzlichen Dankesworten der anwesenden Brüder an den allseits verehrten s. w. Großpräsidenten Br. Prof. Ehrmann. BR. DR. OTTO BONDY <„PRAGA"> Nachruf, von Br. Expräs. Dr. Gottlieb Stein.*) Mit Dr. Otto Bondy ist ein ganz eigenartiger, ungewöhnlicher Bruder aus unserer Mitte geschieden. Dr. Bondy war in Brandeis an der Elbe als der Sohn des ersten cechischen Rabbiners Filip Bondy geboren. Er besuchte in Schlan die Volksschule und die ersten drei Gymnasialklassen, kam im Jahre 1884 nach Prag an das cech. Akademische Gymnasium, woselbst er 1889 mit Auszeichnung maturierte: ein Beweis fleißiger Arbeit, da er seinen Lebensunterhalt in Prag durch Stundengeben verdienen mußte. Nach Absolvierung des Gymnasiums bezog er die philosophische Fakultät der cechischen Universität in Prag und studierte Mathematik und Physik, trat jedoch bereits nach zwei Semestern an die juridische Fakultät über, woselbst er wiederum alle Prüfungen mit Auszeichnung ablegte und am 14. November 1893 das Doktordiplom erhielt. . Schon als Student hatte er sich am politischen Leben beteiligt. Er gehörte damals dem unter der Führung Sokol's stehenden radikalen Flügel der cechischen Fortschrittspartei an und stand daselbst mit Männern in enger Fühlung, welche heute die höchsten Stellen in der Regierung und im Parlamente bekleiden. Außerdem war er ein begeisterter Vorkämpfer für die cechischjüdische Bewegung, welche in der Narodni jednota ceskozidovskä ihren Stützpunkt hatte. Kurze Zeit nach Gründung der Narodni jednota ceskozidovskä begann die berüchtigte Verfolgung der Omladina, einer Vereinigung junger, begeisterter Idealisten, durch die österreichische Regierung, und als die Narodni jednota ceskozidovskä es gar wagte, eine Sammlung zu Gunsten der eingekerkerten Omladinisten zu veranstalten, ergriff der Statthalter Thun mit Vergnügen diese Gelegenheit und löste die der Regierung unbequeme Narodni jednota ceskozidovskä nebst allen ihren Zweigvereinen auf. Die Interpellation, die vom Cesky klub im österreichischen Reichsrate wegen dieses Aktes offenkundiger Willkür überreicht wurde, trägt an erster Stelle die Unterschrift des bekannten antisemitischen Abgeordneten Bfeznovsky. •> Benützt: Gedenkrede des Br, Zikmund Robitschek in der Trauersitzung der w. »Praga« vom 27. Jänner 1923 und Nachruf im »Rozvoj« vom 19. Jänner 1923. <Nr. 2.)

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