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Jeschurun · 1896-12-18 · 18 (18.12.1896) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
18 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 den Gebetsstücke שתרגלנו בתורתך das zu den schönsten und gehaltvollsten'unserer ganzen Liturgie zu zählen ist, und als Schulgebet morgens beim Beginn des Unterrichts recht geeignet ist, sei in der Uebertragung (nach Michael Sachs) hier erwähnt: ״Möge es Dein Wille sein, Ewiger unser Gott, uns zu leiten, dass wir wandeln nach Deiner Lehre, und Treue beweisen Deinen (Geboten. Wahre uns, Herr, vor Sünde und Schuld, führe uns nicht in Versuchung, lass uns nicht zu Schanden werden. Gieb dem bösen Trieb keine Macht über uns, und schütze uns vor Verführung durch schlechtes Beispiel. Festige in uns einen guten Geist, führe uns zu edlen Werken und pflanze Demut und Gottesfurcht in unser Herz. Lass uns Liebe und Gunst finden in Deinen Augen und in den Augen der Menschen durch unsern Wandel, heut’ und allezeit/‘ ״ln Deiner grossen Güte, o Gott, wollest Du uns auch bewahren vor Menschen mit frechem Sinn und vor eigener Frechheit, vor bösen Menschen, bösen Genossen und bösem Nachbar, vor bösem Begegnisse und vor jedem verderblichen Anstosse — heute und allezeit. Amen“ — eignet sich sehr als Gebet vor dem Unterricht, wie Ahawo rabbo zum Schlüsse desselben. _ (Schluss folgt.) Die Lehrerkonferenzen. Bericht über die am 18. u 19. abgehaltene Versammlung der ״Lehrer- und Cultusbeamten der Provinz Pommern.“ Die diesjährige Versammlung des Bezirksvereins der Lehrer und Cultusbeamten Cöslin, fand am 18. und 19. November in Cöslin statt. Besondere Bedeutung fand die diesjährige Conferenz dadurch, dass nicht nur der Bezirk Cöslin, sondern die ganze Provinz Pommern daran beteiligt war. — Der Vorsitzende, Herr Dr. Josephsohn-Lauenburg, eröffnet nachmittags 3 Uhr die Versammlung und begrüsst mit warmen Worten sowohl die alten als auch neuerschienenen Kollegen, wie auch die anwesenden Vertreter der Cöshner und die Delegierten der benachbarten Gemeinden, die ihr reges Interesse dadurch bekunden, dass sie an den Versammlungen teilnahmen. In ausführlicher Weise giebt Herr Dr. Josephsohn ein Bild von den Arbeiten des Vorstandes, die sich hauptsächlich um 2 Punkte drehten. 1. um den Beitritt unseres Vereines zum ״Verbande der jüdischen Lehrer vereine im Deutschen Reiche“; 2. um die Erweiterung unseres Bezirksvereines in einen Provinzialverein. Beide wichtigen Thatsachen hat der Vorstand zur Zufriedenheit der Mitglieder gelöst, und erklären die letzteren ihre Zustimmung und ihr Einverständnis mit den Arbeiten des Vorstandes. Besonders hebt der Vorsitzende die Verdienste des langjährigen Vorsitzenden, des in den Ruhestand getretenen Herrn Rabbiners Dr. S. Hahn-Stolp, jetzt in Charlottenburg, um den Verein im Allgemeinen und in sbesondere um den B eitritt zum ״ Verband der jüdischen Lehrervereine“ hervor. Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen, um dem Gefühle der Hochachtung dadurch Ausdruck zu geben. Ausserdem wurde demselben der Dank der Versammlung telegraphisch übermittelt. Herr Jacob, Vorsitzender der Synagogen-Gemeinde Cöslin, heisst den Verein, der vor 6 Jahren bei seiner Gründung auch zuerst in Cöslin tagte, namens der Gemeinde Cöslin herzlich willkommen. Er wünscht, dass der Verein seinen Bestrebungen, die auch von! den Gemeinden geteilt werden, treu bleibe und dass auch die diesjährigen Verhandlungen dazu beitragen ] mögen, die Ziele, die der Verein sich gesteckt, zu erj reichen. — Herr Prediger Bauer-Cöslin begrüsst ebenj falls die Versammlung und spricht seine Freude aus, I dass die Verhandlungen in Cöslin geführt, werden. i Alsdann tritt der Verein in die Tagesordnung ein. j Von allen Seiten wird zu Punkt I derselben: 1 ״Umwandlung des Bezirksvereins in einen Provinzial- | verein für Pommern“, über die Erweiterung des 1 Vereins der Freude Ausdruck gegeben. Der aus j kleinen Anfängen hervorgegangene Verein ist jetzt zu | einem Provinzial verein von stattlicher Grösse geworden | und führt den Namen: ״Verein israelitischer Lehrer ] und Kultusbeamten der Provinz Pommern.“ Hoffent- ' lieh ist es dem neuen Provinzialverein bald vergönnt, alle Beamten der Provinz Pommern zu seinen Mitgliedern zu zählen. Auf Antrag des Kollegen \ Simon-Stettin wird beschlossen, die Statuten des Veri eins drucken zu lassen und jedem Mitgliede, sowie; auch den noch nicht beigetretenen Kollegen ein | Exemplar zugehen zu lassen. Der Beitrag pro Jahr J wurde auf 1,50 Mk. erhöht. f Nach gemeinsam verrichtetem Mincha-Gebet, fand s die vom Kollegen Levy-Colberg gehaltene Lebrprobe 1 im Pentateuch-Uebersetzen (וישב) statt. Der Vorl tragende wusste seinen Unterricht lebendig und an- J regend zu gestalten. Die gute Gliederung des Stoffes, I die klare, deutliche Sprache und die gute Betonung I beim Lesen des hebräischen Textes wurden besonders 'j anerkannt Die ganze Behandlung des Stoffes zeigte die h pädagogische Geschicklichkeit des Vortragenden, dem j,׳ der Vorsitzende den Dank der Versammlung ausspricht, j Alsdann erhält der Unterzeichnete das Wort zu : seinem Vortrage: ״Warum ist die biblische Geschichte f. die Grundlage des ersten Religionsunterrichts?“ Die; aufgestellten Thesen wurden angenommen, und erklärt s sich auch der Korreferent, K011egeKatz-Naugard,mitden ן Ausführungen einverstanden und verzichtet auf das Wort. ■ An der nun folgenden Diskussion beteiligen sich be- ~ sonders die Herren D. D. Goldschmidt, Vogelstein und der Referent. Herr Dr. Vogelstein wünscht, dass in j der Volksschule der systematische Religionsunterricht j als besonderer Lehrgegenstand ganz fortfalle und will denselben nur in Anknüpfung an geeignete biblische . Geschichten dargestellt wissen. Besonderen Anlass : zum Religionsunterricht bieten der Sabbat, die Festj und Fasttage,' sowie der Unterricht zur Bar Mizwa und! zur Confirmation. Die Versammlung tritt den Ausfüh-; rungen des Referenten bei. ■ Es folgte sodann der Kassenbericht des Unter-1 zeichneten und die Kassenrevision. Zu Revisoren: wurden die Herrn Levy-Colberg und Roberg-Schlawe gewählt. Die Kasse wurde für richtig befunden und dem Rendanten Decharge erteilt. — Vor der Vorstandswahl stellt Herr Dr. Goldschmidt den Antrag, angemessen der Erweiterung des Vereins, auch die Zahl der bisherigen Vorstandsmitgliedern von 3 auf 5 zu erhöhen. Der Antrag wurde angenommen. Der bisherige Vorstand, bestehend aus den Herren Dr. Josephsohn, Vorsitzender, Saul, Stellvertreter und Meyer, Schriftführer, wurden einstimmig wiederge-

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