Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1896
- Issue
- 16 (15.11.1896)
- Date
- 1896-11-15
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bibl. Nat. zu Paris befindlichen Handschrift ersehe, lautete der Schluss des in Rede stehenden Thargum ursprünglich: fcOpilS1? ^NlW ipy^ mDN H 'n rvno Andere Mss. und auch unsere Agg. fügen zu rnEfc* noch "pa>D3 hinzu, aber auch dann darf man nicht mit D. dieses -po>£2 rait X>jvcb> verbinden und übersetzen „Die du durch dein Wort zu bringen verheissen hast" (fctlD'C heisst überhaupt nie ht Wort, sondern Worte, Rede, Ausspruch), vielmehr gehört "pE'CD zu mDM> s0 ^ass auch in diesem Falle der Sinn des Ganzen genau derselbe bleibt wie nach der ersten Lesart. Eine sicherlich ganz späte Variante im Pseudojonathan, ein Thargum. das, wie ich noch an anderer Stelle zu zeigen gedenke, vielfach kabbalistischen Einfluss zeigt, setzt anstatt der göttlichen Erlösung diejenige durch den Messias, den Sohn Davids, was aber auch nicht gerade eine christliche Idee genannt werden kann. Sulz (Ob. Eis.), November 1896. Dr. M. Ginsburger. Ein neues Lehrbuch der hebräischen Sprache. Unter dem Titel „Eden ha-Jeladim" ist letzthin ein neues Lehrbuch der hebräischen Sprache von dem als Pädagog bewährten Lehrer J. Tawiew in Riga erschienen. Wer den ernsten Willen hat, seine heranwachsenden Kinder in der hebräischen Sprache selbst zu unterrichten oder unterrichten zu lassen, wird oft in der Ausführung dieser löblichen Absicht durch den Mangel eines geeigneten Lehrbuches gehindert. Kaum hat der Knabe das Lesen des Hebräischen mühsam erlernt, so beginnt man mit dem Uebersetzen biblischer Stücke oder solcher aus den Gebeten. Es kann sich in diesem Falle nur um mechanisches Einüben des hebräischen Lehrstoffes handeln, welches schon deshalb von keinem günstigen Erfolge begleitet ist, weil in der Regel alsbald bei den Knaben das Interesse für dieses Studium erlischt oder dass es ihm gar zur Last wird. Will man daher dafür sorgen, bei dem Schüler dieses unentbehrliche Interesse stets von neuem wachzurufen und zu erhalten, so muss man in der Wahl des Lehrstoffes sehr vorsichtig sein. Das mir vorliegende Bach ist für diesen Zweck vollständig geeignet und übertrifft in seiner klaren Uebersichtlichkeit an Präcision der Sprache, an interessanten, für Knaben geeigneten Lesestücken und in der gewählten Methode alle vorangegangenen Lehrbücher von diesem Genre. Es wird da der Anfang mit einigen leichten, demFassungsvermögenderAnfänger, die wir als Knaben im schulpflichtigen Alter denken müssen, entsprechenden Yocabeln gemacht, welche hebräisch nebst Uebersetzung ins Deutsche, Russische (das Lehrbuch ist natürlich in erster Reihe für Russland bestimmt), Französische und Englische zusammengestellt sind. Nach erfolgter Einübung der Vocabeln beginnt ein leichtesLesestück, das all die bereits gelernten Vocabeln in zusammenhängenden Sätzen enthält. In dieser Weise wird der Unterricht von Lection zu Lection fortgesetzt, indem zu den neuhinzukommenden Vocabeln auch die allernotwendigstengrammatikalischen Regeln hinzukommen. Der Knabe soll aber nicht durch den Unterricht in all den grammatikalischen Feinheiten der Sprache von deren Erlernung zurückgeschreckt werden. Natürlich kann man dann, wenn sich der Schüler eine gewisse Kenntnis der hebräischen Sprache angeeignet, das Versäumte nachholen. Das Lehrbuch enthält in der folgenden Lection schöne Erzählungen, interessante Anekdoten, einige Kapitel aus der jüdischen Geschichte, Gedichte von den hervorragendsten Dichtern der neuhebräischen Epoche, Fabeln u. s. w., die Sprache ist überall eine präcise, klare mit Unterlassung schwerer, nur selten vorkommender Ausdrücke. Die Sätze sind correkt und kurz. Am Schlüsse des Lehrbuches ist ein vollständiges Vocabularium enthalten, um dem Schüler das Aufsuchen von Vocabeln, deren Bedeutung seinem Gedächtnis entschwunden ist, zu erleichtern. Seine Freude an diesem Unterricht soll eben durch keine Schwierigkeit getrübt werden Mit auch nur mässiger Begabung ist es einem Schüler leicht, wenn er dieses Lehrbuch durchnimmt, die hebräische Sprache gründlich zu erlernen, was wohl vielen Familienvätern sehr willkommen sein wird. Auch die äussere Ausstattung und die Korrektur des nunmehr in der dritten Auflage erschienenen Lehrbuches ist vorzüglich; der Preis ist verhältnismässig sehr billig. Es kostet in feinem Einbände 1,65 Rubel (etwa 3,50 Mk) und ist durch die Verlagsanstalt „Tuschijah" in Warschau zu beziehen. Es wäre aber dringend zu wünschen, dass die Verlagsanstalt dafür Veranstaltungen treffe, dass das Buch auch durch den deutschen Buchhandel bezogen werden könnte. Dr. S. Bernfeld. Die Lehrerkonferenzen. Berieht über die 17. General-Versammlung des isr, Lehrervereiiis für das Königreich Bayern. (Fortsetzung.) Alsdann rief Vorstand Goldstein - Heidingsfeld der Versammlung seinen Willkommensgruss zu. Er dankte zunächst den Herren Vorrednern für ihre freundlichen Worte und der Kultusgemeinde München für deren Bereitwilligkeit und Zuvorkommenheit, mit welcher sie dem Ansuchen der Verwaltung um Ueberlassung ihres Beratungslokals zur Abhaltung der Versammlung entsprochen habe und ebenso für die hübsche Ausschmückung desselben. Er verbreitete sich hierauf über den Wert der periodisch wiederkehrenden Lehrerversammlungen und wünschte schliesslich, dass auch diese Versammlung ein schöner Lichtpunkt im Lehrerleben bleiben und nach des grossen Pädagogen Herders Ausspruch: Licht, Liebe und Leben durch sie verbreitet werden möge. Hieran anschliessend erinnerte der Vorsitzende daran, eine Herzenspflicht zu erfüllen. Er betonte