Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1896
- Issue
- 14 (23.10.1896)
- Date
- 1896-10-23
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9607695-9607705-9597496--72-9597499- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und in einem Ahasver-Gedieht von edlem Schwünge singt er: Stets noch harr' ich des Messias, der den Drachen niederringt, Der da Zwist und Zweifel tilget und der Welt TCTlösurig bringt. Kommen wird er! Einmal endlich schwinden muss der Menschen Qual, Einmal alle licht umscheinen reiner Liebe Himmelsstrahl, Einmal alle stark umrauschen hehrer Freiheit Flügelschlag; Kommen wird er. sei's der Menschheit, sei's der Welten letzter Tag!" Wahrlich, sie greifen an's Herz, diese Lieder eines Semiten! S. Liegthim. Die Lehrerkonferenzen. Rabbinats bezirk Emden-Oldenburg. (Schluss.*) Auch der Leitfaden für den System. Unterricht in der jüd. Religion von Dr. S. Apolant sei trotz mancherlei Vorzüge nicht zu empfehlen, weil die Ausführungen unseren religiösen Anschauungen zuweilen widersprechen. Für unsere Schulen kämen, weil sie am meisten unseren Anforderungen entsprächen, in erster Linie folgende Bücher in Betracht: 1. Glaube und Pflicht von Dr. J. Schwarz (Verlag Kauffmann, Frankfurt a M.) 2. Jsr. Glaubens- und Pflichtenlehre. In Katechesen von E. Mandus. (Verlag desselben.) 3. Der vom Königl. Bayrischen Ministerium empfohlene „Leitfaden für den Religionsunterricht in der isr. Schule von N. Bamberger (Verlag derselbe). Ref. sieht indes davon ab, der Konferenz bestimmte Vorschläge zur Einführung eines der besprochenen Bücher zu machen. Der Korreferent Levy-Wittmund schliesst sich im ganzen diesen Ausführungen an. Aus der nun folgenden Besprechung, an der sich die Herren Dr. Löb, Dr. Mannheimer, Dr. Rosenack, Ludwig, Selig, Klein, Apt, Bernheim und Strauss beteiligen, ergiebt sich zunächst kein praktisches Resultat, deshalb macht Voi sitzender den Vorschlag, eine Kommission zu ernennen mit dem Auftrage, die in der Diskussion vor allen hervorgehobenen Lehrbücher von Schwarz und Deutsch auf ihre Verwendbarkeit beim System. Religionsunterricht zu prüfen, auf Abstellung etwaiger Mängel in denselben mit den Verlegern etc. in Verhandlung zu treten und der nächstjährigen Konferenz die Ergebnisse derselben mitzuteilen und praktische Vorschläge zu machen. (Wird angenommen.) Zugleich erbietet sich Herr Dr. Löb, dahin wirken zu wollen, dass eine baldige Bearbeitung des Lehrbuches der *) Leideiverspätet. Red. ris. Religion von Dr. B. H. Auerbach (Verlag Giessen, Rath) für jüd. Volksschulen erfolge Als Handbücher zur Vorbereitung für den Lehrer wurden empfohlen: Amude Gaulo von Stern und das gen. Lehrbuch von Dr. B. H. Auerbach. Schliesslich wird noch Herr Dr. Mannheimer seitens der Konferenz gebeten, sein Manuskript über Einführung in die Liturgie durch Drucklegung weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Die Wahl der in Vorschlag gebrachten Komission fällt auf die Herren Dr. Löb, den Vorsitzenden, sowie auf die Kollegen Selig, Apt und Löwenstein. Um 12 Uhr beschliesst die Versammlung auf Antrag des Vorsitzenden, sich auf eine Stunde zu vertagen, um ein Gabelfrühstück einzunehmen. Nach Beendigung der Pause wird zunächst festgesetzt: 1) Es bleibt dem Vorsitzenden im Verein mit den Herren Landrabbinern überlassen, die nächstjährigen Konferenztage anzuberaumen. 2) Als Konferenzort kommt in erster Linie Norden in Betracht, in zweiter Emden, wenn sich nämlich die Abhaltung der Konferenz in erstgenannter Stadt nicht ermöglichen lässt. Darauf werden die bisherigen Vorstandsmitglieder Levy-Norden, Löwenstein-Jever, Wolff- Aurich durch Zuruf wiedergewählt. Als Themata fürs nächste Jahr wurden bestimmt: 1) Inwieweit lässt sich das Gebetbuch beim System. Religionsunterricht auf der Oberstufe verwerten? Referent Gottschalk-Esens. 2) Ist im Deutschen ein besonderer geraumer Unterricht erforderlich, oder soll sich derselbe an die Behandlung des Lesestückes anschliessen? Referent Klein-Lingen, der auch die dazu gehörende Lehrprobe übernimmt. Nun erhält Herr Landrabbiner Dr. Löb das Wort zu seinem Vortrage: ,,Ueber den Trauritus". In höchst anziehender Weise verbreitete sich der Redner über die gesetzlichen Bestimmungen bei der Vorbereitung und der Vornahme des religiösen Trauaktes seitens des Trauenden an Hand des Meir Enayim von Rappoport, ein Buch, das sehr empfohlen wurde. Durch zwischengestreute Fragen und Anfragen wurden die Zuhörer stets zum Denken angeregt, so dass der Dank, den der Vorsitzende dem Redner darbrachte, durch Erheben von den Sitzen allseitig gern gespendet wurde. Für die freien Besprechungen blieb wenig Zeit. Das wichtigste bei denselben w%,r ein Antrag des Unterzeichneten: die Bildung eines Witwen- und Waisenrats für die Mitglieder der Konferenz Die Begründung dieses Antrages war so überzeugend, dass man die Wahl, die auf den Vorsitzenden und Unterzeichneten, sowie auf die Kollegen Frankenstein und Strauss fiel, sofort vornahm. Nach den üblichen Dankesworten für umsichtige Leitung und Geschäftsführung, schloss der Vorsitzende gegen 5 Uhr die Verhandlungen mit dem Wunsche, dass diese manche Anregung für die hehre Arbeit in der stillen Werkstatt der Schulstube gegeben haben, und wir uns im nächsten Jahre gesund und froh wiedersehen mögen. Der Schriftführer: B. Wolff.