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Jeschurun · 1896-02-01 · 2 (2.1896) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
2 (2.1896)
Date
1896-02-01
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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— 14 — dienste, die König Salomo ihnen auferlegt hatte. Er schickte deshalb eine Gesandtschaft zum Könige, bei welcher sich auch Jerobeam befand. Demütig sprachen die Gesandten: „Dein Vater hat uns ein hartes Joch auferlegt; mach Du es uns leichter, dann wollen wir dir mit Freuden dienen!" Der König erbat sich 3 Tage Bedenkzeit und beriet sich mit den alten Ratgebern seines Vaters. Sie waren weise Männer und sagten: „Gieb freundlich dem Willen des Volkes nach; es wird dir dann treu dienen, solange du lebst." Dieser Rat missfiel aber dem Könige, und er hörte lieber auf den Rat der Jünglinge, die in seinem Alter waren. Als daher nach drei Tagen die Abgesandten des Volkes wieder kamen, erwiderte ihnen Rehabeam in stolzem Tone: „Gehet! Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich will es noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Ruten gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen." Als das Volk diese Worte vernahm, da bemächtigte sich seiner eine grosse Erbitterung. Rehabeam floh eiligst nach Jerusalem. Der grösste Teil Israels aber fiel von ihm ab und wählte Jerobeam zum Könige. Nur die Stämme Juda und Benjamin hielten treu zu Rehabeam. — Das Reich Davids war nun in zwei Teile geteilt, von denen der eine das Reich Juda, der andere Israel oder Ephraim hiess. (Zeigen an der Karte!) Ueber welches regierte Rehabeam, über welches Jerobeam? 2. Besprechung;. Wer wurde Salomos Nachfolger? Wo sehen wir ihn bald? Bei welcher Gelegenheit haben wir die Stadt Schechem schon erwähnt? (Abraham, Josef, Kundschafter u. s. f.) Zeige Sch. auf der Karte! Zu welchem Zweck begab er sich nach Sch.? (Huldigen, Treueid schwören.) Was verlangte Israel vom Könige? Weshalb war das Verlangen ein berechtigtes? Wodurch hatten diese Steuern eine solche Höhe erreicht? — (Anfangs hatte das Volk sich selbst u. sein Vermögen gern in den Dienst des Königs gestellt, galt es doch dem Tempel Gottes. Sie fürchteten aber, dass unter Rehabeam, der an dem üppigen Hofe Salomos aufgewachsen war, sich die Last der Abgaben bis zur Ünerträglichkeit steigern würde.) Was erbat sich Rehabeam? Weshalb? Bei wem befragte er sich? Wozu rieten sie dem König? (Hierin zeigte sich ihre Weisheit; durch Milde und Güte erreicht man mehr, als durch Gewalt.) Warum missfiel dem König ihr Rat? (Er dachte nur an sich und seine Vergnügungen; das Wohl des Volkes lag ihm weniger am Herzen.) Wer dachte ähnlich? Was rieten sie deshalb dem Könige? (Skorpion scharfeDornen.) Welche Streiche thun wohl weher, Rutenod. Dornenstreiche? Was sollte die Antwort also andeuten? (Den Jünglingen fehlte die gereifte Erfahrung der Alten; sie bedachten nicht die schlimmen Folgen ihrer unbedachtsamen Worte.) Weshalb entsprach dieser Rat mehr den Wünschen des Königs? Welche Antwort gab er daher dem Volke am 3. Tage? Was erwartete er? (Er vergass aber, dass sein Vater durch seine Weisheit und Gerechtigkeit die Liebe des Volkes besass, während er sich diese erst erwerben musste.) — Was geschah, als das Volk seine stolze Antwort vernahm? Was that- Rehabeam? (Durch Nachgiebigkeit hätte er alles zum Guten wenden können, durch seinen unseligen Uebermut verdarb er alles.) Wieviel Stämme fielen von ihm ab? Welche blieben ihm treu? Warum gerade diese? Wen wählten die übrigen zum König? Was haben wir früher von Jerobeam gehört? (Nach dem Tode Salomos war er schleunigst aus Egypten zurückgekehrt, und hat auch wohl insgeheim das Volk aufgewiegelt; er war auch wahrscheinlich der Sprecher beim König.) Von wieviel jüd. Königreichen können wir nun sprechen? Wie hiessen sie? Woher die Namen? Ueber welches regierte Rehabeam, über welches Jerobeam? (Zeigen auf der Karte). Wie lagen sie zu einander? Welches war das grössere? u. s. f. Wann haben wir früher schon von einer Spaltung Israels gehört? Wodurch war sie hervorgerufen worden? Erzähle davon! — (Jene Zersplitterung dauerte nur 7 Jahre; der kluge David versöhnte die Parteien. Durch seinen unklugen Enkel aber wurde Israel für immer in 2 Teile gespalten, die sich nie wieder versöhnten.) 3, Elitwickelung der Lehre. A. Zweierlei Räte hatte Rehabeam. Wie haben wir die einen, wie die anderen genannt? Weshalb hätte er dem Rat der Alten folgen sollen? (Alter — Klugheit — Vorsicht; Jugend — Leichtsinn — Unvorsichtigkeit). Wie wäre wohl alles gekommen, wenn Rehabeam ihren Rat befolgt hätte? Wodurch hat er also die Zersplitterung herbeigeführt? (Verschmähung des guten, Befolgung des bösen Rates). — Ja, lb. Kinder, schon wieder haben wir da ein Beispiel von der Wahrheit des alten Spruches: Wer nicht hören will, muss fühlen. Merkt es euch und folgt euren Eltern und Lehrern; sie meinen es ja gut mit euch, und euch wird's dann wohl gehen. — Kommt, lasst uns das schöne Lied singen: „Du hast, o Vater, dein Gebot u. s. w. . . Beispiele: Pharao, Datan und Abiram, aber David u. Abigail u. dergl., Beispiele aus dem Leben, der profanen Geschichte u. dem Lesebuche. Sprüche: Wem nicht zu raten, dem ist auch nicht zu helfen. — Der Kluge sieht das Uebel und wahret sich, die Einfältigen rennen dahin, sie büssen. (Spr. 27, 12.) — Vorgethan und nachbedacht ... — Ein König erhält das Land durch Gerechtigkeit, aber wer Steuern häuft, zerstört es. (Spr. 29. 4.) (Ein besserer Schüler spricht sich über das Benehmen Rehabeams und die Lehre, die wir daraus entnehmen, aus). B. Was veranlasste denn Rehabeam, den Rat der Alten zu verlassen? (Er fürchtete, wenn er ihn befolgte, so würden ihm die Mittel zur Fortführung seines üppigen Lebens fehlen; — Genusssucht). Welcher Rat deuchte ihn besser? u. s. f. — „Die Genusssucht, die Gier nach sinnlichen Genüssen (Freuden), Vergnügungen u. dergl. ist eine gar üble Leidenschaft und hat schon vielen Verderben gebracht. Ihr habt vielleicht selbst einmal über ein

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