Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1896-02-01 · 2 (2.1896) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
2 (2.1896)
Date
1896-02-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9607695-9607705-9597438--14-9597441
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 11 üenaitderUeber- \ tischen 4 £g roten und tnert- Der Text teJ enthält Ä ¥m«* les BuchesRutli dem Buche Unterrichts* Tg. Anleitungen, die wende ich mich bereitung. Ein l uns dar, ein Ung eines ifidi. Licht religiöser erungen gerecht rufen hätte. üs Unglaubliche reindlinge sind?ifellos besitzen, unter das Joch Hingen gebannt. lk der xMenschheit, hat kein uch für seine Scheu: Unsere . uns die Norm n sollen. Wir hilfsbedürftig der Krücken :ur nicht ganz einst vor Bein noch jetzt, ■he StimmungesKahle'schen n Volksschulas brochierte ^Was", sagte en Sie mit der schaffen! Sie Volksschulerdii icht ganz allerdings [Sebung z°g- ,alts das vorr sparen und m Falle aber Volkssclml01*' ,re Nötigung tel war 0 mstand. das* wie die Methodik aller übrigen Fächer auch die des Religionsunterrichts in dem Buche schliesslich behandelt wird. Wenigstens erinnere ich mich nicht mehr, ob Herr Kahle die allgemeine Psychologie wirklich nach streng evangelischer <jrlaubens;nischauung oder in nur von der Wissenschaft gebilligten Sätzen aufstellt. Wir mögen es vielleicht vom allgemeinen Gesichtspunkte aus bedauern, dass unter den Meistern der Erziehung und Lehrkunst so wenig Juden ihre pädagogischen Schwingen rühren, aber ob der Methodik des Schreib Unterrichts bangt's mir nicht im geringsten, wenn auch die jüdischen Schüler nach Kahle'sehen Grundsätzen in die Geheimnisse der Kaligraphie eingeweiht werden. Das confessioneile Sonderrecht fängt erst da an, wo der Boden des Religionsunterrichts betreten wird. Im für die besondere Confession eingerichteten «Religionsunterricht aber ist es nicht blos unser Recht, sondern auch unsere Pflicht, unsern Unterricht mit den Sätzen unseres Bekenntnisses in möglichst genaue Uebereinstimmung zu bringen. Hier darf es kein Paktieren geben. Der evangelische Lehrer wird sich behufs unterrichtlicher Verwertung gewiss nicht in die Grundanschauungen des Judentums versenken, es sei denn zu vergleichenden Zwecken. Ja, er wird nicht unterlassen, dies Besondere und Eigenartige des Protestantismus gegenüber dem Judentum scharf und eindringlich zu betonen: das, was ihm als ein Vorzug seiner Religion erscheint, in ein helleres Licht setzen. Die •entgegengesetzten Anschauungen werden augenscheinlich nur zum besseren Erweise der eigenen Wahrheit von allen Seiten vergleichend herangezogen. Alle Kräfte sind gespannt, nach den Fehlern der anderen und den Vorzügen der eigenen Religion auszulugen, beides um das Bewusstsein des höheren Wertes derselben in den Kindern hervorzurufen. Hier ist ja nach den Anschauungen der Religion ein confessionell zugespitzter, ein jüdischer, ein evangelischer oder ein katholischerUnterricht wohl am Platze. Nun, für unsere protestantischen und katholischen Collegen ist in dieser Beziehung aufs beste gesorgt. Nur bei uns ist ein so wichtiges Gebiet gänzlicher Verwahrlosung anheimgefallen und noch jetzt winkt keine Aussicht, dass uns in Bälde Hilfe werden wird. Meine Herren! Versetzen Sie sich auch in die Erstlingsjahre Ihres lehramtlichen Wirkens. Wie zagend mussten wir die Klasse betreten, gerade wenn es sich um die Religionsstunde handelte. Oder sollte das nur ein subjektives Empfinden. sein, das ich nun auf meine Collegen übertrage? Vielleicht verallgemeinere ich wirklich allzusehr meine eigene Unbe« holfenheit und Schwäche, in denen ich mich in den früheren Lagen befunden habe, vielleicht ist das ein persönlicher Mangel gewesen. Zugegeben. Aber ganz gewiss wies ich nicht allein diesen Mangel auf. (Fortsetzung folgt.) Gebet am Yorabend des Pessachfestes* Von Rabb. Dr. Rippner-Gl jgau. Allgütiger Gott! Freudigen Herzens begrüssen wir, vor Deinem Angesicht vereint, das Fest, das Du eingesetzt hast in der Vorzeit Tagen, und das noch heute seine Strahlen sendet in jedes Menschengemüt, das eine höhere Freude kennt, als den Genuss und die Lust am irdischen Gute. An diesem Tage, in dieser Nacht der Hut hast Du unsere Väter hinausgeführt aus Egyptens Fesseln, und strafend fuhr Deine Hand hernieder auf die gottlosen Dränger. Daran denken wir und freuen uns, dass Du Israel geführt von Egypten bis hierher, und preisen Deine Güte, die den Thau des Trostes niederträuft auf die Seelen der-Gequälten, und schauen ehrfürchtend empor es nicht duldet, dass der die es straft und ahndet, zu Deiner Gerechtigkeit, di Mächtige den Armen höhnt, di so Menschen ihrer Bruderpflicht vergessen und Gewalt und Willkür üben wider ihren Nächsten. <?£ Freiheit und Frühling hast Du ausgerufen über dieses schöne Fest, das wir getreu den Satzungen der weisen Meister feiern in den Tempeln und im eigenen Heim. Wir sind uns des Segens bewusst, dass wir in einem Staate leben, der frei und unabhängig dasteht, n den Grenzen, dass der Bürger Arbeit des Friedens widme. m grösseren Glücks, Bürger in welchem die bürgerliche Frei- und eine Hut wacht ungestört sich der Wir freuen uns < eines Landes zu sein heit eine Stätte hat, und Recht und Gesetz ihre schirmenden Fittige ausbreiten über jeden Insassen dieses weiten Reiches. Vor allem aber sind wir dankerfüllt, dass wir Deine Knechte heissen, allgütiger Gott, und dadurch die Freiheit auf Erden gewonnen haben. Denn Deine Lehre giebt uns die Freiheit der Seele, dass wir im Leide nicht erliegen, dass wir der Sünde nicht zur Beute werden, dass wir, wenn die Säulen der Erde wanken, an Dir uns halten, zu Dir uns richten — Du, unsere Burg und unsere Zuflucht! Was kann der verlieren, der Dich hat, und was der besitzen, der Dich und somit selbst verloren hat? Diese Freiheit in Dir , die kein Dränger uns rauben kann, die den Sklaven über seinen Herrn erhebt, ■— wir haben sie durch Deine Wahrheit, die den Geist erleuchtet, das Herz erfrischt und fröhlich macht. Du hast, G-ott des Lichts und des Lebens, den Frühling hinaufgebracht über die verödete Landschaft und den Keim gelöst von des Winters Fessel;, jedes Geschöpf jubelt der wärmeren Sonne entgegen und empfindet es wie eine eigene Erlösung, wenn des Frühlings Hauch die Pflanze aus dem Dunkel zum Lichte ladet. Und vollends der Mensch, den Du in Deinem Ebenbilde gestaltet, wie Du mit seinem G-eiste die Natur beherrschend und durchdringend. O 0, bringe Du, mein Gott und mein Erlöser, die Botschaft des Frühlings zu allen Gebeugten und Beladenen. Dein Trost ziehe wie Frühlingswehen ein in die von Trauer verwüsteten Herzen, dass neue Blüten des Glücks und der Freude spriessen! Dein Heil richte auf die Glieder der von Krankheit und Siechtum Ermatteten, und Frühlingskraft verjünge die Müden und Schmerzgebeugten. Deine Hilfe sei nahe denen, die in Sorgen seufzen und mühselig ringen um den Bedarf des Tages! Wie Du die Seelen segnest,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.