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Jeschurun · 1896-01-01 · 1 (1.1896) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
1 (1.1896)
Date
1896-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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!n _Herrn V0rsitze u Geie^eit ga;;r;,erdes6ut^oe (Fortsetzung folgt) iberg, UeseD" sowohl in ^Versammlungen gen gewesen und fichtsgegenstandes rmste empfohlen. Wen Jahren auf es Bibellesens für ind es für unervon Alters her [len als gleichplinen figuriert, :eit zuzuwenden bersetzung dem n die Hand zu 2h Veranlassung, lere Augenmerk " Religionsschule findet und das und namentlich Wichtigkeit geis Gebetbuch loch wohl kein mler mit dem nd vertraut zu Schien tsunter- Bibel in allen kann. Wenn )lches Ziel ge-!S Gebetbuches rollte sich der iter den heute ls eine Folge d, gezwungen 3 ebenso einer Bibel, ja, . und Mittelterrichts in [den habe!? eren" Buches Praxis des ns mehr als allen Lebens- (benen Inhalt dieser Hin- ■h Das Ge' igiöse Leben ' durch die igkeit durch den Geber 'en Lob- oder ittgebet au« drd * f auf allen unseren Lebenspfaden und leiht unseren Lippen die "Worte, die unseren jeweiligen Empfindungen entsprechen. Von der Wiege bis zum Grabe, vom Jahresbeginn bis zum Jahresschluss, vom Aufstehen bis zum Niederlegen, von 'dem Momente, da wir als zarte Weltbürger in feierlicher Weise in die Gemeinschaft unseres Stammes aufgenommen werden, bis zu jener ernsten Stunde, da unsere Seele sich nach und nach ihrer sterblichen Hülle entringt, kann dieses herrliche Buch nicht entbehrt werden. Und wenn uns in Stunden der Angst und der Sorge, oder des Glückes und der Freude das unabweisliche Bedürfnis beschleicht, mit dem Allvater droben ein Zwiegespräch zu halten, was ist es da, nach dem unser verlangender Blick zunächst sich umschaut, nach dem unsere zitternde Hand zuerst greift? — Ist es die Bibel? — Nein! Wir erfassen das Gebetbuch, um unser übervolles Herz im Gebet vor Gott auszuschütten! Wenn dem so ist, — und es ist in der That so! — wäre es da nicht unsere heiligste Pflicht, unsere Jugend mit dem ganzen .Inhalte eines so bedeutungsvollen Glaubensbuches vertraut zu machen, damit sie all die Wohlthaten empfinden lerne, die es zu bieten imstande ist? Was frommt es uns, wenn wir des Glaubens Satzungen und Normen kennen, wenn eine flammende Begeisterung unser Herz erglühen lässt und wir mit der Geschichte unserer Vorfahren vertraut sind, — uns jedoch die Gefühlsäusserungen, die in jenem Glauben und in seinen Wahrheiten ihren Ausgar gspunkt haben, fremdartig, unverständlich erscheinen, und die Sprache, in der unsere Väter zum Allvater sich wandten, unseren Ohren fremd klingt? — Wir sind, von diesen Erwägungen ausgehend, wohL bestrebt, unsern Schüler mit einem gewissen Maass von Kenntnissen -aus dem Inhalte des Gebetbuches auszustatten, ja, wir führen ihn sogar zuweilen an die geheiligte Gebetstätte, um ihn mit der Anwendung dieser Gebete vertraut zu machen: wir weisen ihn an, was und wie er zu beten habe. Genügt dies alles aber? Gewiss nicht! Denn das, was wir hier in der Regel berücksichtigen, ist nur ein verschwindend kleiner Teil unserer so gross und weit angelegten Liturgie. Und auch das Gebetbuch, das beim Unterricht verwendet wird, bietet nur einen kleinen Teil dieser Liturgie, für gar viele bedeutungschwere Momente unseres Lebens, für manche Stunde, die wir an den hohen und erhabenen Festen im Gotteshause zubringen, suchen wir in die-em Buche vergebens den Ausdruck für die uns dann bewegenden Gefühle. Wir sind gezwungen, zu einem andern Buche unsere Zuflucht zu nehmen, das wir in unseren Religionsschulen wohl nicht antreffen. Wir wollen und möchten beten, können es aber nicht in rechter Weise, da wir die Sprache, die uns von den Blättern dieses Buches entgegentönt, nicht verstehen, oft selbst dann nicht, wenn wir sie in der Uebersetzung lesen. Denn die Gebetsprache ist eine ganz eigenartige, sie unterscheidet sich von der Bibel nach vielen Seiten hin, und sie enthält Ausdrücke, Redewendungen, Wortbilder u. s.w., die wir in der Bibel vergebens suchen, v\ die Produkte späterer Zeiten sind und nur an der Hand der Geschichte ihre Erläuterung finden können. Tritt da nicht an die Religionsschule gebieterisch die Pflicht heran, diesem Uebelstande nach Möglichkeit entgegenzutreten? Muss sie nicht auf Mittel sinnen, wie die Herzen jenen trauten Tönen zu öffnen sind, die uns in den erhabenen Festgebeten entgegenklingen? Ich glaube, dass fürs erste nur ein einziges Mittel diesem Uebel steuern kann: Die Schule muss bemüht sein, die Zöglinge mit dem Inhalte aller während des ganzen Jahres zu sprechenden Gebete bekannt und vertraut zu machen. Freilich, in der Ursprache werden diese alle wohl schwerlich gelesen werden können. Reicht doch die zur Verfügung stehende Zeit nicht einmal hin, den ganzen Inhalt des Siddur in der Ursprache zu behandeln. Nun, so gehe man daran und lese mit dem Schüler, zunächst in der Oberklasse, all dasjenige, was in der Ursprache nicht behandelt werden kann, in einer guten Uebersetzung: man führe das „Gebetlesen" ein und widme demselben wöchentlich eine Stunde. Welch weites Feld bietet sich da für die Thätigkeit des Religionslehrers, indem alle anderen Fächer Berücksichtigung finden können. Das ,,Gebetlesen" gestattet Ausblicke in die biblische, wie auch nachbiblische Geschichte, eröffnet einen nie versiegenden Quell mannigfacher, erhabener Religionslehren und -Wahrheiten und macht nach und nach mit der eigenartigen Gebetsprache, die meistens auch in der Uebersetzung zur Geltung kommt, bekannt. Zu dem wird der Schüler mit der Liturgie vertraut; er wird nicht an den hohen Festtagen ratlos stehen, wird wissen, was er zu beten hat, und wenn dieses Beten fürs erste auch nur in der Uebersetzung geschieht. Man wende nicht ein, dass hierdurch der Sinn für die Ursprache abgeschwächt, ein heiliges, von den Vätern überkommenes Erbgut vernachlässigt und beeinträchtigt werde. Nein, das soll und wird gewiss nicht geschehen. Im Gegenteil, es wird dadurch gerade ein Ansporn gegeben, sich der Ursprache wieder zuzuwenden. Zumeist betet man heute darum nicht, weil man die Ursprache nicht versteht, die Liturgie fremd und selbst die Uebersetzung zum grössten Teile unklar und unverständlich ist. Vermögen wir durch das Gebetlesen in der Uebersetzung neue Liebe zu der alten Gebetsprache zu wecken und reger zu erhalten, — wir retten dann wenigstens jene Freudigkeit, mit der man sonst im Gebete zu Gott sich wandte! Die Erfindung des Wechsels. Von Rabbiner Dr. M. Aschkaiiaze, Strassburg i. E„ In Ihrer gesch. Zeitung Nr. 33 (vor. Jahres) bringen Sie aus den Beiträgen zur jüdischen Altertumskunde von Leopold Low die Abstreitung der Erfindung des Wechsels durch die Juden. Es heisst darin zunächst: ,,Da die Juden zu wiederholtenmalen aus Frankreich vertrieben wurden — unter Philipp August im Jahre 1181, unter Philipp dem Schönen 1306 — so lautet die Nachricht schon in chronologischer Rücksicht zu unbestimmt, um auf geschichtliche Glaubwürdigkeit Anspruch zu machen". Hier sind vor allem einige Ungenauig- "-^-t'iSfei ■ ■ . H B^^^H MBSSm mt w*«

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