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Jüdische Nachrichten · 1939-03-02 · 9 (2.3.1939) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Nachrichten
Volume
9 (1939)
Issue
9 (2.3.1939)
Date
1939-03-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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2. März 1939 JUDISCHE NACHRICHTEN 7 BE Ü ICHXE KALENDER SCHABOS SOCHOJR, PARSCH. TEZAWE, ADAR 13. Sonntag, Purim. Montag, Schuschan-Purim. Lichtzünden (in Bratislava) . 5.25 rctt?-Ausgang.....6.15 patr nxnp jssT *jid ... 8.30 pmn nytra p^an nmn . . 5.35 Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisungen sind an die Adresse der Bratislavaer Redaktion : Bratislava, Grössling 12. zu richten. — Der Wiener Oberrabbiner Fürst in London eingetroffen. London. Das Haupt der Orthodoxie in Oesterreich Oberrabbiner J. Fürst, der mit 83 Jahren der älteste Rabbiner Europas ist, war Zeuge der Zerstörung der Schüffschül in November v. J. gewesen, an der er 42 Jahre lang gewirkt hat. Bei seiner Ankunft in London wurde Rabbi Fürst, der u. a. Vizepräsident des Rabbinischen Rates der Weltorganisation Agudas Jisroel ist, von dem Aguda-Präsidenten Dr. J. Rosenheim und zahlreichen anderen Führern der Orthodoxie in England empfangen. Die Palästinaregierung hat dem greisen Rabbiner ein Sonder-Zertifikat zur Verfügung gestellt. — „Journal de Geneve" verlangt Erfüllung des Natioalheim-Versprechens. Genf. In seiner Ausgabe vom 21. Februar befasst sich „Journal de Geneve" in einem Leitartikel mit den Londoner Palästinabesprechungen und schreibt, es wäre tief bedauerlich, würde man im gegenwärtigen Zeitpunkt Palästina den Juden verschliessen. Palästina sei den Juden als Nationalheim versprochen worden, dieses Versprechen müsse getreulich erfüllt werden. . — 132 Nachkommen geben ihrer 123 jährigen Ahne das letzte Geleite. Warschau. Im Alter von 123 Jahren verstarb in Warschau Frau Ester Finkelstein aus Radzimin. 132 Kinder, Enkel, Ur- und Urenkel gaben ihr das letzte Geleit. Als der Sarg mit den sterblichen Resten in Radzimin zur Bestallung eintraf, wurde der Kondukt von der gesamten jüdischen Bevölkerung empfangen. Unter den Leidtragenden befand sich die 116 jährige Freundin der Verstorbenen, Frau Sara Sabbatsohn. — Autentische Enhüllung über den Mc Mahon Brief. Golonel Charles E. Vickery, der in den Jahren 1919,1920 britischer Agent bei dem verstorbenen König Hussein vom Hedschas in Jeddah war, erklärt in einer Zuschrift an die „Times" über den Inhalt der Ma Mahon- Korrespondenz u. a.: Ich habe den Brief sehr akademischen Arabischen und hatte am Rand keine englische Uebersetzung. Aus dem Brief ging ganz eindeutig hervor, dass Palästina in den dem König gemachten Vorschlägen nicht enthalten war. Ich bin in der Lage, ganz entschieden zu erklären, dass sich die Forderungen des Königs in ihrer Gänze auf Syrien und ausschliesslich auf Syrien bezogen haben. Mit allem Nachdruck hat er erklärt, dass ihn Palästina überhaupt nicht interessiert und dass er weder für sich selbst noch für seine Nachfolger die Herschaft über dieses Land haben möchte. — 500 jüdische Milizionäre an der französisch-spanischen Grenze. Paris. Hania Schwarz, Mitglied des Jüdischen Hilfskomitees für die spanischen Flüchtlinge, berichtet in der Pariser jiddischen Tageszeitung „Naje Presse", dass ausser den mehr als 300 jüdischen Barcelona-Flüchtlingen die in Lagern bei Perpignan untergebracht sind, es mehr als 500 jüdische Mitglieder der spanischen Milizen gibt, die zusammen mit polnischen und anderen Miliziionären am offenen Seestrand bei Kälte und Sandsturm kapieren müssen, weil für die Milizionäre noch keine Unterkunftsmöglichkeit geschaffen werden konnte. — Australischer Emigrations-Kommissar naeh London. Melbourne. Der australische Inneminister gab bekannt, dass ein höherer Beamter seines Ministeriums, nach London entsandt wird, um eine bessere Organisation der Emigrstionsangelegenheiten durchzuführen. Das Australia-House in London wird künftig autorisiert, zwischen den Bewerbern um eine Einreise in Australien eine erste Auswahl zu treffen. — Rumänien lässt militärpflichtigen Juden nicht auswandern. London. „Daily Telegraph" meldet aus Bukarest, dass der rumänische Generalstab die Regierung aufgefordert hat, Massregeln zur Verhinderung der Auswanderung von Juden im militärpflichtigen Alter zu treffen. Die militärischen Autoritäten bewerten hoch das jüdische Element im Militärwesen. Bis jetzt hatte die rumänische Regierung die Auswanderung grade junger Juden begünstigt. — Oberst Beck über jüdische Auswanderung. London. „News Ghronicle" erfährt, daß der polnische Aussenminister Oberst Beck, dessen Besuch in London Anfang März erwartet wird, mit den englischen Staatsmännern neben anderen politischen und finanziellen Problemen auch das Problem der jüdischen Auswanderung aus Polen erörtern wird. — Eine jüdische Abordnung beim jugoslavischen Justizminister. Beograd. Eine jüdische Delegation wurde vom neuen Justizminister Ruzic empfangen und überbrachte ihm die Glückwünsche der jugoslavischen Juden. Der Minister erklärte im Verlauf des Gespräches, er werde alle Bürger ohne Unterschied des Glaubens vollkommen gleich behandeln; eine Judenfrage existiert in Jugoslavien nicht. — Litauischer Landwirtschaftsminister verdammt antijüdische Agitationen. Kaunas. Der litauische Landwirtschaftsminisler Skaisgirys wandte sich in einer Rede auf dem Kongress der Vereinigung der Kaufleute sehr scharf gegen die antisemitische Agitation in Litauen, insbesonder gegen die antijüdische Boykott-Kampagne. Die Regierung, sagte der Minister, wird nicht erlauben, dass man die Juden aus dem Handel ausstösst. Nur eine saubere und in den Bahnen des Gesetzes sich bewegende Geschäftskonkurrenz wird gestattet werden. — Keine Festsetzung einer Flüchtlingseinwanderungsquote in England. Im englischen Unterhaus erklärte der parlamentarische Sekretär im Home Office Geoffrey Lloyd auf eine Anfrage von Abg. Stewart Russell, die Zahl der Flüchtlinge, die in einem so hoch industrialisiertem Lande wie England absorbiert werden können, sei begrenzt; es wäre undurchführbar und unerwünscht, von vornherein eine bestimmte Quote festzusetzen, besser sei es, die Fälle einzeln zu prüfen. Abg. Russell : dürfen diese Personen in England Posten annehmen? Geoffrey Lloyd : Das hängt von den Umständen in den einzelnen Fällen. — Judenverfolgungen vermindern den Export. Warschau. Der Budget-Referent des Landwirtschaftsminisieriums teilte im Sejm mit, dass der Export von Bauholz aus Polen infolge der Judenverfolgungen in Danzig um 30 Proz. gesunken sei, und begründete diese Tatsache damit, dass eine Anzahl jüdischer Exporthäuser in den Freien Stadt, die sich mit dem Export von polnischen Bauholz beschäftigten, von den Danziger Behörden zur Liquidation gezwungen worden seien. Der Zusammenbruch der jüdischen Exporthäuser in Danzig sei für den polnischen Bauholzexport von „katastrophaler Wirkung". — Wieder 122 jüdische Kinder in England eingetroffen. London. Am Mittwoch, 22. traf ein neuer Transport mit 122 jüdischen Flüchtlingskindern aus Wien in Warwich ein; sie werden in Familien untergebracht werden. Insgesamt sind bisher 3500 Flüchtlingskinder nach England gebracht worden. — Kaunas. Die litauischen Tierärzte-Vereinigung nahm auf ihrem soeben abgehaltenen Kongress eine Resolution an, in der das Verbot der rituellen Schlachtung in Litauen gefordert wird. FÄMIIIEN A>ZEr<rER. Jolanka Ehrenthal Heinrich Apt Nitra Nitra Verlobte. Die Chawüras Talmidim Gafanta gratuliert herzlichst Herrn Chaim Aptr Nitra anlässlich seiner Verlobung. ny>t3"iB ny-ra Dipoa Sparer bm^w sa*n£ -ibKnana on» d^iuö f*nw aiwiß ♦»"ännn -hk «mro .n*s man *naaS Naa n^tö Naa nnaaa D'jpt aytoa löpiD «nn iKisam aSsibn sin »vi nmb^a xaiD wö^d v': :ns?a:yt*n toö n"iö f sc ^bzib p"pi Ya*6 nnaarc '^aban NTp1 i&bbi Ti&bb vra p^aa^ ntpa minn jrm "rr m tiniwi ••Töbnb '•nk-ö nmbi -mah föju aaa naxa n srnpn ira-n man •njn paSi nitDöb \b 'vr »r-pöbn nnbaem ptb to"!f inpia *?sn 'üb nbvüb mp aanm maoasna .bvity nrcö m-nxe sas aat — Neuregelung der Emigratioskontrolle in der Schweiz. Basel. Das Polizeidepartment des Kantons St. Gallen erlässt auf Grund einer Ermächtigung durch die Regierung eine Verfügung, die besagt, dass sich alle im Kanton aufhaltenden Emigranten innerhalb sieben Tagen um eine provisorische Aufenthaltsbewilligung zu bewerben haben. Neu zureisende Emigranten haben sich innerhalb 24 Stunden bei der Polizei zu melden, die über das weitere Verbleiben den Entscheid trifft. Illegal eingereiste Emigranten werden unverzüglich wieder an die Grenze gestellt. Jeder legal eingereiste Emigrant erhält nach erfolgter Anmeldung und Gewährung der provisorischen Aufenthaltsbewilligung einen polizeilichen Ausweis und hat sich einmal im Monat zu melden. Den Emigranten ist jegliche Erwerbstätigkeit verboten. Nichtbeachtung der Verfügungen hat sofortige Abschaffung zur Folge. — Die Pessachaktion der rumänischen Orthodoxie für die deutschen Juden. Es ist sehr lobenswert, dass in Oradea-Mare bereits jetzt eine grossangelegte Aktion eingeleitet wurde, die es ermöglichen soll, die verschiedenartigsten Lebensmitteln an unsere unglücklichen Brüder nach Deutschland — insbesondere nach Wien — zu versenden. Schon während des ganzen Jahres wurden Fleischkonserven als Liebesgaben an diese Elenden geliefert. Aber zu Pesach snll diese Aktion etwas groszügiger und nicht bloss mit Fleischkonzerven sondern mit allen nötigen Lebensmitteln durchgeführt werden. Die Leitung der orthodoxen Gemeinde in Oradea Mare wendet sich an alle orth. Gemetnden Rumäniers, diese wichtige und soziale Arbeit im ganzen Lande durchzuführen. (Es wäre wünschenswert und auch sehr wichtig, dass die Juden unseres Landes eine ähnliche Pessachaktion in die Wege leiten mögen. George Rublee optimistisch. Bei seiner Ankunft in New York erklärte der gewesene Direktor des Interstaatlichen Komittes George Rublee, er sei überzeugt, daß der zwischen ihm und den deutschen Reichsbehörden verhandelte Plan der jüdischen Auswanderung aus Deutschland eine „grosse Linderung" der Not zur folge hahen werde. Der Plan sehe die Auswanderung von 150.000 Juden innerhalb 5 Jahre vor, die Spesen der Auswanderung würden mindestens 1.000 Dollar pro Kopf betragen.

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