Jüdische Nachrichten
- Journal
- Jüdische Nachrichten
- Volume
- 9 (1939)
- Issue
- 7 (16.2.1939)
- Date
- 1939-02-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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16. Februar. 1939. JÜDISCHE NACHRICHTEN 7 33 IE JBL I CHX JE KALENDER SCHABOS Schekolim, Parsches Mischpotim n"1-Bentschen. n'""l Sonnlag Montag. Lichtzünden (in Bratislava) . 5.05 HDvT-Ausgang.....5.55 nxnp pt *]id ... 8.45 pmn nptrs pban nmn . . 5.55 Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisungen sind an die Adresse der Bratislavaer Redaktion : Bratislava, Grössling 12. zu richten. — Senec. Die Chewra Kadischa in Senec ersucht uns folgende Mitteilung zu veröffentlichen : In Ceklys (Gseklesz) wurde den 29. Jänner 1939 ein erfrorener Mann aufgefunden. Die weiteren Nachprüfungen ergaben, dass die Leiche mit Sigmund Pollak, der 57 Jahre alt. staatenlos, und dessen Geburts- und Wohnort unbekannt ist, identisch ist. Das Begräbnis des Erlronenen fand am 2. Februar in Senec statt. — Schass-Chewra-Fest in Kosice. Sonntag, feierte die Kaschauer Schass-Chewra ihren alljährlichen Schass-Sijum. Oberrabbiner Salamon Brach hielt eine zündende Ansprache, in der er auf die unerschütterliche Kraft der Thora hinwies. Der Allmächtige erwarte nur eine wahre Rückkehr Jisroels und seine Hilfe wird sodann nicht ausbleiben. — Die Folgen des Schächtverbotes in Ungarn. Der Budapester Fleischhauer und Selcherverein hielt seine alljährliche Sitzung ab. Es wurde konstatiert, dass der Konsum mit 10 Proz. gesunken ist und dass mehr als 10 Proz. der Heichhauer ihr Gewerbe zurückgeben haben. Dies alles lässt sich auf das Schächtverbot zurückführen. — Der Weg der Osterreichischen Juden nach Palästina. Sonntag früh fuhren 154 österreichische Emigranten durch Budapest nach Palästina. In Grosswardein und Klausenburg halte sie eine grosse jüdische Gesellschaft erwartet und sie mit allem Besten bewirtet — was nur möglich war, gaben die rumänischen Juden diesen armen Emigranten, die vor kurzem Dachau verliessen, auf dem Wege nach Konstanza mit. In Konstanza bestiegen sie das Schiff, das sie nach Palästina führen wird. — Ein Werk von R. Hilel-Kolomea neu erschienen. Das Werk „Maskil el Dal" ist in dem Verlag Israel Weinberger, Nitra vor kurzem neu erschienen. Der Name „Hilel-Kolomea" besagt soviel, dass wir es wirklich nicht nötig haben, für seine Werke Propaganda zu machen. In dem Vorwort wird eine Äusserung von R. Hilel Kolomea gebracht, die wir gerne widergeben. Vor seinem Tode erklärte er ungefähr folgendes : „Ich habe meine Werke mit eigenst dazu verfertigter Tinte geschrieben. Statt des Wassers diente mir oft das Sekret meiner Tränendrüsen, die in unserer Golusperiode reichlich beschäftigt waren". Ein solches Werk von einem solchen Mann, unter solchen Bedingungen geschrieben, verdient verbreitet zu werden. Das Werk ist beim Verleger Israel Weinberger, Nitra, Na Vrsku 4 zu haben. — Die Haffkine-StüTtnng zugunsten der Jeschiwoth. Lausanne. Anlässlich der Jahressitzung des Kuratoriums der Haffkine-Stifftung, die in diesen Tagen in Lausanna stattgefunden hat, erschien ein ausführlicher Tätigkeitsbericht in englischer Rprache, der eine Lebensschilderung Professor Waldemar Haffkines bringt. Die Haffkine-Stiftung hat von 1931 bis 1938 unter die Jeschiwoth in Lituuen, Lettland, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei 12.375 Pfund verteilt. Geschäftsführender Sekretär ist Dr. Mark Wischnitzer c/o American Joint Distribution Committee, 19, rue de Teheran, Paris 8e. — Die Verwendung der britischen Anleihe für die Emigranten in der CSR. Prag. Im Auftrage der britischen Regierung wird das Mitglied der seinerzeit in der Cechoslovakei tätig gewesenen Runciman-Mission, Mr. Stapford, die Kontrolle über die Verwendung eines Teiles der britischen Anleihe für die Emigranten ausüben. 200 Pfund (d. s. 30.000 K.) werden weniger bemittelten Auswanderern ohne Abzug zum offiziellen Kurs zugeteilt werden. Bei grösserer Zuteilung kommen Gebühren bis ca. 30 Proz. in Betracht. Die so gewonnenen Gelder werden mittellosen Emigranten zugeteilt werden. Die Gelder selbst werden in London bleiben und den Emigranten dort gegen einen Scheck und auf Nachweis des in Prag bezahlten Bargeldes hin ausgezahlt werden. — Ende April oder Anfang Mai findet Prozess Hersehl Grynszpan statt. Paris. Es verlautet, dass der Prozess gegen den jugendlichen Herschel Grynszpan, welcher das tödliche Attentat gegen den Botschaftssekretär Ernst vom Rath im Gebäude der Pariser deutschen Botschaft verübt hat, Schon Ende April oder Anfang Mai 1939 stattfinden wird. Am Montag, 6. Februar, nachmittags, wurde Herschel Grynszpan wiederum einem eingehenden Verhör durch den Untersuchungsrichter unierzogen. Juristisch steht bereits fest, dass Herschel keinen Mithelfer oder Mitwisser gehabt hat, die Frage jedoch, ob der Akt als „spontaner" oder ein „überlegter" anzusehen sei, befindet sich noch im Stadium der Prüfung. — 1100 Flüchtlingein Rotterdam. Amsterdam. Die Zahl der Flüchtlinge, die zurzeit in den Flüchtlingslagern in Rotterdam bezw. in der Nähe Rotterdams untergebracht sind, beträgt etwa 1100. Von diesen befinden sich 275 im Hoock-Lager, 240 in Hellevoetsluis, einer alten Seestadt, 275 in der Emigrantenherberge der Holland-Amerika-Linie in Rotterdam und 340 in der Quarantäne von Rotterdam. — Ausschluss der Juden in Polen vom Handel mit Monopolwaren. Paris, die Handelskommission des polnischen Sejm nahm einen Antrag der Regierungspartei an, laut welchem Juden verboten ist, mit vom polnischen Staatsmonopol hergestellten Waren zu handeln. Das jüdische Milglied der Kommission protestierte gegen den Antrag, der der polnischen Verfassung diametral entgegengesetzt ist. — Erste Hilfe den jüdischen Barcelona- Flüchtlinge. Paris. Unter den Zehntausenden Flüchtlingen, die sich in einem nicht zu beschreibenden Elendszug von Barcelona her über die verschneiten Pyrenäen nach der französischen Grenze zu bewegen, befinden sich zahlreiche arme bzw. vollkommen verarmte Juden, Männer, Frauen und Kinder, von denen eine Anzahl bereits in der französischen Grenzstadt Perpignan eingetroffen ist. Aus Paris begab sich eine jüdische Delegation nach Perpignan, um den jüdischen Flüchtlingen erste Hilfe zu bringen. — Das Werk von „Jeas" in Polen. Warschau. Die jüdische Auswanderungsgesellschaft JEAS in Polen (Töchtergesellschaft von HIGEM) veröffentlichte soeben den Tätigkeitsbericht für das Jahr 1938, dem u. a. zu entnehmen ist. Im Berichtsjahre erwirkte JEAS unentgeltliche Auslandspässe für 4550 Personen. 3673 Emigranten wurden durch JEAS befördert, davon 80 aus dem Lager Zbaszyn (weitere 50 Vertriebene in Zbaszyn wurden im Januar 1939 von Jeas nach Palästina und Uebersee befördert). Im Jahre 1938 wurden durch Jeas 1690 Schiffskarten für Emigranten beschafft. Etwa 200.000 Zloty aus dem Hicem-Fonds wandte Jeas zu Zwecken der Wiedervereinigung getrennter Familienangehöriger, der Bestreitung von Reisekosten deutscher Flüchtlinge, der Jugendalija nach Palästina, der Ausbildung von Ghaluzim u. a. v. auf. hn Berichtsjahre erhielten die Jeas-Büros 77.544 Besuche von Emigranten. 82.631 Briefe liefen ein, 109.320 Briefe wurden von Jeas abgeschickt. — Italienische Armee und Flotte werden Judenrein. Rom. Das „Amtsblatt des Königreiches Italien" veröffentlichte am Montag, 6. Februar, eine Verordnung, durch die alle jüdischen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftspersonen de? Landheeres, der Flotte, der Luftstreitkräfte, der Finanzwache und der freiwilligen Militz mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1939 ab unter Gewährung der ihnen gegebenenfalls zustehenden Abfindungen, Pensionen usw. entlassen werden. nvBTB nynin opea nyrrnitf bwz d^bn btnw njysin n •» 11 ä b b n n wntortfj) p"p"i To« b"i i9n spr mis niJün arm na D^IUÖ n jnpajjmn itoö ma D^pt Dptos iöjmd iraatp "»twbfcn tvrp* Nn^ö xntD wö^d ntpa rrnnn jrna '\t )"t •nbmb p*pi rmb "wo nwyb) -iiüpS ibbb) ivzbb rra pfoö*i n trnpn irrrn man «in um^'H *Tsbrb 'vr 'VYttbn nnbscpD |öw 2ns nöxa mn nbybb mp aarim paSi mtaab *b vuw rroDDp-ia path b'sc xwü *?sn 'üb m-pjcn mann dbo nenn öwi rrcnnnirinn dps pm pnr pKüwiä an sjb'p nma« 2"£3 Susnjnn 'xxron 31 — Statt jeder separaten Mitteilung. — MOR SCHREIBER UND FRAU, STASY SMOKOVEC erlauben sich hiermit alle Freunde, Bekannte und P. T. Gäste zur Trauung ihrer Kinder KÄTHE und ERICH welche rv'p Dienstag, den 21. Februar 1939 nachmittags 3 Uhr in Stary Smokovec (Pension Schreiber) stattfinden wird höfl. einzuladen. Telagr.-Adr.: Schreiber, Stayy-Smokovec. — MTimes"-Meldung über einen Paraguay- Siedlungsplan. London. Den „Times" wird aus Assuncion, der Hauptstadt von Paraguay, gemeldet, dass eine Gruppe amerikanischer Bankiers dem paraguayischen Finanzministerium einen Plan unterbreitet hat, der die Ansiedlung von etwa 3000 jüdischen Flüchtlingen auf einem geschlossenen Territorium Paraguays vorsieht; als Entgeld wird Paraguay eine Anleihe von drei Millionen Dollar geboten. Die paraguayische Regierung soll gemäss dem Plan den Neusiedlern eine Konzession auf 150.000 Hektar für Landwirtschaft und Aufforstung geeigneten Boden für eine Periode von 25 Jahren einräumen. — Eine Aklion amerikanisch-jüdischer Ungarn. New York. Der aus Ungarn stammende jüdische Bankier Alexander Kremer (New York Gyty, Beaver Street 44) hat eine Aktion in die Wege geleitet, um die Kinder jüdischer Ungarn, die in der alten Heimat wegen des Judengesetze aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen werden, nach Amerika zu bringen, wo sie von hier lebenden ungarischen Juden adoptiert werden sollen. In allen grösseren Städten der USA werden Lokalgruppen gebildet, die sich mit der Verwirklichung dieses Planes befassen. Mehrere tausend Kinder sollen auf diese Weise aus Ungarn nach Amerika gebracht werden. — Schwedisches Gericht entscheidet zu Gunsten eines jüd. Flichllings. Stockholm. Dieser Tage wurde vor dem Amtsgericht in Boras der folgende Fall verhandelt. Ein deutschjüdischer Malz-Kaufmann hatte eine Forderung an eine schwedische Brauerei. Er war im November 1938 gezwungen gewesen, aus Deutschland zu flüchten und hält sich jetzt in London auf. Die deutschen Behörden setzten den früheren Prokuristen der Firma zum Leiter ein. Nun hat der jüdische Inhaber seine Forderung eingeklagt. Das schwedische Amtsgericht entschied, dass das Geld an den Inhaber auszahlbar sei. — Attentat auf die Synagoge in Königgrätz. Königgrätz. Während des Freitagabendg-ttesdienstes in der Synagoge von Königrätz, Böhmen, wurde in einem Winkel eine Bombe entdeckt, die noch vor der Explosion unschädlich gemacht werden konnte, wodurch unabsehbahres Unglück verhütet wurde. Kurz darauf explodierte im Laden des jüdischen Kaufmanns Taussig eine Bombe, die grossen Sachschaden anrichtete. Die Polizei führt eine strenge Untersuchung durch.