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Jüdische Nachrichten · 1939-01-26 · 4 (26.1.1939) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Nachrichten
Volume
9 (1939)
Issue
4 (26.1.1939)
Date
1939-01-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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25. Januar. 1939. JUDISCHE NACHRICHTEN 7 BERICHTE KALENDER SCHABOS BOJ, SCHEVAT 8. Lichtzünden (in Bratislava) . 4.40 nZ'vi'-Ausgang . . . . . 5.30 vzv rmnp |öt *]1D ... 8.55 pmn nsr^'- pban nn:n . . 6.20 Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisungen sind an die Adresse der Brtislavaer Redaktion : Bratislava, Grössling 12. zu richten. — Flüchllingskommissär Emerson's Bemühungen zugunsten der tschecho-slovakischen Emigranten. Prag. Der Völkerbundshochkommissar für die Flüchlinge Sir Herbert Emerson äusserte sich vor seiner Abreise aus Prag über die Ergebnisse seiner Untersuchungen des Flüchtlingsproblem in der tschechoslovakischen Haupstadt, sowie über seine nächsten Pläne im Zusammenhang mit dieser Frage wie folgt : Ich weilte in der letzten Woche in Prag, um der tschech.-slov. Regierung meine Mithilfe in Bezug auf die Flüchtlinge, welche das Gebiet der GSR. verlassen müssen, anzubieten. Ich konnte feststellen, dass im Augenblick keine direkte Gefahr besteht, dass die Flüchtlinge zurückgeschickt werden könnten; nichtdestoweniger wäre es im Interesse aller Beteiligten gelegen, dass die Flüchtlinge so rasch wie möglich die GSR. verlassen. In dieser Richtung will ich in der kommenden Woche in Genf und Ende der übernächsten Woche — nach meiner Rückkehr nach England — in London alle meine Anstrengungen konzentrieren. — Der Mufti bläst Terrortätigkeit ab? Jerusalem. In arabischen Kreisen sind Gerüchte im Umlauf, dass der Jerusalemer Ex-Mufti beschlossen habe, die arabische Terrortätigkeit in Palästina noch im Laufe dieser Woche abzublasen, um eine günstige Atmosphäre für die bevorstehende Londoner Palästina-Konferenz zu schaffen. — Ausnahmezustand in der Altstadt Jerusalem. Der Militärkommandant des Jerusalemer Distrikts hat im Zusammenhang mit dem Streik, den die Araber in Jerusalem als Protest gegen die Hinrichtung der sechs im Hebroner Distrikt gefangenen und vom Jerusalemer Militärgericht zum Tode verurteilten arabischen Terroristen proklamiert hatten, über die Jerusalemer Altstadt für die Dauer von 24 Stunden Ausnahmezustand verhängt. Ausgenommen von dieser Massnahme sind das jüdische und das armenische Viertel der Altstadt. Am Sonnabend führten die britischen Truppen im ganzen Lande intensive Operationen durch; zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt und eine Anzahl verdächtige Araber verhaftet. — Auswanderungsdrang in Deutschland dauert an. United Press meldet aus Berlin: In den letzten Tagen war wieder ein erhöhter Andrang jüdischer Gesuchsteller vor den Konsulaten Englands und Amerikas zu bemerken. Zahlreiche Juden befürchten, von neuem verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht zu werden, wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Tage ihr Versprechen, auszuwandern, eingelöst haben. Von Seiten der ausländischen Konsulate ist man mehr und mehr zurückhaltend, auch in der Gewährung von Durchgangsvisen, da die Aufnahmewilligkeit der betreffenden Länder, was die jüdischen Flüchtlinge betriffft, erschöpft ist. — Nove Mesto n. V. Sonntag den 15. d. fand hier die Neuwahl des Vorstandes der auth. orth. isr. Kultusgemeinde statt. Gewählt wurden zum Präses Herr Josef Lichtenberg, zum Vieepräses Herr Alexander Fischer, zum Kassier LIerr Alexander Bernfeld, zum Schriftführer Herr Josef Klein. — 500 jüdische Flüchtlinge auf dem Wege nach Paraguay. Montevideo. Das uruguayische Kabinett hatte sich in speziellen Sitzungen am 16. und 17. Januar mit der tragischen Lage von 500 jüdischen Deutschland- Flüchtlingen zu befassen, die in Montevideo eingetroffen waren, um sich von da weiter nach Paraguay zu begeben, die aber die Reise hier unterbrechen mussten, weil die Regierung Paraguays überraschenderweise verfügt hat, dass die von den paraguayischen Konsulaten in Europa seit November 1938 ausgegebenen Visa ungültig seien und dass alle diejenigen Personen, die nach Paraguay kommen wollen, vorher eine Erlaubnis direkt bei der Regierung einsuholen haben, 200 bereits im Dezember 1938 in Montevideo, der Hauptstadi von Uruguay, eingetroffene Flüchtlinge wurden, weil sie nicht weiter nach Paraguay reisen können, in Haft genommen. Ueber das Schicksal der am 14. Januar 1939 in Montevideo eingetroffenen weiteren 300 Paraguay-Wanderer ist eine Entscheidung noch nicht gefallen. Sie sind vorläufig in Hotels und Privathäusern untergebracht. — Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Verhandlungen. Warschau. Ein hoher Beamter der polnischen Regierung hat sich nach Berlin begeben, um dortselbst wegen Wiederaufnahme der polnisch-deutschen Verhandlungen über das Schicksal der in Deutschland lebenden polnischen Juden sowie über die Vertriebenen in Zbaszyn Fühlung zu nehmen. Es verlautet, dass die in der Vorwoche plötzlich abgebrochenen Varhandlungee in Berlin demnächst wieder aufgenommen werden sollen. — Frau Roosevelt fordert die Zulassung jüdischer Flüchtlinge in Länder, die normales Klima besitzt. Washington. Die Gattin des amerikanischen Staatspräsidenten, Mrs. Franklin Roosevelt, erklärte auf einer Pressekonferenz, es sei unsinnig, jüdische Flüchtlinge in Territorien zu bringen, die für Angehörige der weissen Rasse ungeeignet sind. Man müsse die Flüchtlinge in ein Land bringen, in welchem Weisse existieren können, d. h. in ein für Landwirtschaft geeignetes, fruchtbares Land mit gemässigtem Klima und einem entsprechend kontrollierten u. verzweigten Gesundheitsdienst. — Vorläufige Einstellung der Kindertransporte nach England. Paris. United Press meldet aus Berlin : In der nächsten Zeit werden keine Transporte jüdischer Kinder nach England vor sich gehen, weil das Flüchtlingslager in Harwich überfüllt ist. Nur solche Kinder werden nach England gebracht werden können, deren Unterbringung in einer englischen Familie gesichert ist. Die Leiter des Lagers in Harwich hoffen jedoch, die bestehenden Schwierigkeiten überwinden zu können. — Jüdische Flüchtlinge wandern nach französisch-Guyana aus. Paris „Am 10. Februar werden sich in Saint Nazaire zehn Juden aus Deutschland-Oesterreich nach Französisch- Guyana einschiffen. Am 10. März werden ihnen weitere zehn und am 10. April wieder weitere zehn jüdische Flüchtlinge folgen. Falls das Experiment sich als erfolgreich erweisen wird, wird man es erweitern. Diejenigen, die dieses Unternehmen finanzieren, wollen vom französischen Staate nichts anderes als die Erlaubnis, zu seinem eigenen Vorteil ein Territorium zu erschliessen, dass zu den reichsten der Welt gehört, wenn es auch heute das zweifellos vernachlässigste im französischen Reich ist, Guyana ohne Menschenhände ist ein totes Land. Jetzt bieten sich jüdische Hände an. Kolonienminister Georges Mandel hat ohne Zögern seine prinzipielle Zustimmung gegeben. Frankreich hat hier nichts zu verlieren. Dagegen bietet sich ihm die Chance, endlich ein entwickeltes Guyana zu gewinnen. Unter den ersten 30 Auswanderern befinden sich Chemiker, Ingenieure, Agronomen, Forslsachverständige und Spezialisten für die Konservierung von Lebensmitteln. Man hat diese Juden darauf aufmerksam gemacht, dass das Klima in Guyana für Europäer schwer zu ertragen ist. Sie erwiderten, sie würden das Land entsumpfen; diejenigen von ihnen, die dort ihr Leben lassen würden, würden in dem Bewusstsein sterben, Berufsumschichtung für Auswanderer. Kurse für Männer: Automechanik, Bauschlosser, Maschienenschlosser, Elektromechanik, Installation, Tischler, Schuhmacher, Feinmechanik, Lackierer u. Anstreicher, Buchbinder, Maurer, Schneider, Landwirtschaft und Gärtnär. Kurse für Frauen: Friseurkurs, Kosmetik, Kochkurs, Zuckerbäcker, Diätkurs, Maschienenstricken, Handschuherzeugung, Corsetterzeugung u. a. Beratung und Anmeldung täglich ausser Samstag und Sonntag von 9—12, und 15—18 Uhr in Bratislava, Venturgasse 3/III. St. »:rnxn 'p-v^ mp bnp 15-939. ♦.TD!püinJD b &♦ D 1 D trsnn'tffc ö"nn nnanm nbnpn mbnan "■töpöö 'k mbyn ö'-wös piaan b'ft npan nmn* mö unmöD rm-inn nn-rn bw -pnn (pur-na npD) rtsn •»"Tjjnp'i wvn -iwdbkSp jetti -vh nmwnm njrjxn iök vby m&b im« onr npan : pöiron dis ib dwöi rrp ♦Tip ravnb spv kti ratiwrirß to"mn *nxi ,x ai'Hiie tfcrwi rnv bnp bo db>3 'SpXTJJW E"n IDlDXJDDnj KT1.T b&V2& ^yb basn >™ .wa : rwnp mann o^a . naiotirobn *nr bxnip , x'v: tDvnn np'o mann atpa tniwö n*Dnn ct^a ttNO'O'lKÖK'w flpÖW -imJKb ,T#Ö D.T-DK ♦pptDttf p,TM dass sie als freie Menschen in freiem Lande eine Aufgabe erfüllt haben, für die es sich lohnt, ihr Leben herzugeben. — Jüdische Flieger in Palästina, Jerusalem. Die ersten sieben Flugschüler haben die Fliegerschule in Lydda mit gutem Erfolge absolviert; es begann ein neuer Kurs für 15 Schüler. Aus Amerika treffen in diesen Tagen zwei Schul-Aeroplane ein. In Jerusalem wurde ein jüdischer Fliegerklub gegründet, dem 60 Mitglieder angehören, die sich alle dem Flugsport widmen wollen. _ Die Regierung gibt 500.000 Pfund für Auswanderung frei. Die cechische Regierung hat für die Auswanderung von 5000 jüdischen Flüchtlingen, vorwiegend aus dem abgetretenen Sudetengebiet, nach Kanada eine Summe von 500.000 Pfund freigegeben. Die Flüchtlingsfürsorge, macht keinen Unterschied zwischen Rassen und Nationen und beobachtet den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Flüchtlinge. Die bewilligten 500.000 Pf. sollen auf dem Wege des Warentransfers mitgenommen werden dürfen. — Anträge im Prager Stadthaus. Prag. Im Prager Stadtverordnetenkollegium stellte der Vertreter der Rechtsradikale den Antrag, dass den Juden, denen das Recht auf Option zusteht, die csl. Staatsbürgerschaft nicht gewährt und die Ausübung eines Gewerbes nicht gestattet werde. Primator Dr. Zenkl liess eine Debatte über diesen Antrag nicht zu und erklärte, dass über die Gewährung der Staatsbürgerschaft nur die politische Landesbehörde und über die Bewilligung der Ausübung eines Gewerbes ausschliesslich der Magistrat zu entscheiden habe. _ Eine italienische Äusserung zur Flüchtlingsfrage. Rom. In einer am Sonntag Abend veröffentlichten Mitteilung der „Informatione Diplomatica" heisst es, dass bei den Besprechungen zwischen Mussolini und Chamberlain u. a. die Frage gestreift, jedoch nicht näher behandelt wurde, „die sich auf eine Verständigung über die sogenannten jüdischen Flüchtlinge bezieht".

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