Jüdische Nachrichten
- Journal
- Jüdische Nachrichten
- Volume
- 9 (1939)
- Issue
- 4 (26.1.1939)
- Date
- 1939-01-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Zbąszyń 2× ep/1047644
- Haifa 1× ep/1047930
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8 JUDISCHE NACHRICHTEN 26. Januar 1939 Von Woche zu Woche. Brünn. Ueber 100 Jungen und Mädchen aus dem abgetretenen Gebiet, unter ihnen solche, die in Flüchtlingslagern untergebracht waren, haben soeben in einem Schulungslager in Brünn ihre Ausbildung für Palästina absolviert und fahren demnächst nach Palästina. Berlin. Eine weitere Verordnung verbietet sämtlichen jüdischen Dentisten, Tierärzten und Apothekern die Ausübung ihres Berufes ab 31. Januar d. J. — Den jüdischen Aerzten ist die Ausübung der Praxis bekanntlich bereits vor Monaten untersagt worden. Budapest. Der römisch-katholische Bischof von Waitzen, dessen Liözese zu Budapest gehört, hat in einem Rundschreiben an den Klerus angeordnet, dass die Kanzel nur zur Verkündung des Evangeliums, nicht aber auch zur Erörterung politischer Fragen benutzt werden darf; dies gelte auch für die Judenfrage. Jerusalem. Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) beschloss, drei Vertreter zur Londoner Palästinakonferenz zu entsenden. Prag. In Prag wurde mit der Registrierung der Juden begonnen, die zeigen soll, wieviele inländische bezw. ausländische Juden in der Hauptstadt wohnen. London. Eine Gruppe von 95 Kindern, die von Verwandten bzw. Freunden in England augenommen werden, verliess am Dienstag, 17. Januar, abends Hamburg. Ein weiterer Transport von 121 Kindern fuhr am Mittwoch nach England ab. Paris. Im paraguayischen Parlanment hat eine Gruppe von 10 Abgeordneten einen Gesetzesantrag auf vollständiges Verbot der jüdischen Einwanderung in Paraguay eingebracht. Amsterdam. In Briefen an in Amsterdam wohhafte „nichtarische14 deutsche Staatsbürger setzt das Konsulat vor die Namen von Männern den Vornamen „Israel" und vor die von Frauen den Namen „Sarah". Berlin. Amtlich wird mitgeteilt, dass seit 1933 Insgesamt 175.000 aus dem Altreich ausgewandert sind, die im Rahmen der geltenden Bestimmungen Geld und Wertgegenstände im Werte von 360.000.000 Mark mit sich genommen haben. Tel-Aviv. Am frühen Morgen des Mittwoch, 18. Januar, wurde die jüdische Siedlung Kirjat Anawim von arabischen Terroristen beschossen. Durch einen Schuss wurde ein Kolonist verwundet. Sofia. Der Sofioter Stadtrat hat auf Antrag des jüdischen Stadtverordneten Joseph Isgherschon beschlossen, die Subvention an die jüdischen Schulen in Bulgarien i. J. 1939 zu erhöhen. Prag. Die slovakischen und die cechischen Aktiengesellschaften nehmen dauernd Personalveränderungen vor, wobei hauptsächlich jüdische Namen „gelöscht" werden. Jerusalem. Das Warenhans Gebrüder Maspero in Haifa, das der British-American Tobacco Company gehört, ist in Brand gesteckt worden. Der Schaden wird auf 10.000 Pfund geschätzt. Amsterdam. Nunmehr ist das Endergebnis der im vergangenen Dezember in 1000 Städten und Dörfern Hollands durchgeführten Sammlung zugunsten der Flüchtlinge veröffentlicht worden. Danach wurden insgesami 475.000 Gulden aufgebracht. Noch nie zuvor hatte eine Sammlung in Holland ein solches Resultat erbracht. Genf. Dr. Goldmann wurde von dem Völkerbundskommissar in Danzig Prof. Carl Burckhardt, sowie von Mitgliedern der französischen Delegation empfangen. Gegenstand der Besprechungen bildete die Lage der Juden in Danzig und Rumänien. — Dr. Geza Fisch Augenarzt Bratislava Sladkovicovä 11. ord. 10—12 u. 3—5. Die Lage der Flüchtlinge vor dem polnischen Parlament. Warschau. Im polnischen Sejm ergriff Abg. Dr. Emil Sommerstein die Gelegenheit, um über die tragische Lage der aus Deutschland ausgetriebenen polnischen Juden in Zbaszyn zu sprechen. Es gibt, sagte er, gegenwärtig in Zbaszyn 389 alte Leute, 700 Kinder und etwas über 4000 Männer und Frauen, die dort wie Verbrecher interniert sind. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erklärte Dr. Sommerstein, die Juden in Polen verfolgen keine andere Politik als die der Wahrung jüdischer Rechte im Rahmen der polnischen Verfassung. Es sei absolut unrichtig zu sagen, daß die Juden die Auswanderung sabotieren wollen. Die Juden seien lediglich gegen eine künstliche und unter dem Diktat einer politischen Stimmungsmachen stehender Auswanderung. In Erwiderung auf die Ausführungen Dr. Sommersteins erklärte Ministerpräsident General Slawoj Skladkowski, dass das Flüchtlingslager in Zbaszyn bald liquidiert werden würde. Die Hälfte der Flüchtlinge habe bereits das Lager verlassen, die andere Hälfte werde es bald tun. — Der Yemen nimmt die Einladung zur Londoner Palästina-Konferenz an. London. Der Iman des Yemen hat, wie die „Times" melden, die Einladung der britischen Regierung zu den Londoner Palästinabesprechungen angenommen. Die Delegation des Yemen zur Konferenz wird vom Sohne des Iman, Emir Ul Islam Hussein, geführt werden. — Die holländischen Juden protestieren. Amsterdam. Das Komitee für besondere jüdische Interessen, protestiert gegen der gegen die Juden erhobenen Beschuldigung, sie seien für die angeblichen Attentate auf die Häuser deutscher Diplomaten verantwortlich. Derlei Handlungen, so wird erklärt, stehen im Gegensatz zur jüdischen Tradition und würden von jeder jüdischen Stelle, sollte ein Jude sich jemals zu einer solchen Tat hinreissen lassen, aufs schärfste abgelehnt werden. Bekanntlich hat die amtliche Untersuchung des angeblichen Anschlages auf das Haus, in welchem sich u. a. auch die Wohnung des deutschen Konsulatssekretärs in Amsterdam befindet, ergeben, dass das Löchlein am Fenster von einem mit einem Kinderakapult geschleuderten Kiesseistein berührt. — Der Danziger Kommissar bei Lord Halifax. Genf. Der Völkerbundshochkommissar für Danzig Dr. Burckhardt hatte am Sonntag, 15. Januar, eine längere Aussprache mit Aussenminister Lord Halifax. Es verlautet, dass er , Lord Halifax bei dieser Gelegenheit mitteilte, dass er zurückzutreten beabsichtige, weil er in Danzig nicht mehrv Herr der Lage sei. — Arbeit für Juden in Deutschland. Zürich. Der Berliner Korrespondent der „Neuen Züricher Zeitung" berichtet seinem Blatte : „In der deutschen Arbeitsmarktpolitik ist eine Wendung zu verzeichnen. Die Deutsche Arbeitsfront hat einer Reihe von Fabriken und Betrieben in Berlin, die unter Arbeitermangel leiden, das Angebot gemacht, jüdische Arbeiter zu vermitteln. Ihre Zahl ist einsweilen auf 3000 begrenzt. Nachdem vor kaum sechs Monaten auf die Betriebe ein starker Druck ausgeübt wurde, um sie zur Entlassung des Restes von jüdischen Mitarbeitei n zu veranlassen, hat der neue Vorschlag einige Ueberraschung hervorgerufen. Rasiere dich ohne Messer mit hygienisch, ges. ärztl. empfohlen gbsch. angenehm, und geruchlos Bestes Rasierpulver der Gegenwart. Allcinerzeuger: JOSEF HEINOVITS, BRATISLAVA Royko-Passage. Kapuzinska 4. Verlangen Sie Muster! Pouzivane znämky nov. dovoleno vynosom riad. posf a telegr. v Kosiciach pod Zis. 159.650 — IV. 31 a v Bratislave pod eis. 141.021 — lila 38. 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Tausende Juden, die in den letzten Monaten auf solche Weise ihre Existenz eingebüsst haben, belagern die Konsulate und Reisebüros, um sich nach den bestehenden Auswanderungsmöglichkeiten zu erkundigen.