Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Journal
- Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Volume
- 3 (1930). Bestand LBI
- Issue
- 2 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mittellungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände im Sommer häufiger wiederholt werden, zumal wenn das Projekt der Errichtung einer Jugendherberge in Wolzig für die jüdischen Bünde verwirklicht werden sollte. Für das neue Trimester der .,S eh u lederjüdischen Jugend" ist eine Vereinbarung vorgesehen, nach der im Kähmen der Schule ein Ausbildungs- und Schulungskurs für solche Jugendliche eingerichtet werden soll, die später in den Jugendkommissionen der Gemeinde und evtl. in Kuratorien jüdischer Anstalten als Vertreter der Jugend Arbeit leisten werden. JUDISCHER JUGENDRING LEIPZIG Nach den letzten Erhebungen vereinigt der Jugendring 1017 junge Menschen, deren gemeinsame Interessen er vertritt, vor allem bei der Beschaffung von Mitteln und Gelegenheiten zu sportlicher Betätigung und für Fahrten in die freie Natur. Der Jugendring sucht darüber hinaus die Jugendlichen der verschiedensten Richtungen und Parteiungen durch gemeinsame Arbeit (Arbeitsgemeinschaften, Vortragsabende) einander menschlich näher zu bringen. Es gehören dem Jugendring jetzt sämtliche Leipziger jüdischen Bünde außer der Jugend der Agudas Jisroel und der Jüdischen marxistischen Jugend an. Während des Sommerhalbjahres fanden regelmäßig auf einem vom Jugendamt der Stadt Leipzig zur Verfügung gestellten Gelände gemeinsame Geländespiele der dem Jugendring angehörigen Jugendbewegungsbünde statt, und zwar unter der Leitung eines vom Jugendring eingesetzten Vertrauensmannes. Mitte Juni wurde unter Beteiligung fast aller angeschlossenen Vereinigungen die zweite Treffahrt des Leipziger Jugendrings veranstaltet. Im Winterhalbjahr konnten nach einer Abmachung mit dem JSV. Bar Kochba ungefähr fünfzig den Jugendringbünden angehörende Jugendliche gratis an den zweimal wöchentlich stattfindenden Leichtathletik-Trainingsabenden teilnehmen. Zur geistigen Annäherung der Jugendlichen verschiedenster Richtungen hatten sich (wie bereits in der Novembernummer der .,Mitteilungen" angekündigt war) mehrere Jugendbünde innerhalb des Jugendrings zusammengetan und zwei auf längere Dauer berechnete Arbeitsgemeinschaften für Mittlere ins Leben gerufen. Die eine behandelte das Problem des deutschen Juden, die andere die neuere jüdische Geschichte. Zugleich für den Jugendring veranstaltete der Jung-jüdische Klub im November und Dezember des vorigen Jahres eine Vortragsreihe von Herrn Gemeinderabbiner Dr. F. Goldmann über das Thema „Begriff und Wesen einer jüdischen Kultur". An diese Veranstaltungen, die auf vier Abende verteilt, waren, schlössen sich jedesmal sehr rege Diskussionen an; es waren ältere Jugendliche aller Pichtungen zahlreich vertreten. Im November veranstaltete der Jugendring zusammen mit dem Jüdischen Frauenbund einen Vortragsabend von Martin B u her über „Die Bibel und das religiöse Leben". Am darauffolgenden Abend kam es im Anschluß daran zu einer Aussprache im kleineren Kreise, zu der ungefähr 20 ältere Jugendringführer erschienen waren. Die Sozialaufgaben des Jugendringes gliedern sich in Unterstützung der dem Jugendring angeschlossenen Bünde und die Soziale H i 1 fe für jüdische Jugendliche überhaupt, gleichgültig, ob sie einer Jugendringvereinigung angehören oder nicht. 5