Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Journal
- Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Volume
- 3 (1930). Bestand LBI
- Issue
- 2 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Nach den letzten Erhebungen sind annähernd 225 Jugendringmitglieder nicht in der Lage, selbst die Unkosten zu bestreiten die die leilnahme an den von den Bünden veranstalteten Fahrten erfordern. Der Jugendring sieht nun eine seiner Hauptaufgaben darin, den vor allem von dieser Notlage betroffenen Bünden (es handelt sich um ungefähr 45 Prozent der organisierten Jugend) finanzielle Zuschüsse zu gewahren. Die für diese Zwecke ausgegebenen Fahrtengelder beliefen sich im Berichtsjahre auf ungefähr M. 300.— das ist ein Drittel der Gesamtausgaben des Jugendrings. Die Sozialhilfe für außerhalb des Jugendrings Stehende wird unter Leitung des J. R. von Mitgliedern einzelner Bünde geleistet. Hauptsächlich die Mittleren der Bünde waren in folgenden vier Zweigen der Sozialarbeit tätig: fi 1. In der Uebemahme von Schutzaufsichten über milieugeschädigte Jugendliche bis zu 14 Jahren. Die Aufgabe der Helfer besteht hier in Beaufsichtigung der Kinder im allgemeinen, besonders aber darin, daß man mit den Kindern spielt, spazieren geht und Schulaufgaben macht. 2. In der Erteilung von unentgeltlichem Privatunterricht. 3. In der Mitarbeit bei zwei Leipziger Kinderhorten. Diese Arbeit wurde zur großen Zufriedenheit der Leiter der Horte, der jugendlichen Helfer selbst und — was wohl das Wichtigste ist — auch der im Hort untergebrachten Kinder durchgeführt. 4. Bei den Besuchen zur Hilfeleistung und Unterhaltung älterer, kranker und hilfsbedürftiger Damen. An dieser Arbeit beteiligten sich hauptsächlich Mitglieder der Kameraden und des K a d i m ah. Die übrigen Jugendbünde beteiligten sich wenig oder garnicht, ein Mangel, der nach der Zusage der Führerratsmitglieder dieser Bünde künftig behoben werden soll. Schließlich ist es Aufgabe der Aelteren der Tugendringbünde, über gefährdete jüdische Jugendliche von 14—21 Jahren angeordnete Schutzaufsichten zu führen. Diese überaus wichtige Arbeit hat der Jugendring in vollem Umfange der Gemeinde Leipzig abgenommen. Im Berichtsjahr erhielt der Jugendring 7 Schutzaufsichten von der Leipziger Zentrale für Jugendfürsorge zugewiesen, die sämtlich übernommen werden konnten. Außerdem wurde der Jugendring von der Zentrale für Jugendfürsorge in einigen Fällen zur Berichterstattung herangezogen. Auf Auf- S forderung dieser Stelle erhielt der Leiter des Jugendrings den Auftrag, im Leipziger Jugendgefängnis einen Vortrag zu halten. Das Referat, über „Freundschaft", in Form einer Unterhaltung geführt, fand bei allen Beteiligten solchen Anklang, daß für Anfang Mai ein zweites Referat angesetzt wurde. i ERÖFFNUNG EINES JUGENDHEIMS IN FRANKFURT a. MAIN In Frankfurt a. Main wurde ebenfalls ein J ugendheim eröffnet. Es besteht aus 7 mittelgroßen Räumen. Die Heimräume liegen im zweiten Stockwerk eines Hauses auf der Eschersheinier Landstraße, das der Gemeinde gehört und im übrigen leer steht. Das Heim steh! grundsätzlich allen Bünden zur Verfügung. Im Anfang haben jedoch nur 5 Bünde Ansprüche geltend gemacht, sodaß jedem ein Raum zugewiesen werden konnte. Die Verwaltung des Heims liegt in den Händen des Heimausschusses, der aus je einem Vertreter der Bünde, einem Vertreter der Schule der jüdischen Jugend (die ihre demnächst beginnenden Kurse im 6