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Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1928-12-15 · 6 (15.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
1 (1927-1928). Bestand LBI
Issue
6 (15.12.1928)
Date
1928-12-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Miitei ungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Bei der Verteilung der Räume in drin von der Gemeinde gekauften Haus in der Johnsallee war ein Vertreter des L.A. hinzugezogen worden. Es werden fluden L.A. die Zimmer im 2. Stock und 2 ausgebaute Bodenräume zur Verfügung gestellt. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß auch der Lesesaal und der Vortragssaal in der 1. Etage so eingerichtet werden, daß sie für die Zwecke des L.A. mit benutzt werden können. Die Einweihung dieses im wesentlichen auf die Initiative des L.A. gegründeten Jugend- und Gemeindehauses wird Ende Dezember erfolgen. Leider ist es dem Vorstand noch nicht gedungen, ein Landheim für die Jugend in der Nähe von Hamburg zu schaffen. Ein ziemlich günstiges Projekt konnte nicht verwirklicht werden, da eine Einigung mit dem Verkäufer nicht zu erzielen war. Es wird jedoch versucht werden, während des Winters ein" Heim zu schaffen. Fahrtenzuschüsse für wandernde A7ereine konnten bisher nicht gewährt werden. Auf Grund des hierzu eingeforderten Materials werden entsprechende Gesuche an die Gemeinde gerichtet. Zur Schulung und Interessierung der jüdischen Jugend an der sozialen Arbeit, ist ein Kursus eingerichtet worden mit folgenden Referenten und Themen: 1. Abend: Dr. Curl Bondy (Hamburg): Soziale Arbeil und jüdische Jugend 2. Abend: Dr. Friedrich Ollendorff (Berlin): Erneuerungsbestrebungen in der jüdischen Wohlfahrtspflege 3. Abend: Dr. Georg Lubinski (Berlin): Jugendpflegearbeit 4. Abend: Frau Dr. 1!. Zadik (Hamburg): Berufsfragen der jüdischen Jugend. Endlich besteht berechtigte Aussicht, den Bünden durch die Gemeinde Zuschüsse für ihre Heime zu verschaffen. SOZIALE ARBEITSGEMEINSCHAFT DER JUDISCHEN JUGEND KÖLNS Aus einem Bericht über die Arbeit in Köln einnehmen wir folgende Stellen: Die im letzten Winter eingerichtete „Soziale Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugend Kölns" wird auch in diesem Winter fortgesetzt. Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, wird vor den gesamten Jugendverbänden einen Vortrag über die Notwendigkeit der sozialen Arbeit in der Jugend, halten. Die Arbeitsgemeinschaft selbst wird sich in zwei Gruppen aufteilen: 1. in eine Hilfsgeineinscliaft, die sich aus den jüngeren Teilnehmern zusammensetzt und sich dem Wohlfahrtsamt und dem Jugendamt der Synagogen- Gemeinde Köln zur Verfügung stellen werden, um armen alten Leuten, vielbeschäftigten Müttern usw. Hilfsdienste zu leisten. 2. wird sich eine andere Gruppe mit Problemen der Jugendfürsorge, dem K.I.W.G. und dem Jugendgerichtsgesetz befassen. Im Anschluß daran sollen einzelne praktische Fälle besprochen und über die sich hieraus ergebenden Fragen Referate abgehalten werden. Es wurden ferner Führeraussprachen festgesetzt, in denen die Vertreter der einzelnen Jugendorganisationen über die Ziele ihrer Organisationen und über ihre Erziehungsmittel sprechen werden. Diese Aussprachen haben zum Ziele, daß die verschiedenen Organisationen sich kennen lernen, um die gemeinsame Arbeit auf eine fruchtbare Basis zu stellen. Es hat schon eine Aussprache stattgefunden, bei denen Vertreter des jüdischen Jugendvereins Gabriel Riesser und des deutsch-jüdischen Jugendbundes Kameraden referierten. Der Abend hat mancherlei Anregungen gebracht, wir hoffen, daß die künftigen Aussprachen eine weitere Annäherung der Bünde herbeiführen werden. Unsere Bemühungen zur Erlangung eines Jugendheims haben zu denn Ergebnis geführt, daß eine Kommission des Jugendamtes beauftragt wurde, ein geeignetes Haus zum Mieten zu suchen. JUGENDRING LEIPZIG Der Jüdische Jugendring Leipzig zeigt von Anfang an eine sehr erfreuliche Entwicklung. Er ist in dem Augenblick entstanden, als die Ausstellung „Das junge Deutschland" nach Leipzig übersiedelte. Er isl derjenige unter den Ortsausschüssen des Reichsausschusses, der am stärksten den Charakter der Jugendbewegung aufweist. Am Sonnabend, den 20. abends, und Sonnlag, den 21. Oktober fanden Veranstaltungen des Jugendringes statt, die insbesondere der Konkretisierung der sozialen Arbeit gewidmet waren. Wir berichten nachstehend über den Verlauf dieser Veranstaltungen. Am Sonnabend Abend war im Jüdischen Jugendheim eine Zusammenkunft des Ortsausschusses Leipzig der jüdischen Jugendverbände mit den Vertretern der Oemeinde, der Wohlfahrtspflege und der Parteien. Es waren erschienen einige Mitglieder der Repräsentantenversammlung, die Rabbiner Carlebach und Cohn, eine Anzahl Jugendlicher, insgesamt etwa 60 Personen. Zunächst spielte das Fahrtenorchester der Kameraden, dann sprach Hans Oesterreicher (Kameraden), der Vorsitzende des Ortsausschusses über die bisherige Arbeit. Lubinski sprach dann kurz über praktische Möglichkeiten sozialer Arbeit der Jugend und Verpflichtung der Gemeinde, der Jugend zu helfen. Danach ergriff Rabbiner Dr. Carlebach das Wort, versicherte den Jugendring von neuem seiner Sympathie und bedauerte, daß der Esra im Rahmen des Jugendringes nicht aktiv mitarbeite. Ihm schloß sich ein Vertreter der Repräsentantenversammlung an, der seiner Freude insbesondere über die musikalischen Darbietungen Ausdruck gab. Zwei vom Chor des Jungjüdischen Wanderbundes vorgetragene hebräische Lieder beschlossen die Veranstaltung. Am nächsten Morgen bereits um 6.05 erfolgte die Abfahrt nach Groß-Steinberg, wo sich im Naturfreundehaus etwa 40—45 Führer und Führerinnen der folgenden Bünde vereinigten: D.J.J.G., Esra, J.J.W.B., Kameraden und Misrachi. Yon auswärtigen Bünden waren vertreten der J-J.AV.B. Zwickau, Halle und Hannover. Nach einer Reihe von Liedern sprach Lubinski über Wohlfahrtspflege. Dabei ging er zunächst von der Rolle der Wohlfahrtspflege in der Gesellschaft aus. Diese Frage wurde heftig diskutiert. Dann gab er in gedrängter Form eine Febersicht über die gesamte Wohlfahrtspflege, wobei möglichst die gesellschaftlichen Hintergründe der sozialen Arbeit aufgehellt werden sollten. Am Schluß des Referats ging Lubinski auf die praktischen Arbeitsmöglichkeiten der Jugendbewegung ein, die allgemein gutgeheißen wurden. Am Nachmittag sprach Herr Dr. Mayer über die gemeinsamen Erziehungsmittel der Jugendbünde. Er ging dabei von einer Darstellung der jüdisc hen Gesellschaft in Deutschland aus. Die ganze Zusammenkunft zeichnete sich durch einen äußerst frischen Ton und durch eine wirkliche Nähe zwischen den einzelnen Gruppen aus. Inzwischen ist die Sozialarbeit voll in Gang gekommen: 10 Kinder erhalten Nachhilfeunterricht, 7 Jugendliche arbeiten im Kinderhort, 2 in einem Kinderheim. 10 Jugendliche bilden eine Bereitschaftstruppe für das Wohlfahrtsamt, Chor und Orchester spielten bereits bei zwei Kinderveranstaltungen und sind auch weiterhin „engagiert". Eine Vortragsreihe ist in Aussicht genommen, in deren Verlauf Sportarzt Dr. Rosenbaum über Sportfragen und Prof. Alt von der Leipziger Universität sprechen werden. Für den Januar ist eine Feier des einjährigen Bestehens des Jugendringes geplant. TAGUNGEN_ BERICHT UBER DIE TAGUNG DER SOZIALEN GILDE IN LUDWIGSLUST AM 22. UND 23. SEPTEMBER 1928 Die Tagung war von etwa 35 Personen beiderlei Geschlechts besucht, von denen die Hälfte aus Berlin und Hamburg kamen, die übrigen verleihen sich auf die

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