Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- April 1939
- Date
- 1939-04-01
- Page
- Seite 55 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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ien es v.H. r 8 0,1 n n 3 U,9 2,1 7 10,8 2 18,3 i 26,6 ) 41,2 r löSö" ' Wenn die Landwirtschaft Neu-Seelands auf dem Weltmarkt so außerordentlich konkurrenzfähig ist, so liegt dies nicht nur an der Fruchtbarkeit des Bodens und der Gunst des Klimas, sondern auch an der ausgezeichneten Organisation der neuseeländischen Farmer. Eine große Reihe landwirtschaftlicher Spezialorganisationen befaßt sich mit der Verbesserung des Viehstandes, des Weidelandes, des Getreideertrages usw., private und staatliche Schulen ermöglichen eine Ausbildung in der allgemeinen Landwirtschaft, wie in Spezialzweigen, und auch auf der Universität wird der Landwirtschaft besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Neu-Seeland ist jede Regierung auf das Wohlwollen der Farmer angewiesen und fördert nach Kräften den technischen Fortschritt. Welche Bedeutung in einer so rationalisierten Landwirtschaft wie der Neu-Seelands technischen Erfindungen zukommt, zeigt besonders die Umwälzung, die in der Rinderzucht seit 1933 durch die Möglichkeit eingetreten ist, gekühltes Rindfleisch („chilled beef") in guter Qualität nach England zu exportieren; während früher einseitig die Milchwirtschaft im Vordergrund stand, gewinnt jetzt die Fleischproduktion an Bedeutung. Ebenso wie die Produktion wird auch der Absatz nach neuesten Methoden organisiert. Bezüglich der Molkereiprodukte besteht seit einiger Zeit die staatliche Absatzregelung; die Regierung übernimmt den gesamten Ertrag, zahlt dem Farmer einen garantierten Preis und besorgt selbst den Export. Allerdings zahlt der Staat den garantierten Preis nicht an den Farmer direkt, sondern an die jeweilige Genossenschaft, der der einzelne Farmer angeschlossen ist. In solchen Genossenschaften sind nicht weniger als 80 v. H. der milchwirtschaftlichen Betriebe Neu-Seelands organisiert. Die Genossenschaften verfügen auch zur Verarbeitung der Molkereiprodukte über die modernsten Hilfsmittel und sind in technischer Beziehung meist mustergültig eingerichtet. Von etwa 500 Butter- oder Käsefabriken (oder solchen, die beides erzeugen) arbeiten die meisten auf genossenschaftlicher Basis. Bezüglich der Fleischerzeugung ist es bis jetzt bei der genossenschaftlichen Absatzregelung geblieben, die seit 1922 besteht. Auf Grund des Meat Export Control Act wurde eine Körperschaft eingesetzt, die von allen Schaf- und Viehzüchtern gewählt worden war; sie bestand aus 8 Mitgliedern, von denen 5 von den Viehzüchtern gewählt wurden, einer von den Viehhändlern, während 2 von der Regierung ernannt wurden. Diese Organisation hat für die Sortierung des Fleisches, die Verpackung und Verladung, die Regelung der 'Verschiffung, die Festsetzung der Frachten usw. viel nützliche Arbeit geleistet. Die Körperschaft hat ihre eigene Vertretung in London. In ähnlicher Weise sind auch die Obstproduzenten und andere Spezialzweige auf dem Boden der Selbstverwaltung zusammengeschlossen. 3. Der Bergbau Nach der Viehzucht ist der Bergbau der ertragreichste Produktionszweig. Die Gebirge der Südinsel sind reich an wertvollen Bodenschätzen; in größeren Mengen werden zwar nur Gold und Kohle gewonnen, daneben sind aber auch Silber, Kupfer, Antimon, Zinn, Eisen, Platin, Tungsten, Quecksilber und Schwefel vorhanden. Von einer gewissen Bedeutung ist auch die Gewinnung des Kauri- Harzes. Unter den Bodenschätzen Neu-Seelands sind die reichen Kohlenfelder am wichtigsten. Der Gesamtvorrat an neuseeländischer Kohle wird auf 1,6 Millionen tons geschätzt, während die schon genau bekannten Kohlenflöze nicht weniger als 663 Millionen tons bergen. Es handelt sich hierbei zum Teil um Fettkohle, zum Teil um Braunkohle; Anthrazit ist nur wenig vorhanden. Zweifellos wird der Kohlenbergbau einen sehr erheblichen Aufschwung nehmen, wenn sich die neuseeländische Industrie, für deren Entwicklung er eine wichtige Voraussetzung bietet, stärker ausdehnt. Doch hat leider bisher die Erholung des Kohlenbergbaus, die entsprechend der verbesserten Konjunktur der neuseeländischen Gesamtwirtschaft in den Jahren 1934 und 1935 Platz gegriffen hat, fast nur die Braunkohlen-Bergwerke ergriffen, während besonders mehrere der Bergwerke an der Westküste der Südinsel, die Fettkohle produzieren, sich nach wie vor in einer schwierigen Läge befinden. Die neuseeländische Regierung bemüht sich zur Zeit besonders um die Hebung der Lebensbedingungen für die Bergarbeiter und die Ausgestaltung der Städte in den Bergwerksbezirken. Gold wird als Alluvial- und Riff-Gold gewonnen. Die bekanntesten Goldfelder sind auf der Nordinsel: Hauraki, auf der Südinsel: Otago und das Feld an der Westküste. Infolge des rationellen Betriebes ist die Zahl der Arbeiter verhältnismäßig gering, doch fällt die Produktion wertmäßig durchaus ins Gewicht. Im Jahre 1936 betrug der Wert (in Sterling-£) 1.398.650. Es liegt auf der Hand, daß die Entwertung der wichtigsten Währungen der Welt — und nicht zuletzt die Entwertung des neuseeländischen Pfundes — der Goldproduktion einen starken Auftrieb geben mußte. Ein besonders bemerkenswerter Zug der Goldgewinnung in Neu-Seeland besteht darin, daß die Produktion nicht in den Händen weniger Trusts liegt, sondern daß auch Einzelpersonen mit bescheidenen Mitteln an der Gewinnung von Alluvialgold teilnehmen können; in den letzten Jahren ist dies besonders dadurch erleichtert worden, daß aus den Mitteln des staatlichen Arbeitslosenfonds Bergleuten, die sich selbst an der Gewinnung von Alluvialgold beteiligen wollten, Unterstützungen gewährt wurden. Die Gewinnung von Silber betrug im Jahre 1936 55 745 engl. Pfund. An Eisen sind sehr erhebliche Erzlager in der Provinz Nelson vorhanden; man schätzt sie auf etwa 64 Millionen metrische tons. 1921 trat eine Gesellschaft zur Ausbeutung dieser Eisenerze ins Leben, stellte aber während der Wirtschaftskrise 1931 den Betrieb ein; später, 1933 und 1934, wurden die Werke vorübergehend wieder geöffnet. Die Regierung hat Schritte unternommen, um diese Erzlager in größerem Stil ausbeuten zu lassen und moderne Stahlwerke zu errichten. Oelbohrungen sind an verschiedenen Stellen Neu-Seelands unternommen worden und haben zuverlässige Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Petroleumlagern ergeben. Bis jetzt ist aber nur in der Nähe von New Plymouth eine nennenswerte Menge produziert worden; 1934 ergaben zwei Quellen zusammen etwa 156 000 Gallons. Endlich hat Neu-Seeland das Monopol für Kaurigummi, eine fossile Gummiart, die im Norden der Nordinsel in erstaunlich großen Mengen gefunden, d. h. aus dem Lehm- und Mergelboden gegraben wird. Die Produktion steht heute unter Kontrolle einer Regierungsbehörde, des Kauri Gum Control Board. 4. Industrie Wie wir oben sahen, legt die Wirtschaftspolitik Neu- Seelands vor allem Wert darauf, sich den englischen Markt für die Produkte seiner Viehzucht offen zu halten, und ist dafür bereit, der englischen Industrie niedrige Zollsätze einzuräumen. Infolgedessen genießt die neusee- WILHELM GRASSOW Inh. Julie Sara Peyser Ubersee-it- Stadttrausporte BE RUN-REIN ICKE N DORF MARKSTR: 10-11 RU F: 4-90?1? 55