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Jüdische Auswanderung · 1939-04-01 · April 1939 · p. Seite 51

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
April 1939
Date
1939-04-01
Page
Seite 51 (sequence 51)
Language
German
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Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Hiermit hängt in erster Reihe auch die verhältnismäßig einwanderungsfeindliche Stellung der jetzigen Regierung zusammen; man will unter keinen Umständen solche Einwanderer, die nicht neue Arbeitsplätze schaffen, sondern um die schon bestehenden konkurrieren würden, ins Land lassen. Die völkerrechtliche und außenpolitische Stellung Neu-Seelands ist durch folgendes charakterisiert: Neu-Seeland ist ein selbständiges Dominion innerhalb des britischen Weltreiches. Was dies bedeutet, ist für Menschen, die nicht in englischen Gedankengängen aufgewachsen sind, nicht leicht verständlich. Tatsächlich genießen Dominien wie Neu-Seeland formell nahezu alle Rechte eines vollkommen selbständigen Staates; Neu-Seeland ist auch selbständiges Mitglied des Völkerbundes. Doch ist die englische Krone, d. h. der König als Person, Träger der Souveränität — ebenso wie in allen anderen Ländern des britischen Weltreichs. Die Krone ist das wichtigste einigende Band zwischen den Empire-Gebieten mit self-government; alle Minister bezeichnen sich als „Seiner Majestät Minister". Der König wird in jedem Dominion durch den Generalgouverneur vertreten; dieser galt früher gleichzeitig auch als Vertreter der britischen Regierung; doch wurde dies auf der Empire-Konferenz von 1926 geändert, so daß jetzt der Generalgouverneur nur noch den König vertritt. Man geht aber davon aus, daß der englische König hinsichtlich des Dominions immer gemäß dem Rat der Dominionminister handelt; das heißt, tatsächlich werden die Neu-Seeländer vor allem durch die von ihnen selbst gewählten Abgeordneten regiert. Andererseits wird Neu-Seeland in London durch einen High Com missioner vertreten, der als Verbindungsmann zwischen seiner und der englischen Regierung wirkt. Aber entscheidender als diese formale Konstruktion ist die Tatsache, daß Neu-Seeland von allen britischen Dominien wohl dem Charakter nach das englischste und der politischen Stellung nach das gegenüber dem Mutterlande loyalste ist; Konflikte mit der Londoner Regierung wegen außenpolitischer Fragen hat es kaum je gegeben; wohl aber ist die Treue dieses entferntesten Dominions zu England in der Geschichte immer wieder, nicht zuletzt im Weltkriege, hervorgetreten. Heute ist Neu-Seeland finanziell und ideenmäßig stark am Ausbau des großen britischen Flottenstützpunktes Singapore beteiligt; ferner unterhält es in seinen Gewässern ein ganzes Geschwader der britischen Flotte und kommt für dessen gesamte Betriebskosten auf. — Freilich verfolgt Neu-Seeland im Rahmen der Außenpolitik des gesamten Empire bestimmte Tendenzen, die sich aus seiner Lage als einer der vorgeschobensten Posten der weißen Rasse im Stillen Ozean ergeben. Dieses reiche, dünn besiedelte Land muß vor allem den Expansionsdrang der landarmen großen farbigen Völker, wie vor allem Japans, fürchten und hat deshalb ein dringendes Interesse daran, daß sich das Verhältnis des britischen Empire zu der anderen großen angelsächsischen Macht, die an der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Stillen Ozean interessiert ist, nämlich den Vereinigten Staaten, nicht verschlechtert, sondern möglichst eng gestaltet. In dieser Hinsicht, wie in vielen anderen Fragen, deckt sich das Interesse Neu-Seelands mit dem Australiens. III. Das Wirtschaftsleben 1. Allgemeines Die Wirtschaft Neu-Seelands beruht auch heute noch vorwiegend auf Viehzucht (besonders Schafzucht und Milchwirtschaft) und Ackerbau, für die das Land hervorragend geeignet ist. Gewiß hat sich in den letzten 30 Jahren allmählich eine nicht unbeträchtliche Industrie entwickelt, und es ist kein Zweifel, daß sowohl das Klima wie die wirtschaftliche Begabung der Bevölkerung einer starken Industrialisierung des Landes durchaus günstig wären. Aber im Interesse der Erzielung eines möglichst hohen Lebensstandards der Bevölkerung — und dies ist das oberste, wenn nicht das einzige Ziel der neuseeländischen Wirtschaftspolitik — hat man das IHR REISEBUREAU: „ATLANTIC EXPRESS G.M.B.H. // Berlin C 2, Oberwallstraße 18 Telegramme: „Talatta-Berlin" Fernsprecher: Nr. 162915, 162916, 163049 PAS SAG E N Bahn- und Flugkarten SPEDITION Auskünfte in Auswanderungs- Angelegenheiten VERTRETUNGEN IM REICH: Dortmund / Düsseldorf / Gleiwitz / Hamburg Hannover / Kassel / Köln / Königsberg Leipzig / Minden / Nürnberg / Stuttgart / Wien AU S LAN D S - VE RTR ETU N G E N: PARIS ( P a I e x Tours, 7 Boulev. des Capucines) LONDON (Palex Tours, WC 2, 222 Shaftesbury Ave.) NEW YORK (Paul Tausig & Son Inc., 29 West 46 St.) TEL AVIV — HAIFA 51

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