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Jüdische Auswanderung · 1939-04-01 · April 1939 · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
April 1939
Date
1939-04-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German
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derneren Häuser in den Städten meist eingebaute elektrische Kühlschränke, eingebaute Schränke, gute Gasherde und andere Ausrüstungen des modernen Komforts auf. Das Leben in den „Fiats" bietet der Hausfrau gewisse Erleichterungen, da dort — allerdings gegen sehr gute Bezahlung — zumeist für Bedienung gesorgt ist. Wer keinen eigenen Haushalt führen will oder kann, findet in den Städten gutgeführte Boardinghäuser verschiedener Typen und Preislagen. Alleinstehende Arbeiter und Angestellte ziehen diese Wohnweise zumeist vor. Die tägliche Einteilung der Mahlzeiten entspricht der englischen. Es wird ein reichliches erstes Frühstück, beginnend mit Porridge (Haferflocken mit Milch und Zucker gekocht) eingenommen. Das zweite Frühstück besteht meist aus kalten Speisen; Geschäftsleute und Arbeiter nehmen stattdessen vielfach in Gaststätten oder Kantinen einen Schnell-Imbiß ein. Die Hauptmahlzeit wird in den späten Nachmittagsstunden gehalten. Auch die Ernährungsweise gleicht der englischen. Fleisch, vor allem Hammelfleisch, spielt eine große Rolle. Die Versorgung mit Gemüse ist vorzüglich, das Obst des australischen Südostens ist hervorragend und billig. Mit den modernsten technischen Mitteln ausgestattete Molkereien sorgen dafür, daß überall Milch, Butter und Käse in guten Qualitäten zu haben sind. Lediglich in den nach dem Innern des Kontinents zu gelegenen Landesteilen ist die Versorgung mit Frischgemüse schwierig. Da die Preise der Industriewaren durch Zölle verteuert sind, empfiehlt es sich, die wichtigsten Gegenstände des täglichen Bedarfs, evtl. auch leicht transportable und kleine Möbel, nach Australien mitzubringen. Möbel aus Holz, vor allem gebrauchte, sind allerdings auch verhältnismäßig preiswert in Australien zu kaufen. Auch die Mitnahme sonstigen Hausrats, wie hauswirtschaftliche Maschinen (besonders elektrische), kleine elektrische Oefen, Handwerkszeug, Porzellan, Steingut, Teppiche, helle luftige Vorhänge, Uhren, Nähmaschinen wird empfohlen. Für tropische Gebiete sind Moskitonetze und Ventilatoren unentbehrlich. Als Bettzeug sind Leinen und Halbleinen am zweckmäßigsten. Wolldecken sind überall zu brauchen; Federbetten werden hingegen wenig verwandt; jedoch empfehlen fast alle Einwanderer, sie für die oft sehr kühlen Nächte mitzubringen. Um Auswanderern die Auswahl der mitzunehmenden elektrischen Geräte zu erleichtern bzw. ihnen die Umstellung der schon in ihrem Besitz befindlichen Geräte zu ermöglichen, geben wir im folgenden eine Tabelle der Stromverhältnisse in den wichtigsten australischen Städten wieder. Es muß darauf hingewiesen werden, daß die Stromart (Gleich- oder Wechselstrom) in den einzelnen Stadtteilen häufig verschieden ist. Adelaide 200 Volt Wechselstrom Melbourne 230 Volt Wechsel- und Gleichstrom Sydney 240 Volt Wechselstrom Brisbane 220 Volt Gleich- und Wechselstrom Perth 250 Volt Wechselstrom. Die Kleidung wird von englischem, aber auch von amerikanischem Geschmack bestimmt. Die Frauen tragen im allgemeinen helle Kleidung (Leinen, Seide, Rips, Popeline usw.). Für die Wäsche sind Trikot-Stoffe zweckmäßig; Kunstseide verschleißt im australischen Klima zu schnell. Am Abend sind besonders in den Städten des Südens häufig leichte Wollmäntel unerläßlich, für die Regenperiode braucht man einen wasserfesten Mantel; in den Städten werden auch leichte Gummimäntel getragen, unter Umständen auch Pelze. Im Winter werden leichte Wollkleider und -kostüme getragen. Für die Herrenkleidung kommen helle baumwollene oder (für den Sport) leinene Anzüge in Betracht. Ferner helle Hosen aus Flanell oder Tweed und Sportjacketts in gleichen Farben. Im Winter herrschen wollene Anzüge aus leichtem gutem Material vor. Bei Niederlassung im Süden ist die Mitnahme eines Ulsters oder Wintermantels, aber auch eines Filzhutes empfehlenswert. Die sommerlichen Herrenanzüge sind zumeist ungefüttert. Als Material für Herren-Unterwäsche wird ausschließlich Makko empfohlen. Tropenhelme und Tropenkleidung wird nur in bestimmten Teilen Queenslands getragen. Zur Arbeit tragen Männer in den Städten meist Flanellhemden und Hosen aus Baumwollstoffen, auf dem Lande Khakihemden, Beinkleider aus grobem Wollgewebe und feste Schuhe oder Stiefel. Es werden zumeist Sporthemden mit angeschnittenem Kragen zu Flanellhosen und Sportjacketts, aber auch baumwollene Poloblusen getragen; für förmliche Gelegenheiten sind Oberhemden mit abnehmbaren Kragen üblich. Wegen des empfindlichen Unterschieds in der Temperatur des Abends gegenüber dem warmen Nachmittag ist für Herren und Damen das Tragen einer Leibbinde aus feiner Wolle in jeder Jahreszeit ratsam. Auch in Australien herrscht die englische Sitte, abends — auch für eine Gesellschaft im kleinen Kreis und in einfachen Verhältnissen — Abendkleidung, d. h. bei Herren zumeist einen Smoking, anzulegen. Zum Baden am Strand sind „Röckchen" an der Badehose oder am Badeanzug vorgeschrieben. 2. Lebenshaltungskosten und Löhne Ueber die Lebenshaltungskosten in Australien liegt reichliches Material in Berichten von Auswanderern vor, aus dem mit bemerkenswerter Uebereinstimmung hervorgeht, daß ein Lediger mit 3 £ in der Woche bequem auskommen kann. Für 3 Personen genügen 4 £ 10 sh. Jedoch haben alle berichtenden Personen noch keine größeren Anschaffungen an Kleidung und dergleichen zu machen gehabt. Da Einzelheiten über die Lebenshaltungskosten im Briefteil reichlich zu finden sind, mögen hier wenige allgemeine Angaben genügen: Wohnung und Essen im Boarding house kostet 30 sh je Woche und Person; für die Verpflegung im eigenen Haushalt sind 15 sh je Woche und Kopf zu rechnen. Die Wohnungs¬ oder Häuschenmieten sind verhältnismäßig teuer: ein Cottage von 4 Zimmern kostet 45—55 sh je Woche, von 2—3 Zimmern 30—40 sh je Woche. Für ein möbliertes Cottage von 4 Zimmern hat man 3 Guinees (3 £ 3 sh) je Woche zu zahlen. Etagenwohnungen in der Stadt sind teurer als Häuschen; für 3 Zimmer werden 3 Guinees (3 £ 3 sh) je Woche verlangt. Wer in der Stadt tätig ist, spart dann jedoch das teure Fahrgeld zwischen City und Wohnviertel, das z. B. in Sydney 8 bis 10 d je Fahrt ausmacht. Die individuellen Arbeitslöhne und Gehälter werden in Australien nur in Ausnahmefällen durch unmittelbare Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Nahezu jeder Arbeitsvertrag unterliegt sehr komplizierten Bestimmungen, die teils auf Bundesan- Schweißen mit Hochdruck Apparaten Alle Werkzeuge zum Schweißen Schneiden Löten Dr. Ernst Moritz & Co. Inh.: Siegmund Israel Moritz Jupiter - Hochdruck- Schweiß - Apparate BERLIN W30 Schwäbische Straße 11 Fernsprecher: 26 55 48 39

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