Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- April 1939
- Date
- 1939-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine große Gefahr bilden für Kinder die Darmparasiten und besonders die Hakenwürmer, die mii infizierter Nahrung oder beim Barfußgehen durch Einbohren der Tiere durch die Haut in den Körper gelangen. Die Krankheit tritt gewöhnlich nach dem fünften Lebensjahr auf und verursacht außer Blutarmut und Schwäche oft erhebliche Wachstums- und Entwicklungsstörungen. V Haushaltführung und Kinderpflege in den Tropen sind in vielfacher Beziehung mühevoller und verantwortungsreicher als unter gemäßigtem Klima; sie verlangen stetes Nachdenken, Planung und Wachsamkeit. Dabei wird die Hausfrau selbst gegen die erschlaffenden Einflüsse des Klimas anzukämpfen haben. Sie wird notgedrungen Ruhepausen einschalten müssen, denn über die Sorge für das körperliche Wohl, über den etwaigen Anteil an der Erwerbsarbeit hinaus fällt ihr die Aufgabe zu, im fremden Land ein Heim zu schaffen und das Leben so zu gestalten, daß der Mut nicht sinkt und die Spannkraft nicht weicht. Die Frau ist in erster Linie auch mit verantwortlich dafür, daß Erwachsene und Kinder ihres Familienkreises die rechte Haltung im Ausland wahren. Diese zu finden, ist erfahrungsgemäß nicht einfach, aber dringend notwendig. Die wichtigste Voraussetzung ist das ernste Bestreben, sich in die Mentalität der neuen Umwelt einzufügen. Für Süd- und Mittelamerika bedeutet dies auch Anpassung an äußerst verbindliche Formen des Umgangs, die — ohne eine aktive Förderung des Neueingewanderten zu sichern — doch die gesellschaftliche wie die geschäftliche Fühlungnahme erleichtern. Man soll nicht vergessen, daß die Liebenswürdigkeit und Konzilianz des Lateinamerikaners Reserve nicht ausschließt. Der Einwanderer kann und muß diese Formen annehmen, ohne sich selbst untreu zu werden. Während der harten Zeit des Bodenfassens im fremden Land ist viel Geduld und Mut erforderlich. Die vorstehenden Ausführungen geben nur Anhaltspunkte; die Grundlagen für eine eingehende Beratung über die Führung des Haushalts in den einzelnen Ländern können erst allmählich zusammengetragen werden. Denn obgleich — oder gerade weil — es sich hier um Dinge des täglichen Lebens handelt, findet sich im länderkundlichen und sozialhygienischen Fachschriftentum nur wenig darüber. Ratschläge aus der Praxis wird am besten derjenige geben, der die Verhältnisse hüben und drüben aus eigener Anschauung kennt und Vergleichsmaßstäbe besitzt. Deshalb sind das beste Material für unsere Ausführungen die Briefe früherer Auswanderer gewesen, die dem Hilfsverein ihre Erfahrungen berichtet haben. Aber gerade Frauen schreiben noch viel zu selten über diese ihre eigensten Lebensfragen im fremden Land. Je mehr Material der Hilfsverein im Laufe der nächsten Jahre über diese Fragen des Alltags erhält, desto besser und vollständiger wird die Betreuung der späteren Auswanderer sich gestalten können. Bisher vom Hilfsverein der Juden in Deutschland e.V. herausgegeben: Jüdische Auswanderung nach Nordamerika unter Berücksichtigung folgender Länder: Die Vereinigten Staaten Einwanderungsbestimmungen Das Land Der Aufbau der amerikanischen Wirtschaft Lebenshaltung und Löhne Das jüdische Leben Briefe aus den Vereinigten Staaten Cuba: Einwanderungsbestimmungen Land und Bevölkerung Wirtschaft Aussichten für Einwanderer Kultur und jüdisches Leben Briefe aus Cuba Philippinen: Einwanderungsbedingungen Das Land Die Wirtschaft Aussichten für Einwanderer und Lebenshaltungskosten Kultur und jüdisches Leben Briefe aus den Philippinen Zu beziehen zum Preise von RM 1.50 durch den Judischen Kulturhund in Deutschland e.V., Abt. Buchverlag Berlin W15, Meinekestraße 10 / Fernruf: 919031 oder gegen Voreinsendung des Betrages zuzügl. RM0.40 Porto auf das Postsch.-Kto.: Berlin Nr. 173605, Jüdischer Kulturbund 16