Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- April 1939
- Date
- 1939-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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In Afrika nimmt das Subtropenklima den Teil nördlich des 18. nördlichen Breitengrades mit Ausnahme des Atlas und seiner Ausläufer ein. Im Süden umfaßt es fast den ganzen Kontinent südlich des 8. Grades südlicher Breite mit Ausnahme der Höhenregion im Gebiet der Südafrikanischen Union. In dem nordafrikanischen Gebiet sind außer an der westlichen Mittelmeerküste, die Regenmengen bis zu 1000 mm erhält, die Niederschläge außerordentlich spärlich und erreichen kaum 250 mm. In dem südafrikanischen Teil nimmt die Regenmenge von Osten nach Westen hin ab. Während sie hier noch über 1000 mm hinausgeht, ist sie in Südwestafrika und den angrenzenden Gebietsteilen nicht größer als 250 mm. In Asien umgreift das subtropische Klima ganz Arabien mit Ausnahme eines schmalen Küstenstreifens, den Südosten Persiens, Beludschistan und Pandschab, Hindostan, das südchinesische Bergland und chinesische Tiefland. In Arabien fällt nur im südwestlichen Teil Regen bis zu 1000 mm, sonst bleibt Arabien unter 250 mm. Die subtropischen Gebiete Vorderindiens erhalten von Osten nach Westen hin abnehmende Niederschlagsmengen, am Gangesdelta zwischen 1000 und 2000 mm, am Indusdelta nur noch bis zu 500 mm. Wesentlich größere Regenmengen fallen im Nordwesten Hinterindiens, wo die Regenmenge 2000 mm, und im südchinesischen Bergland, wo sie 1000 mm übersteigt. Australiens subtropisches Klima umfaßt den ganzen Kontinent mit Ausnahme des Kimberley- Distrikts Westaustraliens, des Küstengebietes nördlich des Daly und Roper, der Küste des Carpentaria-Golfs und der Halbinsel York im Norden. Im Süden ist ein etwa bis zum 30. südlichen Breitengrad reichendes, der Küste fast parallel laufendes Gebiet, dessen östliche Grenze etwa auf dem 137. östlichen Längengrad liegt, und eine auf dem östlichen Gebirge bis etwa zum 23. südlichen Breitengrad nordwärts verlaufende Insel kühleren Klimas ausgenommen; diese umfaßt den Staat Victoria, den Osten von Neu-Südwales und den Südosten von Queensland, während die Küstenregion der Ostküste nördlich Sidney wieder dem Subtropenklima angehört. Die Grenze zwischen heißer und kühler Subtropenzone verläuft etwa zwischen dem 20. und 22. südlichen Breitengrad. Dieses Gebiet Australiens ist vorwiegend trocken, nur im Nordosten und Osten fallen 500 bis 1000 mm Regen, eine Zahl, die nur an der Ostküste nördlich Sidney überschritten wird (1000—2000 mm). In dem so umgrenzten subtropischen Klima sind die Temperaturverhältnisse für Mitteleuropäer immer noch sehr ungewohnt, da die mittlere Monatstemperatur in vier bis elf Monaten noch über 20° C beträgt, und sogar infolge des hohen Standes der Sonne und der größeren Tageslänge häufig höhere Hitzeextreme erreicht werden als in Aequatornähe. Doch ist der Wechsel zwischen längeren und kürzeren Tagen, zwischen heißen und kühleren Monaten bei meist geringerer relativer Feuchtigkeit für die Ansiedlung der europäischen Auswanderer eine weitaus günstigere Vorbedingung, als sie in den rein tropischen Gebieten zu finden ist. Hier ist in sehr viel niedrigeren Höhen eine auch für körperliche Arbeit des Europäers geeignete Atmosphäre. Während in Mexiko der subtropische Gürtel bis zu einer Höhe von 1700 m reicht, konstant gemäßigtes Klima aber erst in 2200—2700 m Höhe herrscht, ist in der Höhe von Rio die oberste Grenze subtropischen Klimas bei 1100 m und oberhalb hiervon konstant gemäßigtes Klima. Es wird also ein derartiges Klima, besonders auch in niedrigen Höhenlagen (bis zu 1000 m), für die Besiedlung günstige Zukunftschancen bieten. So kann man der Auswanderung körperlich Arbeitender in derartige Gegenden mit gutem Gewissen das Wort reden. IV. Gemäßigte Klimate Bei der Betrachtung des gemäßigten Klimas ist zwischen konstant gemäßigtem, sommerheißem gemäßigtem und sommerkühlem gemäßigtem Klima zu unterscheiden. Wir hatten als gemäßigte Gürtel diejenigen bezeichnet, ,in denen mindestens vier Monatsmittel zwischen 10° und 20° C liegen und höchstens vier Monate 20° C überschreiten. Es ergeben sich hier folgende drei Unterteilungen: 1. Sommerheißes gemäßigtes Klima: Höchstens 4 Monate über 20° C, mindestens 4 Monate zwischen 10° und 20° C, ein bis einige Monate unter 10° C. 2. Konstant gemäßigtes Klima: Kein Monat über 20° C oder unter 10° C. 3. Sommerkühles gemäßigtes Klima: Mindestens 4, höchstens 11 Monate zwischen 10° und 20° C, mindestens 1, höchstens 8 Monate unter 10° C. Sommerheißes gemäßigtes Klima finden wir in Norda m e r i k a in einer Zone, deren nördliche Begrenzung etwa mit der Grenze Kanadas gegen die Vereinigten Staaten zusammenfällt, mit . Ausnahme des Felsengebirges und der westlichen Küstenregion; ihre südliche Begrenzung beginnt an der Ostküste etwa in Wilmington und folgt ungefähr der Südgrenze der Staaten Nord-Karolina, Kentucky und Missouri, um sich im Staate Kansas südwärts bis zum Nordteil von Texas zu wenden und wieder nordwärts bis zum 35. nördlichen Breitengrad zu verlaufen, dem sie dann weiterhin etwa bis zum Westhang der Sierra Nevada folgt; die Küste erreicht sie aber nicht, vielmehr hat diese sommerkühles gemäßigtes Klima. In Südamerika liegt die Nordgrenze des sommerheißen Klimas nur wenig südlich der La Plata-Mündung; sie verläuft zuerst rein westlich, dann nördlich, umschließt Cordoba und zieht dann westlich zum Fuß der Anden; danach folgt sie diesem südwärts bis zum 40. südlichen Breitengrad, mit dem sie dann bis zur Ostküste zusammenfällt. Die nördliche Hälfte Patagoniens hat sommerkühles gemäßigtes Klima, die südliche gehört schon zum kalten Klimagürtel. Die nordamerikanische, gemäßigte Zone hat von Osten nach Westen abnehmende Regenmengen, die an der atlantischen Küste um 1000—2000 mm, an der Westküste bis 500 mm betragen, mit Ausnahme eines schmalen Küstenstreifens in Kanada, der mehr als 2000 mm Niederschläge erhält. In Südamerika fäUt im nordöstlichen Teil gemäßigten Klimas zwischen 1000 und 250 mm Regen, in seinen südlichen und westlichen Teilen weniger als 250 mm. In Afrika gibt es nur einige Inseln gemäßigten Klimas, im Atlasgebiet sommerheißes gemäßigtes Klima; in einem Streifen, der sich vom Abessinischen Hochland bis nach dem Kenya und Kilimandscharo zieht, konstant gemäßigtes Klima, und im Kapland, mit Ausnahme einer schmalen Küstenzone, in der konstant gemäßigtes Klima herrscht, sommerheißes gemäßigtes Klima in einem Gebiet, dessen nordöstliche Begrenzung etwa in Clanwilliam beginnt, durch die Oranje- und Transvaalkolonie bis etwa nach Lydenburg verläuft und dann dem Ost- und Südhang des Gebirges folgt. Die Regenmenge im Atlasgebiet variiert zwischen mehr als 250 und 1000 mm, ebenso auch im gemäßigten Bereich der Südafrikanischen Union. In Australien herrscht sommerheißes gemäßigtes Klima in einem der Südküste etwa parallel laufenden, ca. 500 km breiten Streifen, der sich ostwärts verschmälert und auf etwa 136 Grad östlicher Länge seine östliche Begrenzung hat. Hiervon ist ein Streifen ausgenommen, der sich von Kap Leeuwin süd- und ostwärts erstreckt und etwa auf dem 124. östlichen Längengrad sein Ende erreicht. Dieser gehört zum konstant gemäßigten Klima. An den Westhängen des der Ostküste parallel laufenden Gebirgszuges nordwärts bis etwa zum 20. südlichen Breitengrade herrscht ebenfalls sommerheißes gemäßigtes Klima, wogegen die Osthänge sommerkühles gemäßigtes Klima haben, dem sich nordöstlich ein schmaler Streifen konstant gemäßigten Klimas anschließt. Diese gemäßigten Gebiete Australiens erhalten von 250 bis 1000 mm Regen. Nur an der Südküste östlich und nordöstlich von Melbourne und im Gebirge übersteigt die Regenmenge 1000 mm. Im Hinterland des Australgolfs zwischen 125 und 135° östlicher Länge fällt weniger als 250 mm Regen. Die Karte im Text zeigt diese Verhältnisse wieder sehr anschaulich. Sowohl an der Südspitze Afrikas, als auch im Süden und Südosten Australiens, findet man gemäßigtes Klima, inselförmig ins Subtropengebiet eingesprengt, wieder eine Folge der Höhenlage. In Südamerika dagegen beginnt das gemäßigte Klima erst wesentlich südlicher. Der Ansiedlung europäischer Auswanderer in den gemäßigten Gürteln stehen kaum klimatische Hindernisse entgegen. Doch sind die Niederschlagsverhältnisse hier von besonderer Wichtigkeit und müssen bei einer Ansiedlung nicht nur aus wirtschaftlichen, insbesondere landwirtschaftlichen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen genau berücksichtigt werden. 8