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Jüdische Auswanderung · 1939-04-01 · April 1939 · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
April 1939
Date
1939-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Scheidung des Jahres in warme, kühle und kalte Jahreszeiten, sondern eine jahraus jahrein fast gleichbleibende, heiße Zeit, die nur durch die größeren oder geringeren Regenmengen, die gewöhnlich in einer oder zwei Regenzeiten fallen, einige Veränderung zeigt. Weiterhin haben die tropischen Gebiete im geographischen Sinn, also der Gürtel der Erde zwischen dem 23. nördlichen und 23. südlichen Breitengrad, eine weitgehend gleichbleibende Tageslänge, so daß der längste Tag 13V2, der kürzeste IOV2 Stunden dauert und nur durch eine kurze Morgen- und Abenddämmerung von "je 10—15 Minuten verlängert wird. Es gibt also keine Tagesdauer von etwa 17 Stunden, wie bei uns im Juli, noch eine lange Dämmerung, noch die hellen Sommernächte, in denen es fast überhaupt nicht recht dunkel wird. Also nicht nur der Verlauf der Temperatur, sondern auch der des Tages ist von einer dem Europäer unbekannten Gleichförmigkeit. In diesem Klima ist die Hitze und Feuchtigkeit für die Kleinlebewesen (Bakterien), die als Erreger der Tropenkrankheiten in Frage kommen, außerordentlich günstig und ebenso für die als Ueberträger in Frage kommenden Insekten, so daß die Gefahr einer Erkrankung an Malaria, Gelbfieber und anderen Seuchen, wie auch an Typhus und Magendarmstörungen, größer ist als in der gemäßigten Zone. Das tropische Niederungsklima ist demnach als Stätte dauernder Ansiedlung für Weiße, zumal wenn sie aus einem Gebiet geringer Sonnenstrahlung und Hitze, wie Mitteleuropa, kommen, durchaus ungeeignet. Die wenigen, in diesem Klima „ansässigen" Weißen müssen fast stets, um weiter dort arbeitsfähig zu sein, in Abständen von einigen Jahren einen längeren Europa-Urlaub nehmen; auch haben sie gewöhnlich leitende Positionen inne; niemals aber können sie in tropischen Niederungen nennenswerte körperliche Arbeit leisten. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstrahlung schließen diese von vornherein aus. Fast alle in tropischen Niederungsgebieten begonnenen landwirtschaftlichen Siedlungen haben sich als nicht lebensfähig erwiesen und würden auch heute ebenso scheitern müssen, nicht zum wenigsten durch die abnehmende Fruchtbarkeit der W e i ß e n; nach den bisherigen Beobachtungen tritt in spätestens der vierten Generation Unfruchtbarkeit ein. In diesen Verhältnissen sieht Sapper die Ursache der Vermischung des weißen Elements mit der eingeborenen Bevölkerung im tropischen Zentral- und Südamerika. Die Mischlinge erweisen sich dann als ausdauernd. Die Verhältnisse im tropischen Höhenklima, das subtropisch bis gemäßigt ist, sind weitgehend andere: Die mittleren Temperaturen sind sehr viel niedriger und entsprechen, je nach der Meereshöhe, unseren Sommer- bis Frühlingsmonatsmitteln. Dabei ist aber im allgemeinen die Niederschlagsmenge etwa doppelt bis dreimal so groß wie bei uns, und mancher Monat fast ohne regenfreie Tage. Indessen ist der Temperaturunterschied zwischen Schatten und Sonne wegen der dünneren Höhenluft sehr erheblich, wie wir das auch in mitteleuropäischen Gebirgen wahrnehmen. Diese Schwankungen, denen man im tropischen Hochland viel schonungsloser ausgesetzt ist, führen, zusammen mit der oft hohen Luftfeuchtigkeit, zu starker Häufung der Erkältungskrankheiten. Eine wesentliche Schwankung der Temperatur im Laufe des Jahres herrscht auch in diesen Gegenden nicht, oft ist die Differenz zwischen dem wärmsten und kältesten Monatsmittel kaum mehr als 1°. Ebenso wie im tropischen Tiefland verändert sich die Tageslänge im Jahreslauf auch im tropischen Hochland nur in engen Grenzen und verstärkt auch hier wieder den gleichförmigen Temperaturgang. Zu diesen klimatischen Faktoren gesellt sich aber noch der der Höhe, die sehr erhebliche Abnahme des (barometrischen) Luftdruckes. Während der normale Barometerdruck in Meereshöhe 760 mm oder eine Atmosphäre (1 kg auf einen Quadratzentimeter) ist, beträgt der Druck in 1800 m Höhe nur noch 615 mm (oder 810 g pro Ouadratzentimeter), in 2200 m Höhe 580 mm (oder 760 g "pro Ouadratzentimeter) und nimmt mit wachsender Höhe noch" weiter erheblich ab. Diese Abnahme des Luftdrucks führt zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Körpers, die sich in erhöhter Herzarbeit und Vermehrung der roten Blutkörper ausdrückt. Darum sind Herzkranke und auch Herzschwache von vornherein für eine Besiedlung tropischer Höhengebiete ausgeschaltet. Aber auch für Herzgesunde ist körperliche Arbeit in der Höhe als Dauerzustand kaum möglich, sofern sie nicht etwa aus Hochlandsregionen stammen. Ein interessantes Beispiel für die lebenverkürzende Wirkung des Hochlandes gibt der bekannte Geograph Prof. Knoche. Die Hauptstadt Ecuadors, Quito, die 2850 m über dem Meere liegt, ist von Malaria und anderen schwereren Tropenkrankheiten im ganzen verschont. Indessen ist dort das durchschnittliche Lebensalter nicht höher als in dem unter ungünstigen klimatischen und hygienischen Verhältnissen in 50 m Höhe liegenden Guayaq u i 1, das eine hohe Erkrankungsziffer an Malaria und anderen Tropenkrankheiten aufweist. In Quito bildet das Erlahmen des Herzens die weitaus häufigste Todesursache! Dabei liegt die Temperatur dort in allen Monaten um 12°, also etwa wie bei uns im Mai. Bei der Verträglichkeit des tropischen Höhenklimas spielt aber nicht nur der niedrige Luftdruck bei der an sich sogar mäßigen Temperatur eine Rolle, sondern auch alle anderen, schon beim tropischen Niederungsklima berührten Faktoren. Die Gleichförmigkeit des Jahreslaufs, sowohl hinsichtlich der Temperaturen wie der Tageslänge, stellt auf die Dauer für den Europäer auch seelisch eine Belastung dar; alles zusammen führt zu der Notwendigkeit, längere Urlaubszeiten in der gemäßigten Zone zu verbringen. IIL Subtropische Klimate Der subtropische Gürtel umfaßt die Gebiete nördlich und südlich der tropischen Zone, also die Gegenden, in denen vier bis elf Monate eine mittlere Temperatur von über 20° C herrscht. Es ergibt sich hier eine nochmalige Unterteilung in Gegenden, deren Klima dem tropischen noch sehr angenähert ist, in denen weniger als vier Monate im Mittel unter 20° C liegen, und eine deutlich kühlere Zone, in der vier und mehr Monate unter 20° C bleiben. In Nordamerika herrscht subtropisches Klima in den Staaten Südkarolina, Tennessee, Arkansas, Oklahoma, Texas und Neu-Mexiko unter Aussparung der höheren Gebirgsregion, in Teilen von Kalifornien, Nevada, Arizona und dem nördlichen Teil Mexikos. In Südamerika gehören das nördliche Argentinien, ganz Uruguay, Paraguay und die brasilianischen Staaten Rio Grande do Sul, Sta. Catharina, Parana und Sao Paulo zum subtropischen Gebiet, sowie an der Westküste ein Küstenstreifen vom 4. Grad bis zum 23. Grad südlicher Breite. In diesem subtropischen Gebiet fallen im Osten Nordamerikas zwischen 1000 und 2000 mm Niederschläge, nach Westen hin nimmt die Menge bis auf 250 mm ab. In seinem südamerikanischen Bereich schwankt die Regenmenge zwischen 1000 und 2000 mm und nimmt nach Osten und Süden bis auf etwa 1000 mm ab. Inhaber Dr. Fritz Israel Silberstein SüA'aüa, zicA' ein - hü4 tfitktwtziii b

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