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Jüdische Auswanderung · 1939-04-01 · April 1939 · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
April 1939
Date
1939-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Diese Mittelwerte, die den wärmsten und kältesten Monat betreffen, erscheinen als Folge der Durchschnittsberechnung für die Julitemperatur niedrig, da die größte Tageshitze nur wenige Stunden zu währen pflegt, und umgekehrt für die Januartemperaturen hoch. Die höchsten in Berlin beobachteten Temperaturen liegen im Durchschnitt bei 33° C, die niedrigsten bei — 14° C. Die mittlere Schwankung der Temperatur im Tageslauf, d. h. der monatliche Durchschnitt aus den Differenzen der höchsten und tiefsten Temperaturen jedes Tages, beträgt im Sommer ca. 11° C, im Winter ca. 4°C. Um diese trocknen Zahlen etwas anschaulicher werden zu lassen, können wir auch sagen: Ein Sommer, in dem uns oft recht heiß wird und die Schulkinder nicht selten hitzefrei bekommen, weil die Temperatur im Schatten 25° übersteigt, zeigt im Zahlendurchschnitt doch nur 18°. Ebenso hat ein Winter, in dem wir oft wochenlang Gelegenheit zum Wintersport haben, eine Durchschnittstemperatur von nur wenigen Zehntelgraden unter Null. Im folgenden ist deshalb immer zu beachten, wie sehr die Durchschnittsberechnung die Extreme der Temperaturen einebnet. Die Häufigkeit des Regen- oder Schneefalls beträgt in Berlin für den Dezember im Durchschnitt 16 Regentage (d. h. Tage, an denen es schneit oder regnet), und in den heitersten Monaten Juni und September 12 Regentage. Dabei ist die Niederschlagsmenge im ganzen Jahr, kurz Regenmenge genannt, 570mm (Schnee und Hagel eingeschlossen). Der Juli ist mit einer Regenmenge von 80 mm der feuchteste, der Februar mit 30 mm der trockenste Monat. Je höher die Temperatur und Feuchtigkeit der Luft ist, um so unangenehmer verspüren wir die Feuchtigkeit als Schwüle, besonders bei fehlender Luftbewegung, weil die Verdunstung des Schweißes von der Hautoberfläche, die dem Körper Kühlung schaffen soll, nur sehr schwer möglich ist. Durch den Wind wird die Möglichkeit der Schweißverdunstung von der Haut vergrößert, so daß Hitze und Schwüle dann weniger unangenehm empfunden werden. Wir wollen uns nun der Begrenzung der Klimazonen in großen Umrissen zuwenden. Die Erdkarte des Titelblatts stellt diese Verhältnisse im groben dar. Auf der östlichen (rechten) Hälfte sind Europa, Asien, Afrika und Australien dargestellt, auf der westlichen (linken) Nord- und Süd-Amerika. Isothermen sind Linien, die Gegenden gleicher Temperatur verbinden. Die hell schraffierte Zone hat also eine mittlere Jahrestemperatur von 20° C und darüber und umfaßt das tropische und Teile subtropischen Gebiets. Die dunkle Schraffierung umfaßt den Rest des subtropischen und das gemäßigte Klima. Polwärts der 10° C-Isotherme des wärmsten Monats liegt das Polarklima, d. h. der wärmste Monat bleibt hier unter einer Durchschnittstemperatur von 10° C. Der tropische Gürtel umfaßt in Amerika etwa die Ostküste Zentralamerikas von Tampico südwärts, die Westküste von Kap Corrientes südwärts, dann vom mexikanischen Staat Chiapas an südwärts ganz Zentralamerika mit Ausnahme der Höhenregion, und den nordwestlichen Teil Südamerikas, also das Tiefland Columbiens im Magdalenagebiet, und den westlich von der Ostkordillere gelegenen Teil; weiter den nordöstlichen Teil Südamerikas, der südlich begrenzt ist durch Rio de Janeiro, und die brasilianischen Staaten Bahia, Minas Geraes, Goyaz, Matto Grosso bis zum Osthang der Anden; er schließt also Nordbrasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Columbien, Venezuela mit Ausnahme des Hochlandes und Guayana mit Ausnahme des Tumuc-Humac-Gebirges ein. Die Regenmengen in den tropischen Gebieten Zentralamerikas betragen an der Ostküste zwischen 1000 und mehr als 2000 mm, während sie im Innern und an der Westküste zwischen 1000 und höchstens 2000 mm bleiben. Im Amazonasgebiet Südamerikas fallen über 2000 mm, ebenso an der Küste von Guayana und der brasilianischen Ostküste von Kap Roque bis in die Breite von Rio de Janeiro. Im übrigen tropischen Südamerika liegen die Werte der Regenmengen zwischen 1000 und 2000 mm, mit Ausnahme des brasilianischen Berglandes, in dem die Regenmengen zwischen 500 und 1000 mm liegen. Uebrigens können die Regenmengen auch zwischen nahe benachbarten Orten sehr stark wechseln, so daß eine besondere Beschäftigung mit den Feuchtigkeitsverhältnissen für das spezielle Auswanderungsziel notwendig ist. In Afrika ist der Tropengürtel nördlich begrenzt etwa durch den 18. Grad nördlicher Breite; seine südliche Begrenzung beginnt an der Ostküste etwa in 20 Grad südlicher Breite, verläuft nordwestlich bis zum Tanganjikasee und folgt dann westlich etwa dem 8. südlichen Breitengrad mit Ausschluß der Höhenregionen. Im tropischen Afrika liegen die Regenmengen überwiegend zwischen 1000 und 2000 mm, über 2000 mm nur an der Sierra-Leone-Küste, im Südwesten von Nigeria und im Küstengebiet von Kamerun. In Asien umfaßt die Nordgrenze der tropischen Zone einen schmalen Streifen Arabiens, die Indusmündung, das Tiefland Vorderindiens, die Gangesmündung und Hinterindien südlich des Hochgebirges, die Halbinsel Malakka und die Sundainseln mit Ausnahme ihrer Hochgebirge. An der Westküste Vorderindiens, an der West- und Ostküste Hinterindiens, auf der Halbinsel Malakka und auf den Sundainseln beträgt die Regenmenge mehr als 2000 mm, in den übrigen tropischen Gebieten Asiens zwischen 1000 und 2000 mm. Den Tropengürtel Australiens bildet eine etwa 200 km breite, nördliche Küstenzone im Kimberley- Distrikt Westaustraliens, in Arnhemland und um den Carpentariagolf, sowie die Halbinsel York. Die Regenmenge in diesen Gebieten übersteigt 2000 mm nur im Norden der Halbinsel York und hält sich sonst zwischen 1000 und 2000 mm. II. Tropisches Klima Wenn wir uns nun den klimatischen Verhältnissen des tropischen Gürtels näher zuwenden, so sehen wir, daß alle Monate eine Durchschnittstemperatur von mehr als 20° C haben, eine Höhe, wie sie in Berlin mit keinem Monatsmittel erreicht wird. Sofern sich in dieser Zone Gebirge erheben, nimmt auf diesen die Temperatur mit zunehmender Höhe ab. Diese Verhältnisse werden auf der nebenstehenden Klimakarte deutlich. Innerhalb des tropischen Gürtels sieht man überall da, wo sich Gebirge erheben, Inseln kühleren Klimas eingesprengt. Der Klimatologe Koppen gibt hierüber folgende (von uns gekürzte) Tabelle: Obere und untere Grenzen der verschiedenen Klim agürtel Tropisches Klima m Subtropisches Klima m Sommerheifies gemäßigtes Klima m Konstant gemäßigtes Klima m Sommerkühles gemäßigtes Klima m Mexiko......... 0— 500 500—1700 1700—1800 2200—2700 2700—3600 Aequatoriale Anden . 0—1000 1000—1500 — 1500—3400 3400—3600 Peru, Westabhang . . — 0— 200 — 200—12C0 1200—2000 Rio de Janeiro .... 0— 200 200—1100 — 1100— — 0—1000 1000—1300 — 1300— — Gabun (Afrika) .... 0— 700 700—1000 — 1000—2400 2400—2800 0— 700 700—1600 — 1600 -2300 2300—3300 — 0— 800 800-1650 — 1650— — 0— 500 _ 500— 950 950—2200 Kap der Guten — — — 0— 450 450— Chile in 20«S___. — — — — 0-1700 Diese Abnahme der Temperatur hat in Zentralamerika und Südamerika zur Unterscheidung von drei Stufen des Klimas geführt. Man unterscheidet dort das heiße Land von Meereshöhe bis zu etwa 600m, das gemäßigte Land zwischen 600 und 1800m und das kalte Land oberhalb 1800m. Zu der hohen Durchschnittstemperatur, die besonders in den Niederungsgebieten einiger als Auswanderungsländer in Frage kommender Länder herrscht und etwa 24—27° C beträgt, kommt durch die reichlichen Regenfälle eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die in einigen Gegenden nur sehr wenig, etwa zwischen 84 und 94 <y0, schwankt. Innerhalb dieser Gebiete ist außerdem die größte Jahresschwankung der Temperatur 5° C zwischen höchstem und niedrigstem Monatsmittel (gegen ca. 19° C in Berlin!). Es gibt also dort keine 6

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