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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 23

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 23 (sequence 27)
Language
German
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Blei, Wismuth, Antimon, Wolfram, Zink und andere Metalle, ferner Erdöl gefunden und gefördert. Zinn ist das wichtigste Erzeugnis und bringt über zwei Drittel des Wertes der Ausfuhr ein; — unter den Zinnlieferanten der Welt steht Bolivien an dritter Stelle. Das Zinnerz wird in konzentriertem Zustande zur Verhüttung geschickt; etwa 80 v.H. der Ausfuhr nimmt England auf, von wo dann das ausgeschmolzene Zinn nach den Vereinigten Staaten weiter geschickt wird. Die bolivianische Ausfuhr von Zinnerzen betrug 1936 24 074 t im Werte von rund £ 5 Millionen und im Jahre 1937 25 530 t, erheblich wen'ger als Bolivien nach der Quotenfestsetzung des internationalen Zinnkartells zustand (rund 50 000 t). Die vier wichtigsten Zinnbergbaubezirke sind Potosi, Oruro, La Paz und Chorolque. Der Zinnbergbau umfaßt etwa 300 Betriebe, darin 264 Kleinbetriebe. Die Führung liegt bei der Firma Patino, der auch erhebliche Zinnerzgruben auf den malaischen Inseln gehören. Dem Werte der Ausfuhr nach ist mit weitem Abstand nach dem Zinn das Silber das wichtigste Metall. 1937 wurden rund 280 t im Werte von £ 780 000 ausgeführt. D e Entwicklung des meist noch primitiven Goldbergbaus wird zur Zeit von der Regierung intensiv gefördert; ein Teil der Produktion muß der Zentralbank abgeliefert werden. Die Erdölerzeugung Boliviens ist noch gering und nur für den heimischen Bedarf bestimmt. Die Aufschiebung der großen Erdöllager soll mit der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse vor sich gehen. Insbesondere sind Bahnverbindungen nach und durch Brasilien und Argentinien geplant. Das erdölführende Land ist nationalisiert worden. Die früher von der Standard Oil Comp, betriebenen Anlagen und Raffinerien in der Nähe der argentinischen Grenze sind im Zuge der Nationalisierung 1937 von der bolivianischen Regierung beschlagnahmt worden (weil angeblich das aus bolivianischem Boden geförderte Oel heimlieh über die argentinische Grenze geschafft worden sei); sie sind in das Eigentum der Verwaltung der Staatsölfelder (Yacimientos Petroliferos Fiscales) überführt worden, die die Erforschung und den Aufschluß der dem Staat vorbehaltenen Landstrecken unternehmen soll. Dabei ist auch an starke Beteiligung des privaten Kapitals gedacht. Die Erdölproduktion der Standard Oil Comp, in Bolivien betrug 1936 rund 4,3 Millionen Gallonen. „Die Industrie befindet sich in ihrem Anfangsstadium, und man verspricht sich für die nächste Zukunft keinen unmittelbaren Fortschritt. Fast alle verarbeitenden Werke des Landes befinden sich in La Paz. Ihre Produktion erstreckt sich auf Zement, Mehl, Seife und Kerzen, Lederwaren, Baumwolltextilien, Papier und Papierschachteln, Möbel, Alkohol, Bier, Mineralwasser, Mosaike, Süßigkeiten, Streichhölzer und Makkaroni. Auf jeden Fall ist die Gesamtproduktion gering und dient nur der Versorgung der heimischen Nachfrage. Das Zementwerk in Viacha, nahe La Paz, produziert etwa 4000 barreis monatlich. Eine Baumwoll-Spinnerei, die 1929 zu arbeiten begann, produziert jetzt etwa 18 300 m Tuch täglich. Eine Woll-Spinnerei wurde in La Paz 1930 in Betrieb gesetzt, eine neue Getreidemühle mit einer jährlichen Kapazität von 12 000 t arbeitet seit 1931. Eine Zigarettenfabrik ist in La Paz errichtet worden. Das hauptsächliche Hindernis für Boliviens industrielle Entwicklung ist der Mangel an billigem Feuerungsmaterial. Kohle wird nicht gefördert, und die Importkosten sind hoch. Dieselmotoren werden weitgehend zur Krafterzeugung benutzt. Die ausgenutzte Wasserkraft soll in Punata 2500 PS, in La Paz 2000 PS, in Cochabamba 1000 PS, in Potosi 500 PS und in Sucre 157 PS betragen." (South American Handbook 1938) Die Regierung verleiht einer Industrie erst vollen Zollschutz, wenn sie imstande ist, den inländischen Markt vollständig mit ihrer Produktion zu versorgen. Doch wird die Einfuhr von Maschinen, Halbfertigwaren usw. zur Errichtung einer neuen Industrie von der Regierung erleichtert. 4. Der Außenhandel Der Wert der Ausfuhr Boliviens betrug 1936: 55,5 Millionen Bolivianos, der Wert der Einfuhr 100,0 Millionen Bolivianos. Infolge der starken Entwertung des Bolivianos während der letzten Jahre ist die Bedeutung der in Landeswährung angesehenen Zahlen über den Außenhandel nur annähernd durch Umrechnung auf eine andere Währung zu ermitteln. In Millionen Reichsmark ausgedrückt, betrug 42,6 Millionen Reichsmark, 34 89,6 84,9 die Einfuhr im Jahre 1935 im Jahre 1936 die Ausfuhr im Jahre 1935 im Jahre 1936 Rechnungsmäßig ergibt sich ein beträchtlicher Ausfuhrüberschuß; jedoch ist nach einer englischen Schätzung vom Wert der Ausfuhr 25 v. H. abzusetzen, der Wert der Einfuhr aber um 20 v. H. zu erhöhen, wodurch sich der Ausfuhrüberschuß wesentlich verkleinert. Immerhin aber dürfte er nicht fiktiv sein, da ein großer Teil des Bergbaues in nationalen bolivianischen Händen liegt. 1933 stammten 30 v.H. der Einfuhr aus den Vereinigten Staaten von Amerika, 22 v.H. aus Großbritannien, 5,7 v.H. aus Deutschland; von der Ausfuhr gingen 82,2 v.H. nach Großbritannien, 4,4 v.H. nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Warenaustausch mit Deutschland hat sich in den letzten drei Jahren ungefähr verdoppelt. Diese Intensivierung ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß die Bezahlung mit Askimark den Handelsverkehr wesentlich erleichtert und den bolivianischen Importeuren große Kursgewinne zugutekommen läßt. Seit 1937 ist eine direkte Aski-Verrechnung mit Bolivien möglich, während sie vordem über Peru ging. Im Jahre 1937 bezog Deutschland von Bolivien Waren im Werte von rund 11 Millionen Reichsmark, hauptsächlich Erze, danach auch Felle und Häute. Die deutsche Ausfuhr nach Bolivien im Werte von 5,6 Millionen Reichsmark umfaßte hauptsächlich nachstehende Warengruppen: RM Farben usw. 293 000 Sprengstoffe 335 000 Glaswaren 260 000 Eisenwaren 737 000 Maschinen aller Art 621 000 Fahrzeuge aller Art 276 000 Elektrotechnische Erzeugnisse 171 000 Pharmazeutische u. kosmetische Präparate 421 000 5. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Zeit Der Krieg Boliviens gegen Paraguay um den Besitz des Chaco Boreal von 1932 bis 1935 hat das Land sehr angestrengt und seine Entwicklung gehemmt. Da jedoch in die gleiche Zeitspanne die Aufschwungsperiode der letzten Weltkonjunktur fiel, konnte von 1933 bis 1935 immerhin die Zinnerzförderung, die für die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes entscheidend ist, bei steigenden Preisen nahezu verdoppelt werden. Trotzdem mußte der Krieg mit einer Inflation und mit Vergrößerung der Staatsschulden bezahlt werden: der Kurs des Boliviano (Parität nach dem Münzgesetz von 1928 1,53 RM) fiel von 1,11 RM im Jahresdurchschnitt 1933 auf 0,60 RM im Jahresdurch- Für Auswanderer sachkundige Beratung Verwaltung von Vermögen / Liquidationen / Gutachten Beste Referenzen JULIUS ISRAEL KURZ Wirtschaftsberater Treuhänder Tel. 391115 / Berlin NW87 / Tüe-Wardenberg-Str. 19 23

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