Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1938. Bestand LBI
- Issue
- Juli 1938
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 44 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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Weizenernte tätigen Wanderarbeiter wurde für den Beginn des Jahrhunderts auf 250 000 geschätzt; durch die weite Verbreitung des Mähdreschers aber ist die Wanderarbeit in diesem Landwirtschaftszweig nun ganz verschwunden. Anders liegt die Sache bei dem anderen großen Monokulturerzeugnis Baumwolle; da hier trotz verschiedener Versuche die maschinelle Ernte noch nicht möglich ist, sind hier nur in den Staaten Texas und Oklahoma zur Erntezeit immer noch etwa 50 000 Wanderarbeiter tätig. Ein Teil der Farmen ist mit modernen Einrichtungen, Maschinen usw. versehen, worüber folgende Statistik Auskunft gibt: Von 100 Farmen besaßen: Fernsprecher 34;0 Wasserleitung im Haus 15,8 Wasserleitung im Bad 8,4 Elektrische Beleuchtung der Wohnung 13,4 Automobile 58,0 Lastkraftwagen 13,0 Traktoren 13,5 Elektromotoren, für Landarbeit 4,1 Feststehende Gasmotoren 15,0 Mit Ausnahme der Verbreitung der Automobile scheint diese Aufstellung zunächst nicht einen besonders hohen Stand der Technisierung des Farmlebens zu beweisen. Man muß aber auch hier wieder, wie stets, den Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden beachten. Der Süden ist wegen des großen Anteils der Neger an der Farmwirtschaft zivilisationsmäßig zurückgeblieben, und wegen des großen Anteils von Baumwolle und Tabak am Ackerbau der Maschinisierung noch nicht zugänglich. Für den ersten Tatbestand sei nur angeführt, daß in den Neu-England-Staaten und im Pazifischen Bezirk in einzelnen Staaten über 70 v. H. der Farmen Wasserleitung im Hause haben, in manchen Staaten des Südens aber weniger als drei. Mit Gas- oder Elektromotoren sind in den Bezirken intensiver Landwirtschaft und Getreidebaus 40 bis 50 von 100 Betrieben ausgerüstet, im Süden oft nicht einer, und ähnliche Verhältnisse gelten auch für die Ausrüstung mit Traktoren und Lastkraftwagen. Jedoch macht sich die Maschinisierung auch im Baumwollgebiet mehr und mehr geltend, und zwar weniger durch die Versuche, die Ernte zu maschinisieren als durch den Traktor, der wichtige Arbeit bei der Bestellung leistet. In diesem Zusammenhange sei vermerkt, daß der alte Süden mehr und mehr vom Pächter-Kleinbetrieb zum Eigentümer-Großbetrieb mit wenigen, aus der Stadt herangeholten Arbeitern übergeht. Die Zahl der Negerfarmen belief sich 1935 auf 856 000, wovon 816 000 in den Südstaaten lagen. Die Durchschnittsgröße der weißen Farm betrug 69 ha, die der Negerfarm nur 18 ha. Von den 816 000 Negerfarmen des Südens waren 629 000 (77 v. H.) Pachtbetriebe. c) Einkommensverhältnisse Die Gesamteinnahme der Landwirtschaft belief sich im Jahre 1936 auf 9,05 Milliarden Dollar, zu denen noch Regierungssubventionen im Rahmen des Rooseveltschen Agricultural Adjustment Act in Höhe von 480 Millionen Dollar traten. Der Erlös aus der Ernte betrug 3,87 Milliarden Dollar, der Erlös aus Tierhaltung und ihren Erzeugnissen 5,18 Milliarden Dollar. An diesem Gesamteinkommen nimmt aber vorläufig nur die Hälfte der Farmer in befriedigender Weise teil; die andere Hälfte bleibt unter einem Durchschnittswert ihrer Produkte von 1000 $ im Jahre. Zwei Drittel dieser zweiten Klasse von Farmern befindet sich in den 16 südlichen Staaten; im Norden sind an ihr vorwiegend die nordöstlichen Staaten Ohio, Michigan, Indiana, Illinois (Südteil) und Missouri beteiligt. Ein Ertrag unter 1000 9 Wert liegt unter dem nordeuropäischen Durchschnitt, und so erklärt es sich, daß der Hauptstrom nach der Stadt aus den genannten Gegenden kam. Für das Jahr 1929 hat man bei einer Gesamtzahl von damals 6,3 Millionen Farmen berechnet, daß 500 000 Farmen im wesentlichen nur die Ernährung ihrer Bewirtschafter lieferten, und 340000 auf wenigstens 150 Tage Außenarbeit aufgebaut waren. Die übrigen 87 v. H. waren vorwiegend auf Veräußerung ihrer Produkte eingestellt, 22 v. H. aber (1,4 Millionen) gehörten zu Betrieben der Monokulturen wie Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr. Hier handelt es sich meist um Pachtbetriebe von ausgesprochener Armut, die vorwiegend Negern gehören. Drei Millionen Farmer erreichten einen höheren Ertrag als 1000 $, konnten also mit einem ausreichenden Einkommen rechnen. 2. Der Bergbau Wenn die Vereinigten Staaten heute in der Weltwirtschaft weitaus die erste Stelle innehaben, so liegt dies nicht am wenigsten in ihrem gewaltigen Reichtum an Bodenschätzen begründet. Außer Zinn gibt es kaum ein Mineral, das nicht innerhalb der Landesgrenzen gewonnen würde. Hinzu kommen noch die zum großen Teil unerschlossenen Reserven in den abhängigen Gebieten, wie vor allem der Kohlenreichtum Alaskas. Welch überragenden Anteil die Vereinigten Staaten an der Welterzeugung der wichtigsten Bodenschätze haben, zeigt folgende Statistik für das Jahr 1936. W a r e Einheit Gewinnung U SA. Welt Steinkohle Mlln t 443,4 1 226,6 Erdöl Mlln t 148,7 245,6 Naturgas Mdn cbm 53,1 — Eisenerz Mlln t 49,6 172,8 Bleierz*) 1000 t 334,3 1 470,7 Kupfererz*) 1000 t 546,9 1 709,2 Zinkerz*) 1000 t 522,7 1 686,1 Bauxit 1000 t 375,0 Schwefel 1000 t 2 048,0 — Roheisen Mlln t 31,5 91,7 Rohstahl Mlln t 48,5 124,0 Gold 1000 kg 116,0 1 097,0 Silber 1000 kg 1 872,0 7 801,0 Platin u. verw. kg 3515,0 *) Metallinhalt Von der Bedeutung des Bergbaues innerhalb der gesamten Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten geben folgende Zahlen eine gewisse Vorstellung: Der Gesamtwert der bergbaulichen Erzeugung der Vereinigten Staaten betrug 1935 3,7 Milliarden Dollar, wovon 722 Millionen Dollar auf metallische, 2970 Millionen Dollar auf nichtmetallische Produkte entfielen. Ueber die Zahl der bergbaulichen Betriebe und der in ihnen tätigen Personen liegen neuere Angaben leider nur aus dem Jahre 1929 vor; die Petroleum- und Naturgas- Gewinnung ist darin nicht enthalten. Es betrug damals die Zahl der produzierenden Betriehe 10 135 die Zahl der Beschäftigten 864 000 davon Arbeiter 806 000 die Lohn- und Gehaltssumme 1 230 Millionen $ die installierte motorische Kraft 7,5 Millionen PS Für die relative Bedeutung der einzelnen Zweige des amerikanischen Bergbaues sind folgende Zahlen (für das Jahr 1929) bezeichnend: Erzeugnis Betriebe Arbeiter Wert der Gewinnung Millionen £ Kohle 5923 601 500 1352 Kupfer 180 44 500 283 Eisenerz 208 28500 197 Blei und Zink 375 25900 112 Gold und Silber 295 8500 30 Kalk 1256 32300 117 Granit 434 10000 30 Reiseschreibmaschinen für die Auswanderung Amerikanische Tastatur USA. Einfuhr zollfrei Friedrich ROTHHOLZ, Ingenieur Berlin - Charlottenfourg, Wielandstr. 18, tlirekt am KurfürKtendamni Telefon 31 54 33 Unverbindliche Beratung und Vorführung UU