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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 71

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 71 (sequence 77)
Language
German
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behindert. Man versucht freilich, die vorhandenen mexikanischen Schiffahrtslinien von Regierungsseite zu unterstützen. So wurde kürzlich Schiffen, die nicht die mexikanische Flagge führen, die Beförderung von Küstenpassagieren und der Frachtdienst zwischen mexikanischen Häfen verboten. 5. Außenhandel Der Außenhandel Mexikos zeigte in den letzten Jahren folgende Entwicklung: Außenhandel Mexikos 1934—1936 Ausfuhr .... Einfuhr .... Ausfuhrüberschuß (in Pesos) 1936 775 600 000 464 300 000 1935 756 796 337 407 722 128 1934 644 712 000 310 824 000 $ 311 300 000 349 074 209 333 888 000 An weitaus erster Stelle stehen im mexikanischen Außenhandel die Vereinigten Staaten, die 1935 etwa % des Gesamtvolumens beherrschten. Diese überragende Stellung beruht nicht nur auf geographischen Gründen, sondern auch auf der Gewohnheit der mexikanischen Kaufleute, alles erst in letzter Minute und in möglichst kleinen Quantitäten zu bestellen, sowie auf der Regelmäßigkeit und Häufigkeit der Handelsreisen, die aus USA. nach Mexiko unternommen werden. Nach der amerikanischen Statistik bezog 1936 Mexiko aus den Vereinigten Staaten insgesamt Waren im Werte von 76,04 Millionen Dollar, während es nach den Vereinigten Staaten Waren im Werte von fast 49 Millionen Dollar lieferte, wozu aber Gold im Werte von 40,7 Millionen Dollar und Silber im Werte von 30,4 Millionen Dollar kamen, so daß insgesamt die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten die Einfuhr sehr erheblich überragte. Deutschland und England konkurrieren im allgemeinen etwa um den zweiten Platz im mexikanischen Außenhandel, doch hat gerade in allerletzter Zeit Deutschland England weit überflügelt. Wie stark Deutschland als Abnehmer mexikanischer Waren seine Position gegenüber andern Ländern verbessern konnte, zeigt folgende mexikanische Statistik, welche die mexikanische Ausfuhr in den ersten 10 Monaten 1936, verglichen mit der gleichen Zeitspanne 1935 zeigt: Entwicklung der mexikanischen Ausfuhr nach den wichtigsten Abnehmerländern Zunahme der Ausfuhr der ersten 10 Monate nach: Deutschland Japan Belgien Cuba Schweden Norwegen Vereinigte Staaten 1936 1936 gegen 1935 67 0/o 63 o/o 33 o/o 30 o/o 30 o/o 11 o/o 9 o/o gegen 1935 10 o/o 11 o/o 29 o/o 30 o/o 51 o/o 51 o/o 68 o/o Abnahme der Ausfuhr der ersten 10 Monate nach: Frankreich England Holland Italien Portugal Argentinien Spanien Deutschland bezog aus Mexiko besonders Zink, Blei, Rohpetroleum, Kaffee, Rinder häute, Baumwolle, Reis, Sisalhanf, Nutzhölzer und Reiswurzel. Auch die deutsche Ausfuhr nach Mexiko nahm stark zu, was zum großen Teil dem Verrechnungsverfahren mit Aski-Mark zuzuschreiben ist. Die wichtigsten Waren, die Mexiko von Deutschland bezog, waren Eisenwaren, einschließlich Eisen- und Stahlröhren, Bleche, Maschinen, Apparate und W erkzeuge für Industrie und Landwirtschaft, ferner elektrisches Material, Drogen, Chemikalien und Spielwaren. In der Natur der deutschen Ausfuhr spiegelt sich die früher erwähnte Tendenz zur Industrialisierung Mexikos. 6. W ährung und Finanzen Durch ein Gesetz des Jahres 1925 wurde einheit der Goldpeso ($) festgesetzt; als Geldseine Parität zur Reichsmark beträgt: mex. $ 1,— 2,09 RM. 1931 wurde die Währung auf Silber gestellt; Geldeinheit war jetzt der Silberpeso zur gleichen Parität. Als 1935 die Silberaufkäufe der USA. einsetzten, ging die mexikanische Regierung vom Silberstandard ab, zog die Silbermünzen ein und ersetzte die Silberwährung durch eine reine Papierwährung. Der Papierpeso wurde im Verhältnis mex. $ 3,60 USA. $ 1,— stabilisiert und hielt sich seitdem auf dieser Höhe. Dementsprechend notiert gegenwärtig mex. $ 1,— 0,69 RM. Die Staatsfinanzen nahmen 1936 eine außerordentlich günstige Entwicklung. Die Staatseinnahmen erreichten mit 360 Millionen Pesos eine Rekordziffer und überstiegen den Voranschlag um 73 Millionen Pesos. Da auch aus dem Vorjahr noch ein erheblicher Ueberschuß vorhanden war, und im Laufe des Jahres innere Anleihen in Höhe von 291/2 Millionen untergebracht wurden, stand der Regierung ein Mehrbetrag von etwa 117 Millionen zur Verfügung; dieser wurde für den Bau von Straßen, Eisenbahnen, Bewässerungssystemen, sowie den Ausbau des genossenschaftlichen und landwirtschaftlichen Kreditwesens verwandt. Der Voranschlag für 1937 sieht Gesamtausgaben in Höhe von über 333 Millionen Pesos vor. 7. Konjunktur Bei verhältnismäßig ruhigen innerpolitischen Verhältnissen und steigenden Weltmarktpreisen fast sämtlicher Exportprodukte machte die Besserung der wirtschaftlichen Lage 1936 weitere Fortschritte. Der Geschäftsgang in Handel und Industrie war im allgemeinen recht befriedigend, obwohl zahlreiche Streikbewegungen zeitweilig zu Rückschlägen führten. Durch die höheren Staatseinnahmen wurde die Regierung instand gesetzt, sehr erhebliche Mittel zur Durchführung des sogenannten Sechs-Jahres-Planes aufzuwenden, so daß die Wirtschaftsbelebung auch durch staatliche Initiative eine starke Förderung erfuhr. Der erwähnte Sechs-Jahres-Plan, auf dem sich die Wirtschaftspolitik der Regierung aufbaut, legt den Nachdruck auf eine gerechtere Verteilung des Bodens, d. h. die Agrarreform, und auf die Hebung des Lebensstandards, ebenfalls in erster Reihe unter der Landbevölkerung. Die Indexzahlen zeigen ein stetiges Steigen der Lebensmittelpreise, was darauf zurückgeführt wird, daß sich die Nachfrage infolge der allgemeinen Lohnaufbesserungen gehoben hat, und daß andererseits trotz mittelmäßiger Ernten größere Ausfuhren von Mais und Vieh vorgenommen wurden. Setzt man die Preise des Jahres 1929 (das heißt des letzten Jahres vor der Weltwirtschaftskrise) immer 100, so betrugen im Dezember 1936 die Indexzahlen für Lebensmittel 114,3, für andere Konsumartikel 116,6, für industrielle Rohstoffe 115,9; dagegen für Minenaktien — im Zusammenhang mit dem Sinken des Silberpreises in der Krise — 53,4, für Industrieaktien aber 117,4. (Die vorstehenden Angaben sind zum großen Teil dem vorzüglichen Bericht der Deutsch-Südamerikanischen Bank für 1936 entnommen) IV. Kultur und Jüdisches Leben Die große Masse der Bevölkerung ist ebenso arm wie ungebildet. Fast 60 <y0 der über 10 Jahre alten Mexikaner konnten (nach der Volkszählung des Jahres 1930) weder lesen noch schreiben; im Distrikt von Mexiko-City waren es 23 o/o. Vor allem steht die indianische Bevölkerung zivilisatorisch auf niedriger Stufe. , Der.Schulbesucn ist aber heute Pflicht und der Unterricht wird neuerdings auch auf den höheren Schulen um- SILBERSTEIN s, C 0 Umzüge nach allen Orten der Welt BERLIN S036 REICHENBERGER STRASS E 154 71

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