Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand LBI
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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tätig zu sein. Der Antragsteller muß nicht mexikanischer Bürger sein, muß aber mindestens 5 Jahre im Lande wohnen. b) Die Zulassung von Verwandten hat bedingten Charakter während 5 Jahren, bei jährlicher Bestätigung, solange die festgesetzten Bedingungen erfüllt werden. c) Die Einwanderer haben eine Kaution zu stellen für 5 Jahre, die die Kosten der Rückbeförderung garantiert; nach Verlauf von 5 Jahren und unter der Voraussetzung, daß die besagten Bedingungen erfüllt worden sind, wird endgültige Aufenthaltsgenehmigung erteilt. d) Wenn unter dem Schutz der besagten Artikel eingewanderte Minderjährige im Verlauf der 5 Jahre ihrer bedingten Zulassung volljährig werden, müssen sie den Besitz eigener Mittel für ihren Unterhalt in Uebereinstimmung der jeweils gültigen Wanderungsvorschriften nachweisen oder andernfalls das Land verlassen. Die Einwanderung von Kapitalisten ist folgenden Bestimmungen unterworfen: Wer sich im Bundesdistrikt, also in Mexiko- City oder in ihrer engsten Umgebung, niederlassen will, muß 100 000 Pesos investieren, dagegen braucht er bei der Niederlassung in einer der Provinzhauptstädte nur 20 000 Pesos nachzuweisen. Für den Rest des Landes ist die Summe von 5000 Pesos festgesetzt. Die Investierung muß innerhalb von sechs Monaten erfolgen, und jedes Jahr findet eine Prüfung statt, ob noch die gesamte Summe in dem betreffenden Betrieb investiert ist. Die Investierung darf nur in der Industrie oder Landwirtschaft erfolgen, nicht aber im Handel. Erst nach Ablauf von 5 Jahren und dem Nachweis der richtigen Verwendung des angelegten Betrages durch Vorlage von Steuerzetteln usw. wird die endgültige Aufenthaltsbewilligung erteilt. Folgenden Personengruppen ist die Einwanderung überhaupt verboten: Mitgliedern anarchistischer Gesellschaften und Personen, die zersetzende Lehren vertreten, welche sich gegen die Regierung oder öffentliche Beamte richten. Dagegen werden Aufnahmegesuche politischer Flüchtlinge bewußt freundlich behandelt. Politische Flüchtlinge sind von der Wanderungssteuer, die alle sonstigen Einwanderer zu entrichten haben, befreit. Vorzulegende Papiere Für die Einreise nach Mexiko ist Visum und Identitätskarte erforderlich. Hierzu sind dem Konsulat folgende Unterlagen beizubringen: 1. ein gültiger Reisepaß; 2. ein polizeiliches Führungszeugnis; 3. Pockenimpfschein aus den letzten 5 Jahren; 4. bei Einwanderern: 10 Paßbilder, und zwar 4 von der Seite; bei Touristen: 6 Paßbilder von vorn. Sowohl Touristen wie Einwanderer müssen bei der rung einen Betrag von 500 mexikanischen hinterlegen. 6 von vorn, Einwande- Dollars II. Land und Volk 1. Das Land Mit einer Fläche von fast 2 000 000 qkm (1 969 365 qkm) ist Mexiko fast viermal so groß wie Deutschland. Das Land erstreckt sich über 18 Breitengrade — liegt es doch zwischen 14V2 und 323/4 Grad nördlicher Breite — und bildet eine Brücke von der südwestlichen Grenze der Vereinigten Staaten zu den mittelamerikanischen Staaten. Es wird begrenzt im Norden durch die Vereinigten Staaten, im Süden durch Guatemala und Britisch-Honduras, im Osten durch den Atlantischen Ozean (Golf von Mexiko), im Westen durch den Pazifik. A. Geographische Haupteinteilung Das Land zerfällt in zwei Hauptteile: 1. Der zu Nordamerika gehörige Block. Zwei parallel zu den Küsten laufende Gebirgszüge, die östliche und westliche Sierra Madre, umschließen ein hügeliges Hochplateau, das von etwa 1100 m Durchschnittshöhe im Norden zu 2300 m Durchschnittshöhe im Süden ansteigt. Aus diesem Hochplateau ragen wiederum einzelne Gebirgszüge auf, und einige Gipfel erreichen sogar Höhen von 6000 m. Die Landschaft dieser Hochebene wird durch Kakteen und Agaven beherrscht, die hier zu gewaltigen Stämmen und Büschen aufwachsen und dem Landschaftsbild sein typisch mexikanisches Gepräge von großartiger Einsamkeit geben. Zwischen den Gebirgszügen, die auch tätige Vulkane aufweisen, und den Ozeanen erstreckt sich je ein schmaler Küstenstreifen. An den Gebirgshängen stehen große Nadelwälder, welche von baumlosen Steppen, die zum Teil vorzügliches Weideland bieten, unterbrochen werden. Unterhalb der Gipfel ist die Vegetation durchaus alpin. Die Uebergänge zu den Küstenstreifen weisen subtropische Vegetation auf. Hier wachsen Kaffee, Baumwolle und Südfrüchte. 2. Der zu Mittelamerika gehörige Teil Mexikos schließt sich etwa vom Isthmus (Landenge) von Tehuantepec ab östlich an den nordamerikanischen Block an. Dieser mittelamerikanische Teil macht nur etwa ein Achtel des Landes aus. Vom Hochland von C h i - appas fällt das Land steil zum Pazifischen Ozean, stufenförmig und allmählich zum Atlantischen Ozean ab. Zum größten Teil ist das mittelamerikanische Mexiko tropisches Tiefland. Ueppige tropische Urwaldvegetation gedeiht hier und stellt die Landschaft in einen charakteristischen Gegensatz zur Kakteenwüste des Nordens. Es wachsen hier alle Früchte der Tropen: Bananen, Zuckerrohr und Ananas. In den Atlantischen Ozean erstreckt sich die flache und wasserarme Halbinsel Yucatan. Die Sisalpflanze, aus der wertvoller Hanf gewonnen wird, wird hier angebaut. B. Die bedeutendsten Städte des Landes Die fast 1 000 000 Einwohner zählende Landeshauptstadt Mexiko-City liegt nahezu 2300 m hoch, etwa an der Stelle, wo die beiden Züge der Sierra Madre zusammenstoßen. Mexiko gilt als älteste Stadt Nordamerikas; es ist an der Stätte einer alten Aztekenstadt im spanischen Kolonialstil erbaut worden. Heute weist die Stadt alle Bauweisen Nord- und Südamerikas auf: malerische Häuser in spanisch-maurischem Stil, prunkvolle Barockkirchen und Amtsgebäude, aber auch modernste Wolkenkratzer und Geschäftshäuser nordamerikanischer Prägung. Schöne große Grünflächen und quadratische Plätze beleben das Stadtbild. Das Bevölkerungsgemisch der Hauptstadt ist sehr bunt, der Prozentsatz der Ausländer sehr hoch. Unter diesen sind, dem Einfluß nach, die US.-Amerikaner weitaus am wichtigsten. Die zweitgrößte Stadt des Landes, Guadalajara, liegt am Pazifischen Zug der Sierra Madre, nordwestlich von Mexiko- City. Sie ist Umschlagsplatz für die landwirtschaftlichen Produkte der Umgebung und beherbergt außerdem eine Reihe von industriellen Unternehmungen (Brauereien, Spinnereien, Mühlen, Gießereien und Wäschefabriken). In Heimarbeit werden berühmte Töpferwaren hergestellt. Monterrey, die größte Stadt des mexikanischen Nordens, trägt durchaus den Charakter einer Stadt der USA. Sie ist eine moderne, betriebsame Gesqhäftsstadt. (Industrielle Unternehmungen in Monterrey: Eisen- und Stahlwerke, eine Brauerei, Baumwollspinnereien, Mühlen, Seifen-, Tabak-, Mineralwasser-, Glühbirnen- und Glaswarenfabriken und einige Zementwerke) . r S-u^v' out, xitk' uh:- uiU tfiM-vwltUt!