Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand LBI
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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In Südamerika liegt die Nordgrenze des sommerheißen Klimas nur wenig südlich der La Plata-Mündung; sie verläuft zuerst rein westlich, dann nördlich, umschließt Cordoba und zieht dann westlich zum Fuß der Anden; danach folgt sie diesem südwärts bis zum 40. südlichen Breitengrad, mit dem sie dann bis zur Ostküste zusammenfällt. Die nördliche Hälfte Palagoniens hat sommerkühles gemäßigtes Klima, die südliche gehört schon zum kalten Klimagürtel. Die nordamerikanische, gemäßigte Zone hat von Osten nach Westen abnehmende Regenmengen, die an der atlantischen Küste um 1000—2000 mm, an der Westküste bis 500 mm betragen, mit Ausnahme eines schmalen Küstenstreifens in Kanada, der mehr als 2000 mm Niederschläge erhält. In Südamerika fällt im nordöstlichen Teil gemäßigten Klimas zwischen 1000 und 250 mm Regen, in seinen südlichen und westlichen Teilen weniger als 250 mm. In Afrika gibt es nur einige Inseln gemäßigten Klimas, im Atlasgebiet sommerheißes gemäßigtes Klima; in einem Streifen, der sich vom Abessinischen Hochland bis nach dem Kenya und Kilimandscharo zieht, konstant gemäßigtes Klima, und im Kapland, mit Ausnahme einer schmalen Küstenzone, in der konstant gemäßigtes Klima herrscht, sommerheißes gemäßigtes Klima in einem Gebiet, dessen nordöstliche Begrenzung etwa in Clanwilliam beginnt, durch die Oranje- und Transvaalkolonie bis etwa nach Lydenburg verläuft und dann dem Ost- und Südhang des Gebirges folgt. Die Regenmenge im Atlasgebiet variiert zwischen mehr als 250 und 1000 mm, ebenso auch im gemäßigten Bereich der Südafrikanischen Union. In Australien herrscht sommerheißes gemäßigtes Klima in einem der Südküste etwa parallel laufenden, ca. 500 km breiten Streifen, der sich ostwärts verschmälert und auf etwa 136 Grad östlicher Länge seine östliche Begrenzung hat. Hiervon ist ein Streifen ausgenommen, der sich von Kap Leeuwin süd- und ostwärts erstreckt und etwa auf dem 124. östlichen Längengrad sein Ende erreicht. Dieser gehört zum konstant gemäßigten Klima. An den Westhängen des der Ostküste parallel laufenden Gebirgszuges nordwärts bis etwa zum 20. südlichen Breitengrade herrscht ebenfalls sommerheißes gemäßigtes Klima, wogegen die Osthänge sommerkühles gemäßigtes Klima haben, dem sich nordöstlich ein schmaler Streifen konstant gemäßigten Klimas anschließt. Diese gemäßigten Gebiete Australiens erhalten von 250 bis 1000 mm Regen. Nur an der Südküste östlich und nordöstlich von Melbourne und im Gebirge übersteigt die Regenmenge 1000 mm. Im Hinterland des Australgolfs zwischen 125 und 135° östlicher Länge fällt weniger als 250 mm Regen. Die Karte im Text zeigt diese Verhältnisse wieder sehr anschaulich. Sowohl an der Südspitze Afrikas, als auch im Süden und Südosten Australiens, findet man gemäßigtes Klima, inselförmig ins Subtropengebiet eingesprengt, wieder eine Folge der Höhenlage. In Südamerika dagegen beginnt das gemäßigte Klima erst wesentlich südlicher. Der Ansiedlung europäischer Auswanderer in den gemäßigten Gürteln stehen kaum klimatische Hindernisse entgegen. Doch sind die Niederschlagsverhältnisse hier von besonderer Wichtigkeit und müssen bei einer Ansiedlung nicht nur aus wirtschaftlichen, insbesondere landwirtschaftlichen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen genau berücksichtigt werden. V. Gesundheitliche Voraussetzungen der Auswanderungsfähigkeit Welches sind nun die gesundheitlichen Erfordernisse für die Auswanderung? Grundbedingung für jede Auswanderung ist die körperliche Gesundheit, ganz besonders natürlich, wenn der Auswanderer im Einwanderungsland körperliche Arbeit leisten soll. Auch für kaufmännische Berufe (Vertreter) wird diese unbedingt zu fordern sein. Es ist daher in jedem Falle zu fordern, daß der Auswanderer sich einer gründlichen ärztlichen Untersuchung unterzieht, bevor er damit beginnt, seine Auswanderung zu betreiben. Eine Erkrankung des Herzens und der Gefäße kann sich seiner Kenntnis durchaus entziehen und erst bei einer genauen Prüfung des Gesundheitszustandes zutage treten. Sofern für den Auswanderer eine Ansiedlung in mittleren oder gar großen Höhen in Frage kommt, ist vor allem seine Herztauglichkeit von entscheidender Bedeutung. Aber schon ein erhöhter Blutdruck kann den Aufenthalt und die Tätigkeit auch in mittleren Gebirgslagen ausschließen. Auch die Atmungsorgane haben eine besondere Beanspruchung in der Höhenlage zu erwarten; dies gilt natürlich nicht nur für die an Bronchialasthma Leidenden, sonders auch besonders für tuberkulös Lungenkranke, bei denen es immer von einer ärztlichen Untersuchung und genauer Würdigung der klimatischen Faktoren des Auswanderungszieles abhängen wird, ob man zu- oder abraten muß. Während für die Besiedlung gemäßigter Klimazonen besondere Vorbedingungen kaum zu erfüllen sind, ist bei Auswanderern in die Tropen und Subtropen eine Untersuchung auf Tropenfähigkeit unbedingt zu fordern. Allerdings ergibt auch diese leider nicht in allen Fällen absolute Sicherheit, daß der Untersuchte dieses Klima gut vertragen wird, es kann aber eine Klasse von Menschen, die in diesen Gegenden sehr gefährdet wäre, sicher ausgeschlossen werden, nämlich diejenigen, die auf Chinin besonders stark reagieren. Im Falle einer Erkrankung an Malaria kann ihnen dieses Mittel nicht gegeben werden, sie können es auch zur Vorbeugung nicht einnehmen. Von denen, die Chinin in den notwendigen Mengen vertragen, ist außerdem zu fordern, daß ihre Herztätigkeit weder nach diesem Medikament noch bei oder nach körperlicher Arbeit gestört ist, daß sie fähig sind, reichlich zu schwitzen, und daß sie nicht leicht erregbare, nervöse, sondern zähe und willenskräftige Menschen sind. Welche Berufszweige kommen nun für die Auswanderung in tropische Gebiete in Frage? Landwirtschaftliche Arbeit scheidet für den Europäer in den tropischen Niederüngsgebieten in der Regel etwa bis 1000 m völlig aus; sie wird auch in den tropischen Höhenlagen durchaus nicht für jeden möglich sein. Hierbei ist wiederum die Mittelzone zwischen 1000 und 1500—1700 m zu unterscheiden von den oberhalb dieser Grenze liegenden Höhen. Während in der genannten Mittelzone für einen gesunden und kräftigen Menschen nach einer Zeit vorsichtiger Eingewöhnung durchaus die Möglichkeit besteht, ohne Schaden körperliche Arbeit zu leisten, ist die Beanspruchung von Herz und Kreislauf in der eigentlichen Höhenregion so stark, daß hier die Gefahr einer Insuffizienz des ************ ÄRZTE JOHANNES BEHRENDT GMBH BERLIN N 4, ORANIENBURGER STRASSE 66 Umtausch elektrischer Afäarate in andere Stromarten — Inzahh iah Kurzwellen -Diatli er mie- Apparate / Höhensonnen Mikroskope / Elektrokardiographen/Kystoskope/Rektoskope / Zentrifugen / Operationsmöbel / Instrumentarien nzaniungnatime vorhandener Einrichtungen zhti ******************* ************************************* ******************************************************* ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦4 ************ 'S ,