Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand LBI
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492429-9991065-9587945--380-9587957- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
liegt die Temperatur dort in allen Monaten um 12°, also etwa wie bei uns im Mai. Bei der Verträglichkeit des tropischen Höhenklimas spielt aber nicht nur der niedrige Luftdruck bei der an sich sogar mäßigen Temperatur eine Rolle," sondern auch alle anderen, schon beim tropischen Niederungsklima berührten Faktoren. Die Gleichförmigkeit des Jahreslaufs, sowohl hinsichtlich der Temperaturen wie der Tageslänge, stellt auf die Dauer für den Europäer auch seelisch eine Belastung dar; alles zusammen führt zu der Notwendigkeit, längere Urlaubszeiten in der gemäßigten Zone zu verbringen. III. Subtropische Klimate Der subtropische Gürtel umfaßt die Gebiete nördlich und südlich der tropischen Zone, also die Gegenden, in denen vier bis elf Monate eine mittlere Temperatur von über 20° C herrscht. Es ergibt sich hier eine nochmalige Unterteilung in Gegenden, deren Klima dem tropischen noch sehr angenähert ist, in denen weniger als vier Monate im Mittel unter 20° C liegen, und eine deutlich kühlere Zone, in der vier und mehr Monate unter 20° C bleiben. In Nordamerika herrscht subtropisches Klima in den Staaten Südkarolina, Tennessee, Arkansas, Oklahoma, Texas und Neu-Mexiko unter Aussparung der höheren Gebirgsregion, in Teilen von Kalifornien, Nevada, Arizona und dem nördlichen Teil Mexikos. In Südamerika gehören das nördliche Argentinien, ganz Uruguay, Paraguay und die brasilianischen Staaten Rio Grande do Sul, Sta. Catharina, Parana und Sao Paulo zum subtropischen Gebiet, sowie an der Westküste ein Küstenstreifen vom 4. Grad bis zum 23. Grad südlicher Breite. In diesem subtropischen Gebiet fallen im Osten Nordamerikas zwischen 1000 und 2000 mm Niederschläge, nach Westen hin nimmt die Menge bis auf 250 mm ab. In seinem südamerikanischen Bereich schwankt die Regenmenge zwischen 1000 und 2000 mm und nimmt nach Osten und Süden bis auf etwa 1000 mm ab. In Afrika nimmt das Subtropenklima den Teil nördlich des 18. nördlichen Breitengrades mit Ausnahme des Atlas und seiner Ausläufer ein. Im Süden umfaßt es fast den ganzen Kontinent südlich des 8. Grades südlicher Breite mit Ausnahme der Höhenregion im Gebiet der Südafrikanischen Union. In dem nordafrikanischen Gebiet sind außer an der westlichen Mittelmeerküste, die Regenmengen bis zu 1000 mm erhält, die Niederschläge außerordentlich spärlich und erreichen kaum 250 mm. In dem südafrikanischen Teil nimmt die Regenmenge von Osten nach Westen hin ab. Während sie hier noch über 1000 mm hinausgeht, ist sie in Südwestafrika und den angrenzenden Gebietsteilen nicht größer als 250 mm. In Asien umgreift das subtropische Klima ganz Arabien mit Ausnahme eines schmalen Küstenstreifens, den Südosten Persiens, Beludschistan und Pandschab, Hindostan, das südchinesische Bergland und chinesische Tiefland. In Arabien fällt nur im südwestlichen Teil Regen bis zu 1000 mm, sonst bleibt Arabien unter 250 mm. Die subtropischen Gebiete Vorderindiens erhalten von Osten nach Westen hin abnehmende Niederschlagsmengen, am Gangesdelta zwischen 1000 und 2000 mm, am Indusdelta nur noch bis zu 500 mm. Wesentlich größere Regenmengen fallen im Nordwesten Hinterindiens, wo die Regenmenge 2000 mm, und im südchinesischen Bergland, wo sie 1000 mm übersteigt. Australiens subtropisches Klima umfaßt den ganzen Kontinent mit Ausnahme des Kimberley- Distrikts Westaustraliens, des Küstengebietes nördlich des Daly und Roper, der Küste des Carpentaria-Golfs und der Halbinsel York im Norden. Im Süden ist ein etwa bis zum 30. südlichen Breitengrad reichendes, der Küste fast parallel laufendes Gebiet, dessen östliche Grenze etwa auf dem 137. östlichen Längengrad liegt, und eine auf dem östlichen Gebirge bis etwa zum 23. südlichen Breitengrad nordwärts verlaufende Insel kühleren Klimas ausgenommen; diese umfaßt den Staat Victoria, den Osten von Neu-Südwales und den Südosten von Queensland, während die Küstenregion der Ostküste nördlich Sidney wieder dem Subtropenklima angehört. Die Grenze zwischen heißer und kühler Subtropenzone verläuft etwa zwischen dem 20. und 22. südlichen Breitengrad. Dieses Gebiet Australiens ist vorwiegend trocken, nur im Nordosten und Osten fallen 500 bis 1000 mm Regen, eine Zahl, die nur an der Ostküste nördlich Sidney überschritten wird (1000—2000 mm). In dem so umgrenzten subtropischen Klima sind die Temperaturverhältnisse für Mitteleuropäer immer noch sehr ungewohnt, da die mittlere Monatstemperatur in vier bis elf Monaten noch über 20° C beträgt, und sogar infolge des hohen Standes der Sonne und der größeren Tageslänge häufig höhere Hitzeextreme erreicht werden als in Aequatornähe. Doch ist der Wechsel zwischen längeren und kürzeren Tagen, zwischen heißen und kühleren Monaten bei meist geringerer relativer Feuchtigkeit für die Ansiedlung der europäischen Auswanderer eine weitaus günstigere Vorbedingung, als sie in den rein tropischen Gebieten zu finden ist. Hier ist in sehr viel niedrigeren Höhen eine auch für körperliche Arbeit des Europäers geeignete Atmosphäre. Während in Mexiko der subtropische Gürtel bis zu einer Höhe von 1700 m reicht, konstant gemäßigtes Klima aber erst in 2200—2700 m Höhe herrscht, ist in der Höhe von Rio die oberste Grenze subtropischen Klimas bei 1100 m und oberhalb hiervon konstant gemäßigtes Klima. Es wird also ein derartiges Klima, besonders auch in niedrigen Höhenlagen (bis zu 1000 m), für die Besiedlung günstige Zukunftschancen bieten. So kann man der Auswanderung körperlich Arbeitender in derartige Gegenden mit gutem Gewissen das Wort reden. TV. Gemäßigte Klimate Bei der Betrachtung des gemäßigten Klimas ist zwischen konstant gemäßigtem, sommerheißem gemäßigtem und sommerkühlem gemäßigtem Klima zu unterscheiden. Wir hatten als gemäßigte Gürtel diejenigen bezeichnet, in denen mindestens vier Monatsmittel zwischen 10° und 20° C liegen und höchstens vier Monate 20° C überschreiten. Es ergeben sich hier folgende drei Unterteilungen: 1. Sommerheißes gemäßigtes Klima: Höchstens 4 Monate über 20° C, mindestens 4 Monate zwischen 10° und 20° C, ein bis einige Monate unter 10° C. 2. Konstant gemäßigtes Klima: Kein Monat über 20° C oder unter 10° C. 3. Sommerkühles gemäßigtes Klima: Mindestens 4, höchstens 11 Monate zwischen 10° und 20° C, mindestens 1, höchstens 8 Monate unter 10° C. Sommerheißes gemäßigtes Klima finden wir in Nordamerika in einer Zone, deren nördliche Begrenzung etwa mit der Grenze Kanadas gegen die Vereinigten Staaten zusammenfällt, mit Ausnahme des Felsengebirges und der westlichen Küstenregion; ihre südliche Begrenzung beginnt an der Ostküste etwa in Wilmington und folgt ungefähr der Südgrenze der Staaten Nord-Karolina, Kentucky und Missouri, um sich im Staate Kansas südwärts bis zum Nordteil von Texas zu wenden und wieder nordwärts bis zum 35. nördlichen Breitengrad zu verlaufen, dem sie dann weiterhin etwa bis zum Westhang der Sierra Nevada folgt; die Küste erreicht sie aber nicht, vielmehr hat diese sommerkühles gemäßigtes Klima. Ihr Kapital zur Auswanderung besteht in Ihren Anlagen, Berufseignung und Fähigkeiten! PsydlOtedinisdieS Laboratorium Kuhn Die psychotechnische Eignungsuntersuchung gibt Klarheit über Beilin / Ansbacher Straße 1 / Telephon 24 17 33 Umschichtbarkeit, Durchhaltekraft, Anpassungsfähigkeit u. a. m. S