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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 51

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand LBI
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 51 (sequence 53)
Language
German
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Das Eisenerz ist verhältnismäßig rein und stark eisenhaltig; sein Eisengehalt beträgt durchschnittlich etwa (iö 75 °/o. Einige Fundstätten in Minas Geraes weisen sogar einen Gehalt von 91 o/o auf. Der Verhüttung der Erze stehen aber große Schwierigkeiten, vor allem der Kohlenmangel, entgegen. Im Yerhüttungsprozeß wird vorwiegend Holzkohle, neuerdings auch aus Wasserkraft erzeugte Elektrizität verwandt. Dagegen wurde die Entwicklung der Schwerindustrie durch das Vorkommen eines anderen zur Eisen- und Stahlbereitung unumgänglich notwendigen Rohstoffes, des Manganerzes, sehr begünstigt. Brasilien birgt wohl die reichsten Manganerzlager der W e 11. Man findet das brasilianische Manganerz im Staate Minas Geraes und verhüttet es in der Nähe des Hafens Bahia. Andere Lagerstätten befinden sich im Nordstaate Maranhäo, vor allem aber im Innern des Landes, im Gebiete des Staates Matto Grosso. Manganerz wird auch exportiert, doch ging der Export, der 1930 noch 192 000 Tonnen betrug, außerordentlich stark zurück; 1934 wurden nur noch 2300 Tonnen exportiert. 1935 steigerte sich jedoch der Export schon wieder auf 60 700 Tonnen. Der größte Teil des Manganexportes ging nach den Vereinigten Staaten. Es gibt in Brasilien zehn große eisen - und stahlerzeugende Werke, die jährlich 130 000 Tonnen Eisenbarren, 70 000 Tonnen Stahl und 70 000 Tonnen Walzeisen und -stahl erzeugen können. Die tatsächliche Produktion liegt aber wesentlich unter der Kapazität. 1935 wurden 59 281 t Gußeisen, 52 358 t Stabeisen und 64 232 t Stahl produziert. Gegenwärtig werden durch das größte sehwerindustrielle Unternehmen Brasiliens neue Anlagen gebaut, die eine Jahreserzeugung von Eisen und Stahl in Höhe von 150 000 t ermöglichen sollen; damit dürl'te sich auch die tatsächliche Erzeugung um das Doppelte steigern. Diese Betriebe der Schwerindustrie sind, streng genommen, keine „nationalen" Industrien; hierzu fehlen vor allem die kapitalmäßigen Voraussetzungen. Erst das Einströmen fremden, hauptsächlich belgischen, englischen und schwedischen Kapitals hat in und nach dem Weltkriege die Erzeugung von Eisen und Stahl im Lande selbst ermöglicht. Die brasilianischen Gießereien produzieren schon sehr differenzierte Warengruppen, so Oel'en, Herde, Treppen, Röhren usw., aber auch größere Gußstücke von mehreren Tonnen Gewicht. Ein Bild der eisen verarbeiten den Industrie vermitteln die folgenden Zahlen der Industriestatistik des Staates Säo Paulo; es wurden 1934 produziert (in Contos de Reis): \\ erte von 15 591 „ 73 837 „ 3 315 „ 28 558 Emaillierte Eisenwaren Metallwaren (darunter Eisen) Eisenmöbel Nägel, Messer, Scheren usw. Neben Kohle, Eisen- und Manganerz werden nur wenige Bodenschätze in größerem Maße ausgebeutet. In verschiedenen Teilen des Landes werden Mineralölvorkommen vermutet; die bisher geförderten Mengen sind jedoch verhältnismäßig gering, so daß ein großer Teil des Petroleumbedarfes auf dem Einfuhrwege gedeckt werden muß; der Wert der Erdöleinfuhr machte im Jahre 1935 fast 7 °/o der gesamten brasilianischen Einfuhrsumme aus. Die brasilianischen Gold vorkommen sind nicht mehr sehr ergiebig. Die einzigen beiden Goldminen Brasiliens (im Staate Minas Geraes) bringen nur etwa 10 Gramm Gold auf eine Tonne Gestein zutage. Der Banco do Brasil verfügt über das Ankaufsmonopol der in diesen Minen und durch Goldwäscherei gefundenen Goldschätze; er kaufte 1934 insgesamt 6700 kg Gold (im W erte von 96 350 Contos) auf. An anderen Bodenschätzen, die aber nur zum geringen Teil abgebaut werden, sind u. a. zu nennen: Bauxit, Asbest, Baryterde, Chrom (erst seit kurzer Zeit abgebaut), Kupfer (noch gar nicht ausgewertet), Glimmer, Graphit, Nickel, Platin, Wolfram und Zinn. In Brasilien werden Edelsteine in größter Mannigfaltigkeit gefunden, die vermuten lassen, daß Brasilien zu den an Edelsteinen reichsten Ländern der Welt gehört. Diamanten finden sich vor allem in Diamantina (Minas Geraes) und in gewissen Gebieten von Bahia, Goyaz und Matto Grosso. Ausgeführt werden vor allem die wegen ihrer Härte für industrielle Zwecke gesuchten schwär- GEBR. ARNHOLD Bankhaus Gegr. 1864 BERLIN W 8 Behrenstraße 63 Fernsprecher: A 1 Jäger 0046 Londoner Vertreter: F. H. Brunner, 7 Princes Str., London E C 2 New \orker Vertreter: W. L. Sdioenheimer, 11 Broadway, New York 4 51

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