Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 105 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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Städtische Industrieschule in Möns (Ecole industrielle supérieure). Die Schule hat eine höhere und eine mittlere Abteilung. In beiden Abteilungen werden alle Arten Chemie, industrieller Technik und daneben Handelswissenschaft gelehrt. Université du travail in Charleroi, Boulevard Solvay. Große industrielle Schule. Gelehrt werden: 1. Graphik, 2. Mechanik, 3. Elektrotechnik, 4. Bergwissenschaft, 5. Maschinenzeichnen und Maschinenbau, 6. Lokomotivbau, 7. Hochofentechnik, 8. Motorenbau, 9. chemische Analyse und Technik, 10. Vermessungskunde, 11. Turbinenbau, 12. Handelswissenschaft. Ecole supérieure des textiles à Verviers, 8 rue de Seroule. Die Textilschule Belgiens. Musée Professionnel de l'Etat à Morlanwelz. Dieses Museum ist eine Lehranstalt, die eine technische Hochschule und eine Mittelschule umfaßt. An der Hochschule gibt es auch eine Handelsabteilung. Außerdem finden Einzelkurse Von verschiedener Dauer statt. Ausbildung von Werkmeistern. Ecole centrale pratique de maréchalerie de l'Etat in Anderlecht (Staatliche Hofschmiedeschule). Es ist Vorbildung im Schmiede- und Hufschmiedehandwerk erforderlich. Die Zöglinge bestehen hier die Meisterprüfung. Unterrichtssprache Französisch und Flämisch. Ecole des Arts et Métiers in Pierard-lez-Virton. Ausbildung von Installateuren, Schmieden, Gießern, Elektrikern usw. Ecole d'arts et métiers d'Erquelinnes. Die Schule bildet Schmiede, Monteure, Gießer, Drechsler und Installateure aus. Brauereischulen: Ecole technique et supérieure de brasserie, Gent, und Institut national des industries de fermentation, Bruxelles, rue de peuplier. Institut supérieur de commerce in Antwerpen. 41 rue des Peintres. Höhere Handelsschule mit 3jähriger Kursdauer und Spezialisierung auf die Kolonial- und Schiffahrtsfächer. Staatlich. Ecole supérieure de commerce pour jeunes filles, Eecloo, 117 rue du Marin. Starke Spezialisierung auf Fremdsprachen (Flämisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch.) Ecole supérieure de secrétariat, Bruxelles, 64 rue de schaerbek. Die Schule bildet Bürokräfte aller Art aus. École supérieure des sciences commerciales, financières, consulaires et administratives in Brüssel, 28 Place Rouppe. Die Schule ist ganz besonders auf Verwaltungskunde spezialisiert. Gelehrt werden Englisch, Deutsch, Spanisch, Flämisch und Italienisch. Ecole des sciences commerciales bei der katholischen Universität Löwen, 2 rue des Doyens. Die Schule ist auf Kolonialwissenschaft und Sprachen spezialisiert. An Sprachen wird gelehrt: Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Rumänisch, Dänisch, Norwegisch, Negersprachen. Staatl. Musikkonservatorien befinden sich in Brüssel, Lüttich, Gent und Antwerpen. Der Titel ist conservatoire royal de musique. Institut Agronomique de l'Etat in Gembloux und Gent, 80 rue St. Amand. In Gembloux ist der Unterricht französisch, in Gent flämisch. Die Anstalten sind mit je einem Versuchsgut verbunden. Studiendauer: 2 Jahre bis zum Licencié oder Candidat, 4 Jahre bis zum Ingénieur. Mindestzulassungsalter 16 Jahre. Ausländer mit genügendem Reife- oder Abschlußexamen werden ohne Prüfung zugelassen; andere Ausländer müssen sich einer Prüfung unterziehen. Auch Hörer werden zugelassen. Studiengeld 750 fres. jährlich. Hörerbeitrag 125 fres. jährlich. Ecole moyenne pratique d'horticulture et d'agriculture de l'Etat in Vilvorde (Mittlere Gartenbau- und Landwirtschaftsschule). Schüler und freie Hörer. Studiendauer 3 Jahre. Eintrittsalter 16 Jahre. Dispens hinsichtlich des Alters möglich. Eintrittsprüfung. Schulgeld für Ausländer 300 fres. jährlich, Hörer 20 lies, pro Kurs. Französische und flämische Abteilung. Ecole d'agriculture de l'Etat in Huy. Zulassungsmiudestalter 14 Jahre. Aufnahmeprüfung. Studiendauer 2 Jahre. Auch Hörer. Jährliches Schulgeld 500 1res. Hörer pro Kursus 50 fres. Für jüngere Schüler gibt es eine Vorbereitungsklasse. Die Schule hat auch Kolonialkurse. Institut Normal supérieur d'économie ménagère agricole de 1 Etat m Lacken. Ausbildung in landwirtschaftlicher Haushaltskunde. Jüdische Schulen ohne Internat: Tachkemonie, 313 Longue rue d'Argile, Antwerpen. \ esodah Hatorah, 16 Longue rue Ruusbroeck, Antwerpen. Internat ohne Schulbetrieb: Sl. P Leo Ansbacher, 2 rue du mll&oa <it i n ■■ i m i , uu coutge, M. Michel, Brüssel Wolmoe, îerre. S. Eisenmann, 93 Boulevard Lambermont, Brüssel m- . rdavnn fiChT4arîâaUm' A;.llw^Pen, 3 rue de la Pelle, nimmt Mädchen von o—14 Jahren aul. Heyst-aan-zee, Square Albert I. Villa Hector-Natalie. Deutschjüdisches Heim für Kinder (Leiter Dr. H. und H. Mayer-Lesser Aul rituelle Wünsche wird Rücksicht genommen. Pensionspreis monatlich 650—720 1res. Auch Unterricht möglich (besondere Vereinbarung). Spanien. Das spanische Schulwesen war bis zur Revolution von 1931 zu einem großen Teile in den Händen der Geistlichkeit. Auch heute sind an vielen Stellen noch geistliche Bildungsinstitute vorhanden. Sie dürften sich neuerdings wieder mehr ausbreiten können. Das staatliche Schulwesen untersteh» im allgemeinen dem Kultusministerium. Gewisse Spezialzweige unterstehen andern Ministerien. Die Volksschulen sind oft kommunal. In der neuesten Zeit wurden zahlreiche sehr moderne Volksschulen gegründet. Es gibt auch eine Anzahl unterer und mittlerer Handels-, Industrie- und Gewerbeschulen. Die höheren staatlichen Schulen heißen Institutes nacionales. Sie sind sechsklassig und in den zwei letzten Klassen in die sprachlich-philosophische (de letras) und die mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung (de ciencias) geschieden. Die Hauptfremdsprache ist Französisch. Hierzu kommt in der Abteilung letras noch eine zweite Fremdsprache (Englisch, Italienisch oder Deutsch). In dieser Abteilung wird auch Unterricht in Stenographie und Schreibmaschine erteilt. Es linden Jahresprüfungen statt und nach den ersten 3 .Jahren macht man das sogenannte Bachillerato elemental, welches die erste Stufe zur Vorbereitung auf eine mittlere Laufbahn bildet. Am Schluß des gesamten sechsjährigen Kursus macht man das Bachillerato universitario, das auf die Universität vorbereitet. Man tritt in das Instituto mit 10 Jahren ein. Vor seinem Eintritt muß man eine Aufnahmeprüfung machen. Der Unterricht an den staatlichen Schulen ist unentgeltlich. Die privaten Schulen (meist geistlich) heißen Colegios. Sie sind durch die Prüfungen, die der Staat vornimmt, an die staatlichen Lehrpläne gebunden. Vielfach sind die Methoden in den höheren Schulen noch veraltet (Einprägen von Wissensstoff usw.) Eine Ausnahme macht das Instituto Escuela in Madrid, eine sehr moderne Schule, die von der Junta para la amplificacion de los Estudios. einer staatlich unterstützten Vereinigung für Reform der Studien, begründet wurde. In das eigentliche Instituto Escuela tritt man ein Jahr später ein als in die anderen höheren Schulen. Jüngere werden in die mit dem Institut vereinigte Kleinkinder- und Volksschule aufgenommen. Am Instituto wird Spiel und Sport gepflegt. Es wird Werkunterricht getrieben, Ausflüge werden gemacht, die Klassen sind klein, der Unterricht wird der Erziehung untergeordnet. Schon mit 7 Jahren kann man in die Vorschule des Instituto Escuela eintreten. In Barcelona ist ein ähnliches Institut im Aufbau begriffen. In den meisten öffentlichen höheren Schulen Spaniens herrscht Koedukation, doch gibt es in Madrid und Barcelona auch schon Mädchengymnasien (institutes femininos). Spanien hat Universitäten in Madrid, Salamanka, Valladolid, Saragossa, Oviedo, Santiago de Compostelle, Barcelona, Valencia, Sevilla, Granada und Murcia. Eine Section universitaria besteht außerdem in La Laguna auf den Kanarischen Inseln. Nur die wenigsten Universitäten haben alle üblichen Fakultäten. Sehr groß und ausgebaut ist dagegen die Zentraluniversität in Madrid. Die Studiendauer in den philologischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern beträgt 4 Jahre, die für Juristen und Apotheker 5 Jahre und die für Mediziner 7, die für Zahnärzte aber nur 4 Jahre. Das eigentliche Studienabschlußdiplom ist der Licienciado. Nach einem weiteren Jahr macht man den Doktor. Am Ende jedes Studienjahres wird eine Zwischenprüfung abgelegt. Das deutsche Abitur wird anerkannt, aber nicht für Mediziner und Zahnmediziner; deutsche Studiensemester dagegen nicht. An Gesamtstudienkosten sind je nach der Dauer des Studiums 1000—1800 Pesetas (einschließlich der Prüfungsgebühren) zu rechnen. Die Lebenskosten betragen 180—400 Pesetas monatlich. Aufmerksam gemacht sei noch auf die Spanischkurse der neuen Fremdenuniversität in Santander und anderer spanischen Universitäten. Technische Hochschulen in unserem Umfange besitzt Spanien nicht, dagegen 2 Bauhochschulen (Barcelona und Madrid), eine katholische Hochschule für Chemie in Barcelona-Sarria, fünf tierärztliche Hochschulen in Madrid-Cordoba, 105