Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 104 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
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tuell Eintrittsprüfung. Für Hospitanten fallen diese Bedingungen fort. Landwirtschaftliches und Meiereiinstitut in Alnarp. Bedingungen wie in Ultima. In Schweden gibl es 1 staatlich unterstützte Gartenbauschulen für männliche und weibliche Schüler. Es sind dies: die Alnarp- Gartenschule; Adelsnas Gartenschule. Adr. Atvidaberg; Gartenschule der Experimentalföldet, Adresse: Experimentalföldet, Stockholm, und die Gartenschule in Härnösand. Hälsingborgs Handelsgymnasium in Hälsingborg. Die Anstalt hat einen 2jährigen Kurs für Schüler mit mittlerer Reife und einen einjährigen Lehrgang für Abiturienten. Fremdsprachen: Englisch, Französisch. Deutsch. Auch Spanisch (fakultativ). Aufnahme von Schülern und Schülerinnen. Landschulheim Kristinehov. (Schonen, Südschweden). Deutschjüdisches Schulinternat für Knaben und Mädchen. Aufnahniealter: 12 Jahre. Allgemeine Fächer: Englisch, Hebräisch usw., daneben Handelsfächer, Haushaltskursus (IV2 Jahre); Werkschulausbildung: Tischlerei. Gartenbau, Geflügelzucht. Milchwirtschaft. Auch Schneiderkurse für Mädchen. Schulgeld einschließlich Pension, Wäsche usw., monatlich 80,— RM, für Haushaltsschülerinnen von KV 20 Jahren, monatlich 50,— RM. Norwegen. Das norwegische Bildungswesen ist dem schwedischen nicht unähnlich und im Großen und Ganzen staatlich. Schulpflicht besteht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Auf der Volksschule baut sich eine 4jährige Mittelschule (Realschule) auf und ein 3jähriges Gymnasium mit den üblichen 3 Zügen. Fremdsprachen sind Englisch und Deutsch. Das Prinzip der Koedukation ist oft angewandt. Es liegt ein Gesetzentwurf über eine 7jährige Grundschule mit entsprechendem Ueberbau vor. Viel besucht werden insbesondere von Mädchen die 2 jährigen Fortsetzungsschulen, die unmittelbar auf den Volksschulen aufbauen. Die Knaben ziehen den Besuch der Fach- und Mittelschulen vor. Die Fortsetzungsschulen haben eine große Freiheit der Methode. In der Mädchenerziehung ist wie in allen skandinavischen Schulen ein praktischer Zug bemerkbar. Der Haushaltungsunterricht, der an den Mädchenschulen erteilt wird, steht auf hoher Stufe. Es gibt ein ausgebreitetes Fach- und Berufsschulwesen. Einen großen Aufschwung nahmen die Volkshochschulen. Das Schulgeld kostet auf den Mittelschulen (Realschulen) bis 180 Kronen und auf den höheren Schulen bis zu 300 Kronen jährlich. Die Landesuniversität ist in Oslo, die Technische Hochschule in Trondheim. Mediziner studieren 6—7, Zahnmediziner 3 Jahre. Deutsches Abitur berechtigt nur zum Studium, nicht aber zur Ablegung der Prüfungen. Es wird ein Abschlußdiplom und vom Ministerium für soziale Angelegenheiten hierauf die sogenannte Autorisation verliehen. Der Doktortitel ist selten und gibt das Recht zur Universitätslaufbahn. Deutsche Examina werden nicht anerkannt. Anrechnung deutscher Semester findet wahrscheinlich auch nicht statt. In Oslo gibt es ein zahnmedizinisches und ein tierärztliches Institut; in Aas die norwegische landwirtschaftliche Hochschule. Statens Haandverks og Kunstindustriskole in Oslo. Unterricht in allen Arten Zeichnen und Ornamentieren, sowie Modellieren. Ausbildung von Möbeltischlern, Drehern, Tapezierern, Posamentenmachern, Steinmetzen, Keramikarbeitern, Buchbindern, Emailleuren, Glasern, Goldschmieden, Bauhandwerkern, Radierern, Lithographen und Dekorationsmalern sowie Ziselören. Schulgeld (2—3jährige Kurse) 80 Kronen pro Jahr. Externat. Statens Gartnerskole in Oslo. Staatliche Gärtnerschule. lV2jähriger Lehrgang. Mindestaufnahmealter 18 Jahre nach praktischer Lehrzeit. Schulgeldfrei. Statens Handverks og Kunstindustriskole Oslo. Schule für fast alle handwerklichen Berufe. Studiendauer 1—3 Jahre. Tagesuiid Abendkurse. Schulgeld für den 2jährigen Vollkursus 160 Kronen. Voraussetzung: Volksschulbildung. Technische Hochschule, Trondheim. Die Hochschule hat eine elektrotechnische, mechanische und chemische Abteilung und daneben biologische, metereologische Stationen usw. Die Vorlesungen sind gebührenfrei. Deutsches Abitur wird für das Studium, nicht aber für Prüfungen anerkannt. Belgien. Das Bildungswesen in Belgien ist sehr entwickelt. Neben den staatlichen und kommunalen Schulen und Hochschulen gibt es zahlreiche gute katholische und viele private. Die Unterrichtssprache ist je nach der Gegend französisch oder flämisch. Schulpflicht besteht vom 6. bis 14. Lebensjahre. Dementsprechend hat die Volksschule 8 Jahrgänge, von denen die 2 letzten pH schön sehr guten beruflichen und hauswirtschaftlichen Vorunterricht bieten. Neben der Volksschule bestehen Institute, die auf die höheren Schulen vorbereiten. Die großen staatlichen Gymnasien sind die Athénées mit 7 Klassen. Sie haben neben einer humanistischen Abteilung mit Latein und Griechisch eine solche mit Latein und Fremdsprachen und eine dritte, die unserer Oberrealschulrichtung entspricht. Neben den Atheneen, denen auf privater Seite die Collèges entsprechen, gibt es dreiklassige Mittelschulen, die außer den sonstigen Fächern Fremdsprachen lehren. Unterricht wird (auch an den eigentlichen höheren Schulen) in Französisch, Holländisch, Englisch und Deutsch erteilt. Sehr entwickelt und gut ist sowohl das öffentliche wie das private Berufs-, Landwirtschafts- und Haushaltungsschulwesen, das sich in niedere und höhere Grade gliedert. Alle staatlichen Schulen sind Externate, die katholischen und privaten Schulen aller Art aber meist mit Internat verbunden. Der Unterricht auf öffentlichen Schulen ist unentgeltlich. Koedukation besteht nicht, doch bestehen für Mädchen alle, auch die akademischen, Ausbildungsmöglichkeiten. Ebenfalls sehr entwickelt ist das Abendschulwesen. Ferner gibt es zahlreiche Kleinkinderschulen (écoles gardiennes). Es gibt 4 Universitäten. Zwei davon, Lüttich (mit französischer Unterrichtssprache) und Gent (flämisch) sind staatlich, die beiden anderen sind privat. Und zwar ist Löwen katholisch (mit Hämischer und französischer Unterrichtssprache) und Brüssel (mit französischer Unterrichtssprache) weltlich-liberalistisch. Die Universitäten besitzen je 4 Fakultäten: Philosophie (Philologie), Mathematik und Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften und Medizin. Daneben hat Lüttich noch eine technische Fakultät. Für Technik, Tierarzneikunde und Landwirtschaft gibt es Institute mit hochschulartigem Charakter. Löwen hat ein Institut für orientalische Sprachen. Brüssel und Löwen haben große pädagogische Abteilungen. In Antwerpen gibt es eine Kolonialhochschule. Tierärzte studieren 4 Jahre ihr Spezialfach an der Ecole de médecine vétérinaire in Curgem b/Brüssel und vorher ein bis zwei Jahre Naturwissenschaften an einer Universität. Das juristische Studium kann auch an der Ecole des hautes Etudes in Gent (französische Unterrichtssprache) absolviert werden. Es dauert 5 Jahre. Nach Abschluß des Studiums kann man den Doktor machen. Auf die theoretischen Studien folgen 3 Jahre Praxis. Die Studiengebühren (einschließlich des Prüfungsgeldes) betragen pro Jahr etwa 1500 belgische Francs. Rechtsanwälte (avocats) müssen Belgier sein. Sie vertreten den Klienten vor Gericht, während sogenannte avoués, ähnlich unseren Bürovorstehern, die Sachen im Verkehr mit dem Mandanten, aber selbständig, für die avocats vorbereiten. Für Philologen und Naturwissenschaftler kann deutsches Abitur anerkannt werden. Allerdings muß zumindest eine Sprachprüfung gemacht werden, die technischen Fakultäten und die facultés des sciences verlangen darüber hinaus eine eigene Aufnahmeprüfung. Das Studium dauert 5 Jahre. Man wird schließlich licencié und docteur in seinem Fach. Studienkosten: zirka 1500 belgische Francs pro Jahr einschließlich der Prüfungsgebühren. Das technische Studium dauert vier Jahre und kann an den verschiedenen Hochschulen abgelegt werden. Die Lebenshaltungskosten betragen in Belgien 1000 bis 1500 fres. pro Monat. Ein Zimmer kostet 200 1res, und darüber. Es gibt an den belgischen Universitäten eine Anzahl von Ferienkursen. Staatl. Tierärztliche Hochschule (Ecole de médicine vétérinaire de l'Etat à Curggem (les Bruxelles). Vierjähriger Studiengang (theoretisch und praktisch). Auch Hörer zugelassen. Gebühren für Ausländer pro Schuljahr 1250 fres. Für freie Hörer 125 fres. pro Kurs. Ecole du génie civil, des musées et des arts et manufactures an der Universität Gent (Ingenieurschule). Die Schule umfaßt die Hauptabteilung (école spéciale und eine Vorbereitungsabteilung (école préparatoire). Der Lehrplan der Vorbereitungsschule umfaßt das allgemeine Studium in Mathematik, Physik und Naturwissenschaften, das für die spätere Spezialisierung erforderlich ist. In jeder der beiden Abteilungen 2jährige Studiendauer. Vorbereitungszeit für Bauführer nur ein Jahr; Eintrittsprüfung, Bei der Aufnahme können Ausnahmen von den allgemeinen Bestimmungen zugelassen werden. 104