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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 106

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 106 (sequence 108)
Language
German
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Leön, Santiago und Saragossa, eine Handelshochschule z. B. in Madrid und ebendort auch ein staatliches Konservatorium für Musik, sowie zwei Kunsthochschulen. Die Jesuiten besitzen eine sehr angesehene Handelshochschule in Deusto bei Bilbao. Escuelu de Arquitectura, Barcelona, Universidad literaria. Für den Eintritt ist Abitur notwendig. Außerdem wird eine Eintrittsprüfung über Mathematik und Naturwissenschaft abgehalten. Werden entsprechende Universitätsdiplome beigebracht, wird von der Prüfung abgesehen. Vorabteilung (Estudios preparatories). 2 Jahre, der Hauptlehrgang dauert 4 Jahre. Auch Hörer werden zugelassen. Verleihung des Architektentitels. Escuela de Veterinaria, Madrid, Embajadores, 70. Voraussetzung Abitur, doch verschiedene Erleichterungen möglich. Der verliehene Titel: Veterinario. Auch Hörer zugelassen. Studiendauer 5 Jahre. Escuela profesional de comercio in Bilbao (Mittlere Handelsschule). Es werden Kinder von 10 Jahren an aufgenommen. Eine sehr leichte schriftliche und mündliche Aufnahmeprüfung muß abgelegt werden. Nach 2 Jahren Prüfung und Verleihung des unteren Grades. Um den mittleren Grad zu erlangen, sind 3 weitere Jahre erforderlich. Fremdsprachen: Französisch und Englisch. Escuela Profesional de Comercio de Zaragoza. Die Schule verleiht für Knaben den unteren und den mittleren Grad. Sie hat eine Abteilung für Mädchen, verleiht diesen aber nur den unteren Grad. Escuela de Artes y Oficios in Valladolid. Die Schule bildet in 5 Jahreskursen Elektrotechniker aus. Mindesteintrittsalter 12 Jahre. Als Fremdsprache: Französisch. Escuela industrial in Alcoy. Bildet in 5 Lehrjahren Knaben für die mittlere Textillaufbahn aus. Fremdsprache: Französisch. Sie unterrichtet u. a. in allen Fächern des Textilzeichnens und Druckens, der Färberei, der Muster- und Warenkunde usw. Mindesteintrittsalter 12 Jahre. Escuela industrial in Béjar. Mindesteintrittsalter 12 Jahre. Bildet in 4 Jahreskursen Automobiltechniker aus. Escuela superior de Agricultura in Barcelona (Landwirtschaftliche Hochschule. Verleiht den Titel eines Ingeniero Agricola. Studiendauer 5 Jahre. Schönes neues Gebäude. Zahlreiche Laboratorien. Es wird auch ein mittlerer Titel des Teenico agricola verliehen. (Studiendauer 2 Jahre). An der Schule werden auch kurze Spezialkurse für Hörer abgehalten. Escuela del Hogar y Profesional de la Mujer, Madrid, Besidencia de los Estudiantes. Große Frauenschule mit Internat. Kurse in Haushaltskunde, Säuglings- und Kinderpflege, kaufmännischen Fächern, Zeichnen und Kunstgewerbe, Schneiderei und Modefächern, Lederarbeiten, Batik usw. Unterricht in Französisch, Englisch und Deutsch, Laboratoriumsarbeiten usw. Volle Pension (einschließlich Wäsche, Bedienung, Licht und ärztlicher Hilfe) von 115 Pesetas monatlich an. In den spanischen öffentlichen Schulen, die keine Internate sind, wird nur ein ganz geringes Schulgeld erhoben. Portugal. Fast alle Schulen in Portugal sind staatlich oder unter staatlicher Aufsicht. Die Volksschule erfaßt die Kinder nur vom 7. bis 11. Lebensjahr. An höheren Schulen gibt es die öklassigen Nationallyzeen (liceus nationals) und die 7klassigen Centrailyzeen. Erste Fremdsprache ist Französisch (dazu Latein). Später tritt Englisch oder Deutsch hinzu. Nach dem fünften Jahr tritt wie in Spanien Gabelung ein. An Berufsschulen gibt es untere (11. bis 14 Lebensjahr) und mittlere (4jähriger Kurs nach Besuch der Unterschule) Gewerbe, Handels- und Ackerbauschulen. Zur Aufnahme in das Lyzeum muß eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden. Wie in Spanien werden zwei Hauptprüfungen gemacht. Universitäten gibt es in Lissabon, Coimbra und Porto. Escola de Régentes agricolas in Coimbra. Die Schule hat gymnasialen Charakter und Hat 136 Hektar eigene Landwirtschaft (Wein, Oelbäume usw.). Theoretische und praktische Unterweisung. Auch Internat. Moderne Baulichkeiten. Der Lehrgang dauert 7 Jahre einschließlich allgemeiner Gymnasialbildung. Auch Uebertritt auf landwirtschaftliche Hochschule möglich. Aufnahmealter 11—14 Jahre. Preis pro Jahr einschließlich Internat 5000 Eskudos. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Das Schul- und Hochschulwesen der Vereinigten Staaten ist teils öffentlich und teils privat. Da jedermann eine Schule oder Hochschule eröffnen und auch Diplome verleihen kann, kommt alles darauf an, sich über das Wesen einer Schule und Hochschule zu vergewissern, bevor man sich ihr anvertraut. Es gibt außerordentlich angesehene Privatinstitute. Viele sind staatlich anerkannt. Das öffentliche Schulwesen der U. S. A. liegt in den Händen der einzelnen Staaten, Bezirke und Großstädte. Die Gesetzgebung der Einzel-Staaten, die die Aufsicht führen, ist verschieden. Die Bildungseinrichtungen zeigen, wie nach allem oben Gesagten klar ist, ein sehr verschiedenes Gesicht. Dennoch läßt sich eine Anzahl gemeinsamer Züge unterscheiden. Zweck der amerikanischen Bildung ist es vor allem, den Schüler für alle Möglichkeiten des praktischen Lebens vorzubereiten. Da man zugleich seinen individuellen Neigungen weitgehend entgegenkommen will und ihm jede mögliche Laufbahn offenhalten möchte, ist eine große Freiheit des Studienganges und eine große Mannigfaltigkeit besonders der praktischen Fachauswahl nötig. Die Schulen usw. unterrichten also in einer großen Anzahl von Fächern und Fertigkeiten. Das führt dazu, daß sie für unsere Begriffe sehr groß sein müssen und dadurch unwillkürlich nivellieren. In New York gibt es Institute, die von 6000 Schülern und Schülerinnen besucht werden. Technische und allgemeinbildende Fächer werden fast in allen Schulen parallel gelehrt, und die Hochschulen sind oft nur eine Zusammenfassung von Fachschulen. Im Weesen der Demokratie, die der Amerikaner auch im Schulwesen betont, liegt es, daß beide Geschlechter möglichst zusammen erzogen werden. Die öffentlichen Schulen sind schulgeldfrei und bieten oft auch die Lernmittel umsonst. Auf den Hochschulen und in privaten Instituten muß man mit 400—500 Dollar Studiengeld pro Jahr rechnen. In allen Staaten besteht Schulpflicht, die oft bis auf das 16. Lebensjahr und darüber ausgedehnt wird. Diese Schulpflicht erstreckt sich vertikal meist über die unterste Schulart hinaus bis in die High School, die in ihrem Junior Department unserer Mittelschule und in ihrem Senior Department etwa unserer Realschule gleicht. Bei Absolvierung des Senior Department erhält man nach einer leichten Prüfung etwa den Grad unserer mittleren Reife. Sehr oft ist mit der Senior High School das Junior College verbunden, das etwa unsere Unter- und Oberprima darstellt. Es rechnet sich zur Universität, stellt für unsere Begriffe jedoch nur einen Unterbau zur eigentlichen Hochschule dar. Die High School hat im allgemeinen einen Lehrgang mit Mathematik und Fremdsprachen, der auf das College vorbereitet, einen weiteren mehr naturwissenschaftlichen und einen Handelslehrgang mit Maschinenschreiben, Buchhaltung, Handelslehre usw. Das College zerfällt ebenfalls in ein junior und senior department. Letzteres entspricht etwa unseren ersten Semestern. Die colleges sind vielfach private Stiftungen. Das Studium an ihnen ist für den Studenten gebundener als bei uns. Die Lehrgänge sind meist fester geregelt als auf den High Schools. Das College verleiht nach einer Abschlußprüfung den Bachelor mit der entsprechenden Berufsbezeichnung. Darüber stehen der Master und Doktorgrad, die meist nach einem weiteren Fachstudium, das dem unseren gleicht, erworben werden müssen Ausländer, die amerikanische Schulen und Colleges besuchen wollen, müssen sich schon vor der Einreise, die zu Studienzwecken gewährt wird, um eine Anstalt bemühen, die sie aufnimmt. Diese Anstalt muß eine der zahlreichen privaten sein. Auch muß der einwandernde Student von vornherein nachweisen, daß er genügend Englisch kann. Einen Nebenerwerb darf er nur suchen, falls er keine Verwandten hat, die ihn unterstützen. Case School of Applied Science in Cleveland Ohio. 1877 gegründet. Unterricht und Laboratorien (Chemie, Physik, Mechanik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Bergbau). Kurse in Astronomie. Der Unterricht führt zum Bachelor of Science. The Cooper Union Institute New York. Das Institut versucht die berufliche Ausbildung hauptsächlich der arbeitenden Menschen zu fördern. Es gibt Abend- und Tageskurse. Es hat eine 4jährige School of Technical Science, eine Woman's Art School, eine School of Stenography and Type Writing for Women und eine School of Telegraphy for Women. Sie verleiht verschiedene Grade. Die Schule wird von einigen tausend Schülern und Schülerinnen besucht. 106

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