Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 100 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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Àn Universitäten und Hochschulen gibt es: Die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich und die Universitäten in Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Neuchâtel und Zürich. Freiburg ist katholisch und dreisprachig (deutsch, französisch, lateinisch). Basel, Bern und Zürich sind deutschsprachig; Genf und Lausanne französisch und Neuchâtel vorwiegend französisch. Die Technische Hochschule in Zürich hat deutsche und französische Lehrgänge. Die Universitäten haben im allgemeinen die üblichen 4 Fakultäten. Bern hat daneben eine veterinärmedizinische Fakultät, Zürich eine Abteilung für Handelswissenschaft und Journalistik. Genf eine Faculté des sciences-économiques et sociales mit angegliedertem Institut des hautes études commerciales und Lausanne eine Technische Sektion oder Ingenieurschule. Eine selbständige Handelshochschule besteht in St. Gallen. Die Lebenshaltungskosten sind hoch. Für ein Zimmer muß man 50 Franken, für den sonstigen Lebensunterhalt mindestens 80 Franken pro Monat rechnen. Kollegkosten 5 bis 6 Franken pro Stunde. Mediziner: Die Dauer des Studiums beträgt 5V2 Jahre. Zahnmediziner studieren am besten in Basel, Bern, Genf und Zürich. Ihr Studium dauert 4 Jahre. Die Studiendauer für Juristen beträgt nur 3 Jahre. Es gibt keine Beferendarzeit mit Assessorexamen; dagegen sind 2 Jahre praktischer Arbeit gefordert. Für Philologen und Naturwissenschaftler ist das Studium ähnlich wie in Deutschland. An allen Universitäten und Hochschulen können sich Ausländer auch als Hörer eintragen lassen. Frauen haben im gesamten Schweizer Bildungswesen die gleichen Möglichkeiten wie Männer. Handelsschule St. Gallen. 6 Semester Studium, dann Diplom (in den Fächern Bank, Handel, Industrie oder Versicherung). Handelslehrerdiplom nach Ergänzungsprüfung in fremdsprachlicher Handelskorrespondenz, Werbekunde und Verkaufsschulung. Abteilung für Bücherrevisoren: 4 Semester. Auch Hörer werden angenommen. Deutsches Abitur anerkannt. Nicht-Abiturienten: Aufnahmeprüfung. Eintrittsprüfung auch nach einjähriger Vorbereitung in Sonderkursus möglich. Zulassung ab 18 Jahre. Kosten pro Semester 170 Frcs. (Vorkurs 157 Frcs.). Lebensunterhalt in St. Gallen pro Monat etwa 150 Francs (auch geringer). Institut Minerva, Basel. Abteilung Handelsschule (für Knaben und Mädchen). Auch Internat. Eintritt kau nach dem 8. oder 9. Schuljahr stattfinden. Unterstufe und Oberstufe. Reifere Schüler können sogleich in letzere eintreten. Eigenes Diplom, aber auch Vorbereitung auf das Schweizer Handelsabitur. Das Institut steht unter staatlicher Aufsicht. Prinzip ist, die Studien so viel wie möglich zu beschleunigen. Schulgeld 165 Frcs. monatlich. Pensionspreis im Internat einschließlich Nachhilfe 275 Frcs. monatlich. Das Institut ist mit einem regulären Privatgymnasium verbunden. Die Direktion sorgt auch durch ihre europäischen Beziehungen für Fortkommen der Schüler. Kantonale Handelsschule Basel. Die Handelsschule ist als Gberklassenabteilung von 4 Jahren der Realschule für Knaben angegliedert. Diese Realschule entspricht dem deutschen Oberrealschultyp. Die 3. Handelsschulklasse von unten nach oben gerechnet) schließt mit einer Diplomprüfung, die vierte mit dem Handelsabitur (Maturität) ab. Kantonale Handelsschule Zürich. Sie hateinen besonders gutcT* Ruf und bereitet für sämtliche kaufmännische Berufe, die Bcamtenlaufbahn und das Bankgewerbe vor. Nach 4 Jahren erhält der Schüler ein Handelsdiplom, nach 2 Jahren kann er in eine Lehrstelle gehen. Nach 4V2 Jahren hat er die Möglichkeit des Handelsabiturs. Er kann dann Volkswirtschaft oder Jura studieren. Externat. Schulgeld für Ausländer 110—145 frcs. im Halbjahr. Voralpines Knabeninstitut Montana, Zugerberg (in 1000 m Höhe). Gymnasial-, Real-, Handels- und technische Abteilung. Inder Handelsabteilung Parallelkurse in deutscher und französischer Sprache. Leichter Uebertritt von der einen in die andere Abteilung. Eigene große Schlosserei und Tischlerei, in denen Fachleute unterrichten. In die Vorschule der Anstalt können schon 6jährige aufgenommen werden. Uebertritt in die Handelsschule aus der Realschule mit 14 Jahren. Kursus: 2 Jahre. Kosten 80 frcs. pro Woche (volle Pension einbegriffen). Das Institut steht unter Staatsaufsicht. Handelsschule der Stadt Biel. Für Knaben und Mädchen. Deutscher und französischer Unterricht. Studiendauer 3 Jahre. Eintritt nach absolvierter Mittel (Sekundär) schule und nach zurückgelegtem 15. Lebensjahr. Die Aufnahme erfolgt durch Prüfung. Handelsmaturität kann nach .'Î Jahren gemacht werden. Schulgeld 150 frcs. pro Halbjahr. Internat. Gewerbeschule der Stadt Zürich. Abteilungen: 1°) Baugewerbliche Abteilung für Maurer, Gärtner, Schlosser, Schmiede, Wagner, Schreiner, Spengler, Installateure, Sattler und Tapezierer. 2o) mechanisch-technische Abteilung für Elektriker, Metallarbeiter und Mechaniker. 3o) Abteilung für Damenberufe und Hauswirtschaft (Kurse für Friseurinnen, Damenschneiderinnen, Wäscherinnen, Knabenschneiderinnen, Modistinnen, Tapeziererinnen, Verkäuferinnen, Säuglingspflege usw.). 4o) Weiter Lehrgänge für Köche, Kellner, Drogisten, Färber, Laboranten, Galvanisörc, Schuhmacher und Zahntechniker. Unterricht in Fremdsprachen, Buchführung usw. 5o) Kunstgewerbliche Abteilung. Diese zerfällt in eine vorbereitende Klasse und die entsprechenden Fachklassen für Lithographen, Photographen, Buchbinder, Buchdrucker, Metalltreiber und Ziseleure, Dekorationsmaler, Innenarchitekten, Textile Berufe. Es werden Schüler und Schülerinnen aufgenommen (auch Hospitanten). Kosten für Ausländer 145 Franken pro Semester. Externat. Lebensunterhalt in Zürich 150—200 Franken pro Monat. 2—3jährige Kurse. Allgemeine Gewerbeschule Basel. Ausbildung von Handwerkern beiderlei Geschlechts. 5 Abteilungen. lo) Allgemeine Mal- und Zeichenklassen. 2<>) Baugewerbliche Berufe. 3o) Kunstgewerbliche Berufe. 4o) Mechanisch-elektrische Berufe. 5<>) Bekleidungsberul e. Mit der Anstalt verbunden: 2 Vorklassen. Hier können Volksschulentlassene sich für ihrem künftigen Beruf entscheiden. Aufnahme ab 14 Jahren. Frauenarbeitsschule Basel. Oelfentliche Schule, unserer I rauenschule entsprechend. Aufnahmealter 14 Jahre. Unterricht in allen Arten üblicher Handarbeit und Haushaltsführung. Kurse für Arbeits-Haushalls- und Gewerbelehrerinnen. Erforderlich: Lyzealbildung. Eintrittsalter 17 Jahre. Ausbildungsdauer 3 Jahre. Kurse für Gartenbau. Unterricht in allen Kursen unentgeltlich. Kantonales Technikum in Burgdorf. Schüler und Hospitanten. Studiendauer pro Fach 5 Semester. Aufnahme vom zurückgelegten 15. Lebensjahre an. Die Anstalt gliedert sich in eine 1. Fachschule für Chemiker, 2. Fachschule für Tiefbautechniker, 3. Fachschule für Maschinentechniker, 4. Fachschule für Elektrotechniker. Berner Musikschule und Konservatorium. Oeffentliches Institut für Schüler beiderlei Geschlechts und jeder Altersstufe mit Seminar für Schul-Gesangslehre. Dauer der Kurse durchschnittlich 2 Jahre. Schwesternhaus vom Roten Kreuz in Zürich bildet junge Damen in 3jährigen Kursen in Krankenpflege aus. Freie Station und Dienstkleidung vom 2. Dienstjahr an. Eintrittsalter 19 bis 30 Jahre. Privat-Krankenhaus Winterthur. Ausbildung in Wöchnerinnen- und Säuglingspflege. Kursdauer 6 Monate. Eintrittsalter: zurückgelegtes 18. Lebensjahr. Kursgeld monatlich 90, später 60 Franken. Kantonale landwirtschaftliche Schule „Rüttli" bei Zollekofen, Kanton Bern. Einjähriger Kursus. Eintritt mit 16 Jahren. Theoretischer und praktischer Unterricht. Voraussetzung Volksschulbildung. Diplom. Die meisten Landwirtschaftsschulen sind Winterschulen. Einige Privatschulen und Heime. Internate mit Schulbetrieb. Dr. M. Ascher, Bex-les-Bains, Kanton Waadt (Knaben und Mädchen). Ecole internationale, Genève (Genf), 62 route de chêne. (Höhere Schule, auch Handelsfächer). Le "Home chez nous", deutsch-jüdisch. Für Knaben und Mädchen vom 7. bis 15. Lebensjahr. Es kann auch ein benachbartes Schweizer Landerziehungsheim besucht werden. Pension einschl. Unterricht 200—250 Franken. Heime: Kinderheim Wertheim in Heiden, Kanton Appenzell. Geführt vom Israelitischen Frauenverein Zürich. Für Kinder bis zu 14 Jahren. Besuch der örtlichen Schulen (Volksschule, Realschule) möglich. Preis 5 Frank pro Tag. Schulgeld der Realschule 100 Frank jährlich. Villa Fragola, Orselina-Lokarno. Eventuell heilpädagogische Betreuung. Billige Schulen (Sprache italienisch) können besucht werden. Israelitisches Töchterpensionat. B. M. u. B. Bloch. V lila Sévigné, Lausanne. Preis pro Jahr 2400 Frank. Italien. Italien hat Schulpflicht vom 6. bis 14. Lebensjahr. Die Schule ist in ihrer Methode seit der Gentileschen Schulreform sehr modern. WO