Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 81 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492417-9587701-10032093--580-9587784- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 Räume: 4 Räume: f) Räume: 6 Bäume sh. d. sh. d. sh. d. sh. d. Kapstil dl «.»2. 5* 119. 6 152. 5 170. 7 Fort Elizabeth 80. 6 108. 9 138. 3 153. 9 East London 101. 6 122.10 144. 7 162. 8 Kimberley 56. 5 70. 5 88.11 113. 1 Durban 109. 9 130. 4 162. 6 184. 3 Pietermaritzburg 86. 6 105. 9 121. 5 142.11 Witwatersrand (Johannesburg) 109. 8 130. 9 162. 2 177. 8 Pretoria 111.1 139. 4 170. 7 212. 7 Bloemfontein 102.— 128. 9 160. 7 167. 6 Gegenüber Oktober 1933 ist die Durchschnittsmiete in Transvaal und im Oranjel reistaat sowie in Port Elizabeth gestiegen (um 0,48 bis 1,61 %), während sie in der Kapprovinz (ausschließlich Port Elizabeth) und in Natal gefallen ist (0,36 bis 2,58%). Seit Mai 1931 ist die Miete an einigen Orten erstmalig wieder höher geworden. Es wird damit gerechnet, daß ein weiteres Ansteigen der Mieten durch die Herabsetzung der Zinsen für langfristige Ausleihungen gehemmt ist, da die Eigentümer bereit sind, sich mit geringeren Einkünften aus ihrem Grundbesitz zufrieden zu geben. Wirtschaftslage (Sept. 1 9 3 4) Der Vorsitzende der Volkswirtselniftlichen Gesellschaft für Südafrika, C. W. Pearsall, hielt in der Generalversammlung der Gesellschaft einen Vortrag über die Wirtschaftslage Südafrikas, worüber in der Presse ausführliche Berichte gebracht wurden. Herr Pearsall begann mit dem Hinweis, daß Südafrika die schlimmste Depression seiner Geschichte über standen habe und sich jetzt in einer Periode einer spekulativen Aufwärtsbewegung befinde. Die Preise seien seit Anfang 1929 gesunken, die Handelsbilanz sei damals passiv geworden, und die Reservebank habe ihren Diskontsatz erhöht. Im Oktober 1929 habe der Premierminister seine Warnungsrede gehalten, wenige Tage später sei der New Yorker Bankenzusammenbruch erfolgt, und der Diamantenmarkt sei in die Brüche gegangen. Die Rohstoffpreise hätten sich fortgesetzt erniedrigt, und mit der schwindenden Kaufkraft der Farmer sei der Rückschlag in der Industrie erfolgt. Der Tiefpunkt sei in der zweiten Hälfte von 1932 erreicht gewesen. Damals zeigten sich die ersten Anzeichen einer Lockerung. Der Antrieb, den die Preisgabe der Goldwährung gebracht habe, habe jedoch diese ersten Anzeichen weit in den Schatten gestellt. Eine große Goldminenspekulation sei gefolgt. In den letzten 18 Monaten seien südafrikanische Gesellschaften mit einem Kapital von £ 26 000 000 neu registriert worden. Bestehende Gesellschaften erhöhten ihr Kapital um £ 9 310 000. Die Gewinne der Minen erhöhten sich, und die Regierung, die den Rahm davon abgeschöpft habe, sei in den Stand gesetzt worden, nicht nur ihren Haushalt auszugleichen, sondern auch einen guten Ueberschuß für andere Unternehmungen freizuhalten. Der Redner betont hierauf, daß er keine Zweifel an der Dauer des jetzigen Goldpreises habe. Die jüngste Goldgesetzgebung in den Vereinigten Staaten habe dies fast zu einer Sicherheit gemacht. Es scheine jedoch unvermeidlich, daß sich über kurz oder lang die Produktionskosten erhöhten. Vergleiche man den Mai des Jahres 1934 mit Dezember 1932, dann ergebe sich in den weiterverarbeitenden Industrien ein Anwachsen in der Beschäftigung von Europäern in 5 Städten um über 25 °/o. Die Bevölkerungsvermehrung und vor allem die Zunahme der städtischen Bevölkerung in den letzten fünf Jahren sei dabei nicht berücksichtigt. In Kapstadt und Umgebung habe sich die Arbeitslosigkeit am wenigsten, nur um 15%, vermindert, in Durban, East London und Port Elizabeth um 20—21%, im südlichen Transvaal aber um 34%. Am meisten habe die Beschäftigung in der Metallindustrie und in technischen Berufen zugenommen, nämlich um 51 %. Teilweise, aber nicht völlig, sei diese Erscheinung auf das neue Stahlwerk in Pretoria zurückzuführen. In den Berufsgruppen für Nahrungsmittel und Getränke, die zu den umfangreichsten gehören, betrage die Beschäftigungssteigerung nur 12 %. In diesen Wirtschaftszweigen sei aber auch die Depression weniger fühlbar gewesen. Der Beschäftigungsgrad im Kleidungs- und Schneidergewerbe habe sich um 42 %, im Schuh- und Stiefelgeschäft um 23 %, im Möbelgeschäft um 37 % erhöht. Die Möbelindustrie sei mit am schwersten von der Depression betroffen worden. Die Beschäftigungszunahme von Eingeborenen in der weiterverarbeitenden Industrie habe mit der von Europäern nicht Schritt gehalten. Noch schlechter sei es den Mischlingen ergangen. Trotz des Stillslandes in der Diamantenindustrie konnte im Bergbau seit Dezember 1932 die europäische Beschäftigung, die alluvialen Gräbereien nicht eingerechnet, um 21 % gesteigert werden. Von 1925 ab gerechnet, hat sich der Beschäftigungsgrad, wie der Redner bekannt gab, für Europäer um 28 % und für Nichteuropäer um 25 % gehoben. An der Eisenbahn erhöhte sich die Beschäftigung seit Dezember 1932 nur um 3 %, beziehungsweise um 10 % seit 1925. Nur noch drei Viertel der Nichteuropäer seien bei ihr im Vergleich zu 1925 beschäftigt. Der Monatsdurchschnitt an angenommenen Bauplänen übertreffe während der ersten fünf Monate des Jahres den Monatsdurchschnitt des Rekordjahres 1929 um 13%, den Durchschnitt der ersten fünf Monate von 1932 um 165%. Die Verteilung sei jedoch ungleichmäßig. Auf den Durchschnitt von 1930/31 bezogen, betrage die Zunahme 42 %. Kimberley, Bloemfontein, Port Elizabeth und Kapstadt blieben weit hinter diesem Durchschnitt zurück, Pretoria habe sich auf diesem Stand gehalten, East London, Durban und Pietermaritzburg seien erheblich höher. Die Zunahme in Johannisburg betrage sogar 76 % und in den Städten des Reefs nicht weniger als 140%. Die Registrierung von Autos sei gewöhnlich ein guter Wohlstandsindex. In den letzten 12 Monaten sei sie 82 % höher gewesen als 1932, in den ersten 5 Monaten dieses Jahres höher als je seit 1929, hinter welchem Jahre sie nur um 9°/o zurückbleibe. Die Ausfuhr habe vor allem infolge des höheren Goldpreises um £ 2 000 000 im Monat im Vergleich zu 1932. die Einfuhr um £ 200 000 zugenommen. In den größeren Städten seien die Nominallöhne auf ihrer Höhe geblieben. Obwohl verschiedentlich die Kleinhandelspreise angezogen hätten, sei der Reallohn noch erheblich höher als zu Beginn der Depression. Aus diesen Ausführungen zog der Redner die Folgerung, daß die Aufwärtsbewegung vor allem in Johannesburg und dem südlichen Transvaal stattfand, während Kapstadt und die anderen Küstenhäfen zurückbleiben. Die Frage sei, inwieweit die Farmerei davon betroffen werde. Die Ausfuhrpreise für Farmerzeugnisse seien im ersten Vierteljahr 1934 um 100 % höher gewesen als 1932 und 20 % höher als in den letzten fünf Jahren vor dem Weltkrieg. Der Wollpreis sei allerdings im August um 38% gegenüber dem Höchststand vom Januar gefallen, er sei aber immer noch 100 % höher als Mitte 1932. Die Großhandelspreise für Farmerzeugnisse in Südafrika selbst seien jetzt erheblich höher als in der zweiten Hälfte des Jahres 1932, z. B. um 100 % für Gerste und Felle, um 70 % für Hafer, Haferstroh und Zwiebeln, um 40 % für Speck, Mais, Hammel- und Schweinefleisch, um 30 % für Käse, Schmalz, Häute, Hafermehl und Luzerne. Durch die Gesetzgebung würden gewisse Preise z. B. für Weizen und Zucker, weit über Weltmarktpreisen gehalten. Demgegenüber dürfe man ernste Kapitalverluste infolge langer Trockenheiten nicht übersehen. Heuschrecken seien aufgetreten. Obwohl sie streckenweise großen Schaden anrichteten, seien nach den vorliegenden Schätzungen die Verluste nicht so schwer, wie man erwartet habe. Die Lage der Farmer habe sich jedenfalls wesentlich gebessert, und es sei vor allem zu betonen, daß die Preise für Farmerzeugnisse schneller gestiegen seien als jene für andere Waren. Die Wertsteigerung der Farmen sei nicht einheitlich gewesen; sie sei mehr ausgesprochen im Kap als anderswo. Die Durchschnittssteigerung je Morgen belaufe sich auf nicht weniger als 30%. Diese Aufwärtsbewegung sei jedoch kein ungeteilter Segen. Nach den Einkommenssteuerstatistiken sei das steuerbare Einkommen aus dem Handel während der Depression von £ 6 892 000 auf £ 4 697 000 gefallen. Ein erheblicher Fall der Importpreise sei jedoch durch die Erhöhung der Einfuhrzölle aufgehalten worden, desgleichen das erwartete Steiger, 1933 durch Beseitigung dieser Zölle. Regierung und Eisenbahn sei es gelungen, ihren Haushalt auszugleichen. Auf Farmen habe die Neigung bestanden, europäische Arbeiter durch Schwarze zu ersetzen. Deshalb sei eine beständige Abwanderung von Weißen nach den Städten bemerkbar gewesen. Obwohl in diesen wiederum schwarze Arbeiter 81