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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 49

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 49 (sequence 51)
Language
German
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(Innen-Ministerium), San José, ausgestellt wird und von der Secretaria de Seguridad Publica abgestempelt werden muß. Sie kann durch Verwandte und Bekannte in Costa Rica, oder aber durch die Konsulate oder Agenturen der Schiffahrtsgesellschaften beschafft werden. Es ist deshalb empfehlenswert, das Visum beim Generalkonsulat in Hamburg einzuholen. Vorzulegen, bezw. mit eingeschriebenem Brief sind einzusenden: 1. Reisepaß, 2. Polizeiliches Leumundzeugnis, 3. Gesundheitszeugnis, 4. Impfzeugnis, 5. Costarikaner haben nur ihren Paß vorzulegen. Ausländer, die ihren Wohnsitz in Costa Rica haben, benötigen für die Einreise eine in Costa Rica ausgestellte Rückreiseerlaubnis, ihren Reisepaß und Impfzeugnis, das vom Konsulat beglaubigt werden muß. 6. Landungsgeld: Bei der Einschiffung wird von allen Passagieren ein Depot von 250 Dollars eingezogen und bei der Landung wieder ausgehändigt, soweit nicht von den Behörden im Landungshafen anderes bestimmt wird. Das Landungsgeld kann auch bei der Agentur einer Schiffahrtsgesellschaft in Costa Rica hinterlegt werden. Von der Einzahlung des Betrages sind befreit: a) Staatsangehörige von Costa Rica, b) Mitreisende Familienmitglieder c) Passagiere mit besonderer Einreiseerlaubnis d) Durchreisende, die nicht länger als 30 Tage bleiben mit Transitvisum. in Costa Rica Gesuche um Befreiung anderer Personen von der Vorweisung von 250 Dollars beim Eintritt in das Land müssen an das Innenministerium (Secretaria de Gobernacion) gerichtet, aber vorher dem Ministerium für öffentliche Sicherheit vorgelegt werden. Die Gesuche müsen genaue Personalangaben enthalten und durch drei Zeugen von anerkannter Ehrenhaftigkeit oder durch den zuständigen diplomatischen bezw. konsularischen Vertreter befürwortet werden. Damit die genannten beiden Ministerien genügend Zeit zur Prüfung der Gesuche haben, sollen diese Unterlagen mindestens zwei Monate vor dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Ausschiffung eingereicht werden. Gebühren für die Erteilung des Visums 3 am. Dollars. Die Beglaubigung der übrigen Reisepapiere (Leumunds-, Gesundheits- und Impfzeugnis, sowie Einreisegenehmigung) erfolgt gebührenfrei. Die Gebühren sind in Dollars oder Gegenwert in Reichsmark (Umrechnung 4 HM. 1 Dollar) bei der Antragstellung zu entrichten. Dominikanische Republik. Zur Einreise in die Dominikanische Republik ist ein Paßvisum erforderlich, das vom Generalkonsulat Hamburg 1. Fei dinandstr. 67, auf Grund Vorlage folgender Papiere erleilt werden kann: 1. Reisepaß, 2. Gesundheitszeugnis 3. polizeiliches Führungszeugnis, das aber nicht älter als 1 Monat sein darf. Für solche Personen, die als Kolonisten nach der Dominikanischen Republik auswandern wollen, oder solche, die beabsichtigen, sich dauernd dort aufzuhalten, ist 4. ein Fragebogen auszufüllen, der beim Generalkonsulat zu erhalten ist. Die Gebühren für das Paßvisuin betragen 2 Dollar amerik. umgerechnet in Reichsmark zum Tageskurs. Für Firmen in der Dominikanischen Republik besteht die Vorschrift, daß sie unter ihren Angestellten nicht mehr als 30 °/o Ausländer haben dürfen. Die Regierung kommt Kolonisten in weitem Umfange entgegen, insbesondere durch kostenlose Abgabe von Land. Es ist aber angebracht, sich hierüber vorher beim Generalkonsulat oder bei der Gesandtschaft Näheres mitteilen zu lassen. Es ist erwünscht, daß nur solche Personen einwandern, die soviel Vermögen mitbringen, daß sie in den ersten 6 Monaten für ihren Unterhalt sorgen können. Von einem Einwanderer ging uns folgende Nachricht im September 1934 zu: Als Landwirt bekommt man sämtl. dazu erforderlichen Geräte und Werkzeuge auch sämtl. gebrauchten Haushaltsutensilien frei ins Land hinein, auch Betten. Dagegen empfiehlt es sich nicht, Möbel mitzubringen, die Zoll kosten und deren Transport teuer isl. Audi ist es unnütz, wollene Anzüge und Mäntel mitzubringen bis auf 1 Anzug und 1 Mantel, die man auf dem Dampfer benötigt. Gute Leinensachen kauft man sehr vorteilhaft und gut in San Juan auf Puerto Rico, wo der Dampfer 1—2 Tage anlegt. Es ist unerläßlich, bereits vor Ankunft spanisch möglichst gut zu lernen. Aussichten, feste Anstellung zu erhalten, haben gelernte Metallaibeiter, gute Nieter beim Brückenbau, gelernte Landwirte, besonders solche, die Milchwirtschaft beherrschen, sowie Imker, evtl. Bierbrauer sowie Nurse, geschulte Photographen und Kaffeetrop. Produktenhändler. Es bleibt natürlich ein gewisses Risiko, ohne feste Anstellung einzufahren. Die Siedlungsmöglichkeiten sind gut. Land ist (sogar an der Hauptverkehrs-Autostraße) infolge der Kiise billig. Man muß gut beraten werden (vom deutschen Konsul usw.), daß man nicht in Malariagegend kauft. Gut ist das Land im Umkreis von etwa 12—15 km von La Vega. Unerläßlich ist, um eine kleinere gemischte Wirtschaft von etwa 20—30 Morgen mit dem nötigen Wohnhaus, Ställen usw. aufzubauen, mindestens 4—5000 $ mitzubringen. Es gedeiht vorzüglich Mais (3 X Ernte im Jahr!), Zuckerrohr, diverse Palmen, Orangen, Zitronen, Kaffee, Kakao, süße Kartoffel, Juca, Mango, Ananas, Grapefruit, Mandeln und vieles mehr. Europäische Gemüse sind schwierig und besser in höheren Lagen (von 700 m aufwärts) zu ziehen, wo Auffahrtsstraßen noch im Bau und erst in 3—4 Jahren fertig sind. Gemüse ist aber sehr gefragt und wird z. Z. von Kalifornien importiert. Küche und Wäsche wird mit Holzkohle oder Holz gefeuert (sehr billig). Wichtig, nahe oder direkt am Fluß Land zu kaufen, sonst muß man Brunnen bohren (in etwa 10 m Tiefe Grundwasser.) Sämtliches Regenwasser des Daches wird in Zisternen gesammelt. Einfache Möbel etwa in unserer Worpsweder Arl sind billig. Es ist sehr gut, wenn man auf dem flachen Lande lebt, etwas schlossern, schustern, tischlern usw. zu können, auch löten. Gute Aussichten sind auch für Holzfachleute und Sägewerksleiter. Gegend und Land von großer Schönheit, und Klima bei landesüblicher Lebensweise durchaus erträglich. Zu erwähnen ist noch, daß die wenigen im Lande ansässigen Deutschen in vornehmster Weise zusammenhalten. Die dominikanische Regierung ist den Deutschen gut gesonnen, jedoch sind die Rechtsverhältnisse eigenartig. Es besteht der sogenannte Napoleon Code. Eine größere Siedlungsaktion für jüngere Leute würde mit relativ geringen Mitteln erfolgreich durchzuführen sein, wie überhaupt das Leben dort als billig anzusprechen ist. Guatemala. Von der Gesandtschaft von Guatemala erhielten wir Ende November 1934 folgende Auskunft: Die Einwanderung nach Guatemala ist augenblicklich für alle gesperrt. Touristen können nach Guatemala fahren, wenn sie nachweisen, daß ihre Hin- und Rückreise bezahlt ist und die genügende Sicherheit gegeben ist, daß sie nicht im Lande bleiben. Durchreisevisum kann gewährt werden, wenn die betreffende Person nachweist, daß sie wirklich in einem benachbarten Staate Guatemalas ansässig ist und ihr Weg über Guatemala führt Die Visagebühren betragen für Durchreisende RM. 25.60. Wir führen nachstehend aus einer Publikation des Internationalen Arbeitsamtes vom November über Einwanderungsbeschränkungen in Guatemala folgendes an: Ein von dem Präsidenten der Republik von Guatemala herausgegebenes Dekret vom 7. Mai 1934, das von der gesetzgebenden Versammlung am 19. Mai 1934 genehmigt worden ist, verbietet die Zulassung von Immigranten nach Guatemala, die beabsichtigen, bezahlte Arbeit in einem landwirtschaftlichen, kaufmännischen oder industriellen Unternehmen anzunehmen. Eine Ausnahme wird gemacht für technische Arbeiter, die von der Regierung engagiert sind, die auch die Zulassung von technischen Arbeitern autorisieren kann, die von privaten Unternehmungen engagiert sind, oder von Personen, die im Besitz gewisser Hilfsquellen sind und sich unabhängig im Lande anzusiedeln wünschen. Es gingen uns folgende weitere Informationen zu. Die Regierung in Guatemala ist nicht geneigt, Zutritt in ihr Land den Personen zu gewähren, die unbemittelt sind und die dort Arbeit suchen wollen. Abgesehen davon wäre es für diese Leute sehr schwer, mit den Landesbewohnern zu konkurrieren. Die Regierung in Guatemala hätte jedoch nichts dagegen. Kapitalisten hereinzulassen, die in ihrem Land irgendwelche Industrie-Unternehmungen aufbauen wollen. 49

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