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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 44

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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sache, daß gewisse Industrien nicht stark beschäftigt sind, ist die Tendenz doch allgemein steigend. Höhere Preise für Weizen, stärkere Erzeugung von Zeitungspapier, guter Holzexport nach Großbritannien, starke Anspannung der Elektrokraftanlagen und eine stetige Besserung der Finanzlage sind wichtige Momente für die Beurteilung der allgemeinen Wirtschaftslage, die eine Besserung gegenüber dem Vorjahr erkennen lassen. Gemäß den Ziffern des statistischen Büros zeigte das Geschäftsleben am Ende des ersten Halbjahres fast die Höhe des Jahres 1920, in welchem die letzte große Blüieperiode einsetzte. Die Monate Juli und August waren für viele Farmer des Westens sehr ernst, und die voraussichtlichen Ernteerträge im ganzen Lande dürften die schwache Ernte des Jahres 1933 kaum übersteigen. Besonders die Lage der Farmer in Südwest-Maniloba, Südwest-Saskatchewan und Südost-Alberta ist infolge der außerordentlichen Dürre sehr schwierig. Das Vieh hat fast überall infolge der schwachen Weideverhältnisse stark gelitten. Die Vorräte an Futter werden im nächsten Winter an manchen Platzen knapp werden, und es wird infolgedessen auf den Farmen weniger Vieh gehalten werden. Die Ausfuhr von Vieh nach Großbritannien hat stark zugenommen. Die Erzeugung von Molkereiprodukten hat sich gut gehalten und konnte noch etwas erhöht werden. Die Tätigkeit der Industrie hat sich gebessert. Statistische Angaben zeigen, daß die Produkion den höchsten Stand seit 1930 erreicht hat. In der Schwerindustrie ist die Besserung besonders in Erscheinung getreten, obgleich die Hochöfen nur mit 40 °/o ihrer Kapazität arbeiten. Die Herstellung von Automobilen konnte verdoppelt werden. Es wurden im ersten Halbjahr 1934 mehr Wagen hergestellt als im ganzen Jahr 1933. Die Ausfuhr hat sich verdreifacht. Textilanlagen arbeiten last mit voller Kraft, ebenso sind die Schuhfabriken stark beschäftigt. Der Export von Meld hat zugenommen und den Mahlmühlen eine entsprechend stärkere Inanspruchnahme gesichert. Infolge der größeren Nachfrage nach Zeitungspapier, die die amerikanischen Papiermühlen nicht befriedigen konnten, haben die kanadischen Papiermühlen größere Aufträge erhalten. Wenn auch die Verhältnisse nicht überall gleich sind, so arbeiten doch die meisten Fabriken besser als im Vor jähr. Auch im Bergbau ist eine wesentliche Besserung zu verzeichnen. Die Holzausfuhr hat sich in den letzten 12 Monaten gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Die Besserung im Bergbau, in der Industrie und der Holzwirtschaft spiegelt sich in den erhöhten Einnahmen der Eisenbahnen wieder. Besonders bemerkenswert war die Zunahme der Frachten in Papierholz, Papier und anderen Holzerzeugnissen, sowie in Steinkohlen und Erzen. Als Folge der hier mitgeteilten allgemeinen Belebung von Handel und Industrie bessert sich auch die Arbeitsmarktlage. Nach der amtlichen Statistik war die Zahl der Beschäftigten am 1. Juli 1934 etwas höher als der Durchschnitt des Jahres 1926. Die günstige Wirtschaftsbewegung des zweiten Vierteljahres 1934 hat rund 92 000 Personen Arbeit und Beschäftigung gegeben; außerdem sind die Arbeitszeiten der schon vorher beschäftigt gewesenen stetiger und länger geworden. Diese Jahreszeit ist in normalen Zeiten eine Periode zunehmender industrieller Tätigkeit, in diesem Jahr ist die allgemeine Zunahme der Beschäftigung stärker als im Durchschnitt seit dem Jahre 1920. Fast alle Industriezweige berichten von einer Zunahme der Zahl der Beschäftigten, wobei auf dem Gebiete des Landstraßenbaus die meisten Arbeiter, nämlich 25 000, neu eingestellt werden konnten. Zahnärzte. Nach einer uns aus Kanada erteilten Auskunft von Ende März bestehen in Kanada keine Möglichkeiten für ausländische Zahnärzte. Ms herrsche bereits Ueberfüllung in dem Beruf. Zahnärzte aus dem Auslande seien weder zum Studium noch zur Praxis zugelassen. Vereinigte Staaten von Amerika. Die kontinentalen Vereinigten Staaten haben eine Fläche von 2 973 776 englischen Quadratmeilen (etwa 34 mal soviel wie Großbritannien). Bevölkerung nach dem Zensus von 1930: 122 775 045, nach der Schätzung vom 30. Juni 1934: 126 564 000. Die Städte mit einer Bevölkerung von über Va Million sind New- York, Chicago, Philadelphia, Detroit, Los Angeles, Cleveland, Baltimore, St. Louis, Boston. Pittsburgh, New-Orleans. San Francisco, Milwaukee und Buffalo. Im ganzen gibt es 93 Städte mit einer Bevölkerung von über 100 000. Der Umfang des Ackerbaus in der amerikanischen Wirtschaft ist in runden Zahlen: 6 000 000 Farmen von 500 000 000 acres bepflanztes Land, Brachland und Weideland, worin 10 500 000 Personen beschäftigt sind und worauf 30 000 000 oder ungefähr 25% der Bevölkerung leben. Nichtsdestoweniger sank ihr Anteil an nationalem Einkommen, das 1929 bereits nur 9,5% war, im Jahre 1932 auf 7 %. Der Minister für Landwirtschaft schätzt es jetzt wieder auf 9.5 %, aber billigerweise müßte es auf wenigstens 13% steigen. In sozialer und politischer Hinsicht bedeutet die Ackerbauwirtschaft in der gegenwärtigen und in Aussicht stellenden Struktur der Nation weit mehr als diese Statistik angibt. Ihre Bedürfnisse bestimmen die Geldwirtschaft und die Politik des Außenhandels. Ein w anderungsstatistik. Die Einwanderungsbehörde bat kürzlich eine Statistik veröffentlicht, nach der in dem mit dein 30. Juni abschließenden Fiskaljahr 1933 insgesamt 23 068 Personen eingewandert sind, während 80 081 Personen auswanderten. Die Auswanderung überstieg demnach die Einwanderung um 57 013. Für das Fiskaljahr 1934 betrug die Einwanderung 29 470 und die Auswanderung 39 771 Personen, so daß die Auswanderung ein Mehr von 10 301 aufweist. Bei den an der Ein- und Auswanderung hauptsächlich beteiligten europäischen Ländern ergeben sich für die mit dem jeweils am 30. Juni abschließenden Fiskaljahre 1933 und 1934 folgende Zahlen: 1933 Einwanderung: Italien........ mit 3 477 Deutschland...... mit 1 919 Polen........ mit 1 332 Großbritannien..... mit 979 Auswanderung: Großbritannien.....mit 12 143 Italien........mit 6 270 Deutschland......mit 5 131 Spanien...... . mit 2 815 1934 Einwanderung: Deutschland...... mit 4 392 Italien........ mit 4 374 Großbritannien..... mit 1 305 Polen........ mit 1 032 Auswanderung: Großbritannien..... mit 6 003 Deutschland...... mit 3 502 Italien........ mit 3 047 Irland........ mit 1 228 Im Fiskaljahr 1933 wurden insgesamt 19 865, im Jahre 1934 8 879 Personen deportiert. Hiervon entfielen auf Deutschland im Jahre 1933: 545 und im Jahre 1934: 200. Nach einer vom Labor Department veröffentlichten allgemeinen Abhandlung über Einwanderungs- und Naturalisationsstatistik steht Deutschland für den Zeitraum von 115 Jahren — 1820 bis einschließlich 1934 — bei der Einwanderung mit 5 9 27 275 Personen an erster Stelle. Es folgen: Italien....... mit 4 679 107 Irland....... mit 4 587 566 Großbritannien .... mit 4 239 173 Oesterreich-Ungarn mit 4 135 830 Bußland...... mit 3 342 939 Canada und Neufundland . mit 2 941 519 Schweden und Norwegen . mit 2 017 631 Einwanderun g sbesti m m u n gen: Das amerikanische Einwanderungsgesetz unterscheidet: 1. Nichteinwanderer (Non-Immigrants), 2. Nicht-Quoten-Einwanderer (Non-Quota Immigrants), 3. Quoten-Einwanderer (Quota Immigrants), I. Nichteinwanderer (Non-Immigrants) sind: a) amerikanische Staatsbürger (einerlei, oh in Amerika geboren oder naturalisiert), b) Regierungsbeamte, deren Familien, Hegleiter. Angestellte und Bedienstete. c) Nicht-Amerikaner, welche die Vereinigten Staaten als Touristen, Geschäfts- oder Vergnügungsreisende vorübergehend besuchen, 44

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