Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 40 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Fahri mit dem Transsibir. Expreß koste! ohne Verpflegung ah Berlin ca. 100 amer. Dollar, sehr bequeme durchgehende Züge über Moskau. Irkutsk. F a h r preise III. Kl. in R e i e h s m a r k nach Mandschukuo, China, Japan Herlin — Tokio via Fusan inch Bettkarten (III. Kl, ab Negoreloje) III. Klasse 239.— Berlin Negoreloje — Wladiwostok inch Bettkarten (III." Kl. ah Negoreloje) 111. Klasse 196.80 Herlin — Shanghai via Dairen inch Bettkarten (III. Kl. ah Negoreloje) III./II. ab Hsinking 264.- Berlin—Negoreloje III. Klasse RM. 27.80 Negoreloje—Mandjuria III. Klasse RM. 158.90 Mandjuria—Charbin _III. Klasse RM. 18.— Zusammen RM. 204.70 Verpflegungs-Preise Negoreloje Mandjuria 7 Tage (3 Mahlzeiten) RM. 54.— Negoreloje — Wladiwostok 10 Tage (3 Mahlzeiten) RM. 80.— Dit' Charbiner Gemeinde rät, bei der Grenzstation Mandschuria sich im Notfälle an den Vorsitzenden der dortigen Jüdischen Gemeinde zu wenden. Niederländisch-Indien. Eine Verordnung vom 19. Dezember 193-1 setzt die Einwanderungsquote für Niederländisch-Indien für das Jahr 1935 unverändert, wie im Vorjahr, auf insgesamt 12 000 Einwanderer fest. Auf jede Volksgruppe entfallen 800 Einwanderer. Deutsche sind in ein und derselben Gruppe mit Oesterreichern, Dänen. Norwegern, Schweden und Schweizern aufgeführt. Die Gesaratcinwaiulerung nach Niederländisch-Indien betrug 1933: 78 638 Personen, darunter 12 873 niederländischer Staatsangehörigkeit. Unter den Ausländern befanden sich 1089 Amerikaner, Deutsche 636, Engländer 4810, Franzosen 205, Japaner 1978, sonstige Europäer 761, Chinesen 50 590, Araber 757, übrige 4939. Unter diesen angekommenen Fremden befanden sich auch Touristen. 9280 gegen 1257 in 1932 erhielten wirkliche Einwanderungserlaubnis. Unter ihnen waren 2065 Niederländer, 559 andere Europäer, 777 Japaner, 4954 Chinesen, 231 Araber und 694 sonstige Ausländer. Palästina. Von der Zionistischen Vereinigung f ü r D e u t sc h land ist uns im März der nachfolgende Bericht zugegangen: I) i e E i n w a n d e rung deutsche r J u d e n n a c h P a 1 ä s t i n a. Die zentrale Bedeutung, die der Auf hau der jüdischen National-Heimstätte in Palästina in den letzten Jahren für die in Deutschland lebenden Juden erlangt hat, und das Interesse, das dieser Versuch zur Lösung der Judenfrage auch in der nichtjüdischen Umwelt findet, lassen es verständlich erscheinen, daß die Zahl der aus Deutschland kommenden Einwanderer starke Beachtung findet. Die bisher hierüber bekannt gewordenen Angaben weichen allerdings völlig voneinander ab und schwanken zwischen 6000 und 20 000. Soeben werden nun die von der Jewish Agency for Palestine ermittelten Daten der Oeffentlichkeit übergeben, die auf Grund der amtlichen Einwanderungs-Statistik der englischen Verwaltung errechnet sind lind daher als authentisch angesehen werden müssen. Die Gesamtzahl der in den Jahren 1933 und 1934 allein aus Deutschland legal eingewanderten Juden beträgt 16 639. Von ihnen kamen 1933: 7210. 1934: 9429 .Menschen ins Land. Der größte Teil der Einwanderer erhielt durch Zuteilung der sogenannten Arbeiter-Zertifikate das Recht zur Einwanderung (1933: 3129, 1934: 4082). In beiden Jahren bildete dieser Teil je 20 °/o der gesamten Einwanderung dieser Kategorie. Die übrigen waren entweder im Besitz des Vorzeigegeldes von £ 1000,— oder Schüler, die in Palästina ihre wissenschaftliche. Schul- oder Fachausbildung erhalten, oder wanderten als Angehörige palästinensischer Einwohner und als Touristen, denen schon jetzt nachträglich die Möglichkeit des Daueraufenthalts gewährt wurde, ein. Eine beträchtliche Anzahl von Touristen wartet daneben noch auf ihre endgültige Legalisierung. Besonders interessant ist die berufliche Struktur der jüdischen Einwanderung aus Deutschland. Sie wandte sich in außerordentlich starkem Maße der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Kleinindustrie zu. So rekrutieren sich 47% aller im Jahre 1934 überhaupt zur Landwirtschaft gegangenen Menschen und 24 °/o aller derjenigen, die im Handwerk und in der Kleinindustrie tätig sind, aus dieser Einwanderung. Sie brachte ferner 12 % derjenigen ins Land, die sich ohne nähere Spezifikation als Arbeiter betätigen. Entgegen anderslautenden Meldungen ist die Einwanderung deutscher Juden im zweiten Halbjahr 19.'54 nicht zurückgegangen, wenn auch im November 1934: 827, im Dezember: 669 Einwanderer nach Palästina kamen, während noch im Oktober 1320 Menschen einwanderten. Dies ist lediglich auf die Einwanderungsbestimmungen, nach denen jährlich zweimal, zu Beginn des Frühjahrs und des Winters, die neue Zertifikats-Quoteausgegeben wird, und auf wirlsehaftstechnische, saisonbedingte. Gründe zurückzuführen. Die ersten beiden Monate des Jahres 1935 haben denn auch bereits eine Steigerung in der Einwanderungszahl erkennen lassen. Nach diesen authentischen Darstellungen ist anzunehmen, daß die Gesamtzahl der jetzt in Baiästina ansässigen, aus Deutschland gekommenen Juden weit mehr als 22 000 beträgt. In diesem Zusammenhang soll darauf hingewiesen werden, daß nach Schätzungen der jüdischen Wanderungs-Organisationen in anderen Ueberseeländern nicht mehr als 7000 deutsche Juden in den letzten zwei Jahren Baum gefunden haben. Etwa drei Viertel der rund 27 000 Menschen, die bisher als endgültig in den Wirtschaftsprozeß anderer Länder eingegliedert angesehen werden können, sind also nach Palästina gegangen. Dieser Vergleich macht deutlich, wie eng das deutsche Judentum schon jetzt mit dem Aufhau Erez Israels verknüpft ist. U e b e r 7 0 0 0 jüdisch e P a 1 ä s t i n a - E i n w a n - derer i m M ä r z. Wie das Einwanderungs-Ami der Palästina-Regierung mitteilt, sind im Monate März 1935 6800 Juden in Palästina eingewandert: außerdem wurde im März die Einwanderung von 277 Touristen, die sich nachträglich entschlossen, dauernd im Lande zu verbleiben, legalisiert. Somit beträgt die offizielle Einwanderungsziffer für März 7077 Personen. Dies ist die höchste monatliche Einwanderungsziffer, die bisher erreicht wurde. Im ersten Jahresviertel 1935 — so wird weiter mitgeteilt — sind 16.830 Juden in Palästina eingewandert. L a n d e s h ü r g er und Aus! ä n d e r i n P a 1 ä sti na. In der ,,Official Gazette", dem palästinensischen Amtsblatt, wurde bekanntgegeben, daß jeder Einwohner Palästinas, der nicht im Besitz der palästinensischen Landesbürgerschaft ist, nunmehr als Ausländer zu gelten habe. Gleichzeitig wird betont, daß die Rechtsprechung für alle Einwohner Palästinas einheitlich sei. Im April 1935 ist die letzte Nummer der „Alijah"-Informationen für Palästina-Auswanderer erschienen, die vom Palästinaamt der Jewish Agency for Palestine, Berlin W 15, Meinekestr. 10, herausgegeben worden ist. Nach der Arbeitsteilung zwischen den jüdischen Organisationen ist das Palästinaamt für Fragen, die Palästina betreffen, innerhalb Deutschlands zuständig. 40