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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 31

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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"ï'Ue, Me ^rankheit >tschädi. «"'"Begangen Jf "Pfund auf achten berechtigt nicht zur Ausübung von Arbeit: die Arbeitsbewilligung erteilt das hei rei fende Fachministerium. Infolge der Lage des Arbeitsmarktes wird die ArbeitsbewRdigung nur ausnahmsweise erteilt. s t i m ni u il g e il Ü h v r d i e 15 e ändischer Arbeitskräfte. tisti- 1". r g ü n z u h g d e r 15 schäftigun g a u s Das Kgl. Ungarische Ministerium des Innern hat unter dem ('). September 1934, Nr. 180500/1934 Villa, eine Zirkularverordnung betr. Ergänzung und Abänderung der Bestimmungen über Wohnungserlaubnis für Ausländer in Ungarn erlassen. Falls die Handlung nicht unter eine schärfere Strafbestimmung fällt, begeh! eine Uebertretung und ist mit Haft bis zu 15 Tagen zu bestrafen: 1. derjenige Arbeitgeber, der seinen ausländischen Angestellten (Arbeiter) in einem Arbeitsgebiet beschäftigt, auf das sich die Arbeitsbewilligung nicht bezieht; der dem mit der Arbeitsbewilligung versehenen Ausländer — unter Nichteinhaltung der Verfügung tier die Arbeitsbewilligung erteilenden Behörde keine heimischen Arbeitskräfte zwecks Anlernung zuteilt oder aber solche heimischen Arbeitskräfte zuteilt, die über die in der Arbeitsübernahmebewilligung geforderte Vor- und Fachbildung nicht verfügen; 2. derjenige durch die Behörde zur Meldung verpflichtete Ausländer (Verordnung Nr. 100 000/1930 B. M., § 14), der die als seinen Aufenthaltsort bezeichnete Gemeinde (Stadt) ohne Bewilligung der Behörde verläßt oder der im Zusammenhange mit der Anmeldeverpflichtung das in den bestehenden Ministerialverordnungen festgesetzte Verbot bezw. andere Bestimmungen übertritt. In einem S c h r e ibe n vom Oktober 1 9 3 4 wurde auf die allgemeine und speziell jüdische Arbeitslosigkeit hingewiesen, die einer Neueinstellung ausländischer Arbeitskräfte im Wege steht. Seit 1 Vî Jahren macht sich eine starke Rückwanderung ungarischer jüdischer Familien bemerkbar. Asien. Siedlungsmöglichkeit in Cypern. A u s d e m Bericht eines dorthin entsandten S a c h v e r s t ä n d i g e n. (Juli 1935.) Die Größe Cyperns ist ca. 10 000 qkm. Es ist nicht ganz halb so groß wie Palästina. Cypern zerfällt in vier Teile: Das nördliche Gebirge, das südliche Gebirge, in der Mitte zwischen diesen Gebirgen eine ausgedehnte Ebene, die Messaria Ebene, an der Südküste Cyperns die Küstenebene. Der weitaus größte Teil der Landwirtschaft wird in der Messaria Ebene betrieben. Diese Ebene hat sich mehrmals gehoben und gesenkt. Vulkanische Erscheinungen waren in Cypern häufig. Die Ebene hat sich bisweilen unter den Meeresspiegel gesenkt, bisweilen über den Meeresspiegel gehoben. Nach der letzten Senkung hat das Meer durch die Zersetzung der Gesteinmassen des Gebirges und durch die durch das Wasser abgeschwemmten Tonteilchen Land angeschwemmt, sodaß jetzt eine glatte Ebene entstanden ist, die unterbrochen wird durch die Ausläufer, die vom Nord- und Südgebirge in die Ebene hineinreichen. Diese Gebirgsausläufer sind aber sehr stark angegriffen und stellen nur noch Hügelstreifen in der Ebene dar. In der Messaria Ebene ist in der Hauptsache Lehmboden, häufig tiefgründig und steinlos, in der Nähe der Gebirgsausläufer jedoch häufig sehr steinig und felsig. Der Boden der Messaria Ebene ist im allgemeinen gut. Infolge seiner Entstehungsgeschichte weist er aber an vielen Stellen Salzvorkommen auf. Im allgemeinen ist das Salzvorkommen jedoch so, daß es für die Entwicklung der allgemeinen landwirtschaftlichen Kulturen nicht ausschlaggebend nachteilig ist. Bei Auswahl des Geländes muß aber auf diese Erscheinung geachtet werden. Weiter findet man Landwirtschaft noch in der südlichen Küstenebene Cyperns im Gebiet von Paphos und Limassol. An bedeutenden Städten haben wir im Zentrum Cyperns die Hauptstadt Nicosia, im Süden die Hafenstädte Paphos, Limassol, Larnaca, im Osten Famagusta und im westlichen Teil der Messaria Ebene die Stadt Morphou. Als Hafen ist Larnaca am bedeutendsten, weil hier die Dampfer der Hauptlinie anlegen. Famagusta wird von den Verkehrslinien zurzeit wenig berührt, obgleich Famagusta einen Quai hat, während in Larnaca die Schiffe vor dem Hafen liegen bleiben, Frachten und Personen ausgebootet werden müssen. Die Bevölkerung Cyperns ist friedlich und im Umgang angenehm. Die Sicherheitsverhältnisse sind europäisch betrachtet gut. Die Bevölkerung beträgt ungefähr 365 000 Menschen, ca. 100 000 Türken und der Rest Griechen. Juden gibt es ca. 50 Seelen. Nicosia hat 25 000 Einwohner, Famagusta 8000 Einwohner, Larnaca 10 000 Einwohner, Limassol 15 000 Einwohner, Paphos 5000 Einwohner. Bei dem Klima Cyperns müssen wir zwischen dem Klima der Ebene und des Gebirges unterscheiden. Das Klima des Gebirges, insbesondere des Südgebirges, das eine Höhe von ca. 2000 m erreicht, ist sehr gesund und angenehm. Es ist bewaldet mit Fichten, Eichen und anderen europäischen Bäumen. Landwirtschaft ist dort nur in geringem Umfange möglich, jedoch ist dort ein ausgedehnter Weinbau und Obstbau, insbesondere Kirschen. Das Klima der Ebene ist im allgemeinen warm. Es gleicht dem Klima Palästinas. Im Sommer haben wir im Durchschnitt mit einer Temperatur von 35 bis 40 Grad im Schatten zu rechnen. Die Gesundheitsverhältnisse sind im allgemeinen gut. Spezifische Krankheiten sind in wesentlichem Umfange nicht vorhanden. Malaria gab es früher in Cypern sehr viel. Durch umfassende Bekämpfungsmaßnahmen, Aufsichtsbeamte in jedem Dorf, Bekämpfung von Sumpfbildungen und stehenden Gewässern ist die Malaria in starkem Umfange zurückgegangen, so daß Malaria heute nur noch an einzelnen Punkten, wie z. B. Limassol, in stärkerem Maße auftritt. Unangenehm sind die Sandfliegen, die einen sehr starken Juckreiz verursachen. Neueinwanderer haben ab und zu mit Papataschifieber zu rechnen. Die landwirtschaftlichen Verhältnisse Cyperns sind im allgemeinen primitiv. Intensivvvirtschaften sind in den Gebieten vorhanden, wo es viel Wasser gibt, in den Gebieten von Famagusta, Lefka, Paphos, Limassol und einigen Dörfern, die günstige Wasserverhältnisse haben. Dort findet man in der Hauptsache Pardessanlagen, die im allgemeinen im guten Zustand sind. Die übrige Landwirtschaft liegt jedoch darnieder. Soweit Trockenwirtschaft nötig ist, ist die cypriotische Landwirtschaft in einer schlechten Situation. Die Niederschläge Cyperns liegen im Durchschnitt bei 300 bis 350 mm. Die Jahre 1931, 32, 33 ergaben Niederschläge, die um 150 mm herum lagen. Weniger als 200 mm ergeben in Cypern eine eindeutige Mißernte. Diese drei Mißernten haben die Landwirtschaft Cyperns in starke Bedrängnis gebracht. Das Jahr 1934 mit 350 mm Niederschlag hat dagegen eine gute Ernte ergeben. Angebaut wird in der Landwirtschaft neben Gerste und Weizen als Sommerfrucht in der Hauptsache Sesam, Rohrweh, Lein und Baumwolle. Die durch die geringen Niederschläge bedingte Unsicherheit der landwirtschaftlichen Erträge in der Trockenwirtschaft zwingt dazu, eine jüdische Siedlung nur auf bewässerbarem Boden vorzunehmen, da nur auf bewässerbarem Boden eine Existenzsicherheit für die Siedler gegeben ist. Es ist deshalb die Wasserfrage in Cypern noch wichtiger als die Bodenfrage. Die Wasserfrage ist generell nicht zu beantworten. Man wird sie von Fall zu Fall prüfen müssen. Man unterscheidet ein flaches und ein tiefes Wasser. Von den Niederschlägen unabhängig ist das tiefe Wasser, während das flache Wasser von der Höhe der Niederschläge abhängig ist. In den wassergünstigen Gebieten, wie Paphos und Famagusta, wird in der Hauptsache das flache Wasser benutzt. In der Umgebung von Famagusta wird aus verhältnismäßig flachen Brunnen geschöpft mit Hilfe eines Schöpfwerkes, das durch den Göpel gedreht wird, oder mit Hilfe von Windturbinen. (Famagusta, die Stadt der Windturbinen). Tiefes Wasser wird nicht überall gefunden. Es sind Bobrungen bis zu 800 Fuß gemacht worden, ohne ein Ergebnis zu zeigen. Die Wasserfrage ist aber deshalb noch schwierig, weil in Cypern häufig salzhaltiges Wasser gefunden wird. Da dieses salzhaltige Wasser oft nur wenige Meter von Brunnen gefunden wird, die gutes Wasser haben, ist die generelle Beantwortung der Wasserfrage in Cypern unmöglich. Der Ackerbau steht, soweit er Trockenwirtschaft ist, auf niedriger Stufe. Die Brachwirtschaft herrscht noch sehr vor, 31

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