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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 2

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Nach dem National-Origins Plan betrug die Jahresquote 153 831 Personen, auf Deutschland entfielen davon 25 957 Personen. Es wurden in den nachstehend aufgeführten amerikanischen Fiskaljahren (1. Juli 30. Juni) die folgenden Q u o t a - Immigranten zugelassen: 1930: 141 497 — 1931: 54 118 — 1932: 12 983 - 1933: 8 220; davon aus E uropa: 1930: 137 016 — 1931: 51 153 — 1932: 12 022 — 1933: 7 634; auf Deutsch! a n d entfielen: 1931: 10 100 — 1932: 2 086 — 1933: 1 324. A u s t r a 1 i e n ist — von britischen Untertanen abgesehen für dauernde Einwanderung für jeden gesperrt, der nicht ein besonderes Landungs-Permit hat, ausgestellt durch eine Behörde in Australien. h a n a d a steht nach Erfüllung bestimmter Bedingungen nur gewissen wenigen Kategorien ol len, u. a. Landwirten, nächsten Angehörigen, Verlobten, Akademikern. B r a s i 1 i e n hat im Jahre 1934 ein Quotensystem eingeführt. 2 °/o der summierten Gesamteinwanderung der verschiedenen Staatsangehörigen in den letzten 50 Jahren liegen der Quotisierung zu Grunde. Einreisegenehmigung von einer brasilianischen Einwanderungsbehörde und Vorzeigung von bestimmten Summen wird gefordert. In Brasilien macht sich jetzt schon das Fehlen landwirtschaftlicher Kräfte fühlbar. Von Anfang an haben sich dort bereits Stimmen gegen die Aufhebung der freien Einwanderung erhoben. Im Mai 1935 liai der brasilianische Präsident erklärt, daß das zahlenmäßige Niveau der Quoteneinwanderung sich unerwartet niedrig gestalte. Argentinien verlangt auch eine Einreisegenehmigung durch die Einwanderungsbehörde in Buenos Aires und hat die Visagebühren hoch heraufgesetzt. Für Mexiko, das Einwanderungsverbote aus ethnologischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen erlassen hat, und die Arbeit von Ausländern im Lande beschränkt und kontrolliert, ist gleichfalls die Einreisebewilligung der Einwanderungsbehörde erforderlich. Die Südafrikanische Union hat 1930 die Einwanderung für Angehörige einer Anzahl von Staaten quotisiert. Sie verlangt den Besitz bestimmter Mittel, Bürgschaften oder Beschäftigungsnachweis hei der Landung. Die Erschwerung ^as Gleiche wde von der Wanderung gilt auch von der Siedlung. Infolge der Wirider Siedlung. schaftskrise haben z. B. innerhalb des britischen Imperiums Wanderung wie Siedlung trotz der großen Territorien, die für Aufnahme von Menschenmassen Platz bieten, und trotz der bisherigen Förderung der Emigration nach den Dominions durch die englische Begierimg einen starken Kückgang erfahren. Die Auswanderung britischer Staatsangehöriger nach Britisch-Nordamerika, Australien. Neu Seeland, Britisch-Südafrika und anderen Ländern des britischen Reiches betrug 1924 132 217, 1929 106 900, 1933 jedoch nur noch 20 760 Personen. Sehr interessant ist der Report to the Secretary of Slate for Dominion Affairs of the Inter - Departmental Committee on Migration Policy. Das Komitee spricht sieh in dem Bericht dahin aus, daß bei den gegenwärtigen Zeitverhältnissen individuelle Wanderung ratsamer als Gruppensiedlung in neu zu erschließenden Gebieten wäre. Wir bringen unter England über diesen Bericht des Komitees Näheres. In englischen Zeitungen wird unter Bezugnahme auf den vorstehend erwähnten Bericht, aber im Gegensatz zu ihm, die Siedlung großer Gruppen als Lösung des Emigrationsproblems für England bezeichnet, unter Hinweis auf die Erfolge in Palästina und auf die Notwendigkeit, um einet Abwendung der Dominions vom britischen Geist und von britischer Denkart vorzubeugen, eine Erneuerung des Menschenmaterials vom Mutterlande aus vorzunehmen. Unter Anführung der gleichen Gründe und unter Hin weis auf das dringende Bedürfnis Kanadas nach Vermehrung seiner Bevölkerung wurde in der British Empire League ein neuer Plan bezüglich Gemeinschaftsfarmsiedlung britischer Familien erörtert. Der Gouverneur von Neu-Südwales, Australien, erklärte eine Einwanderung nach Australien wegen der bestehenden Arbeitslosigkeit gegenwärtig für unmöglich. Die Wiederkehr freier Einwanderung, die in hohem Maße zur Erschlie die Einwanderung ßunf? und Entwicklung der Länder beiträgt, wird gerade durch extreme Einwanderungsin der Zukunft bei beschränkung und darüber noch hinausgehende Restriktionstendenzen — es ist schon wieder Besserung der wie früher in den Vereinigten Staaten ein Antrag auf völliges Verbot der Einwanderung auf Wirtschaftslage. 10 Jahre gestellt worden — infolge der unvermeidlichen Rückschläge vorbereitet. In der vom Reichswirtschaftsministerium herausgegebenen Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" vom Dezember 1934 wird folgende Uebersicht über die Welt Wirtschaftslage gegeben: Von 56 untersuchten Ländern befinden sich 39 % im Aufschwünge, 33 °/o im Stadium der Erholung, nur noch 19 °/o in der Depression und 9 °/o im Rückgänge. Die Industrieproduktion liegt bereits um ein Viertel über dem Tiefstand, die Arbeitslosenzahl sei von schätzungsweise 30 Mill, im Herbst 1933 auf etwa 22 Mill, zurückgegangen. Da die Preise der Industriewaren im Ganzen immer noch sinken, sei die Preisspanne zwischen Industriewaren und Agrarerzeugnissen zugunsten der landwirtschaftlichen Kaufkraft verringert worden. Dadurch habe sich die Lage besonders in den überseeischen Rohstoffländern gebessert. Die Umsatzsteigerung des Welthandels bleibe aber noch weit hinter dem Anstieg der Binnenumsätze der meisten Länder zurück. Die Weltwirtschaft als Ganzes hat sich noch nicht gebessert. Im Zeichen der Prosperität steht die Südafrikanische Union. Auch in Palästina, das die größte Zahl von Einwanderern aufzuweisen hat, ist ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen. Erschließung Es eröffnen sich auch in südamerikanischen Ländern mannigfache Aussichten für neuer Einwände- Einwanderer. rungsgebiete. sind bedeutsame Erweiterungen des Weltgebietes erfolgt, das für Europäer zugänglicher geworden ist, oder dessen Erschließung angebahnt ist oder werden soll. Der unveränderliche Osten, „the unchanging East" ist hervorgetreten; er ist auch selbst zu einem Wanderungsziel geworden. Freilich sind Indien und China mit ihren gewaltigen Menschenmassen, denen teils die Emigrationsmöglichkeiten, teils der Emigrationswille fehlen, infolge ihrer Uebervölkerung, der damit verbun- 2

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